Leserbriefe - DER SPIEGEL
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Artikel 56 / 58

Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL

Leserbriefe

Reformen in der Politik, Gesundheitsministerin Warken muss sparen, Wolf in Hamburg – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
• aus DER SPIEGEL 17/2026
  • Dieser Titelartikel beinhaltet, gelinde gesagt, ausschließlich Beispiele aus der neoliberalen Hölle, die uns die aktuelle Krise mit eingebrockt hat. Er beinhaltet ausschließlich Vorschläge, die die Bevölkerung weiter belasten und ihre Kaufkraft und Stimmung noch weiter senken. Das Land braucht endlich intelligente Investitionen in die Zukunft und starke Subventionen in zukunftsweisende Branchen und Projekte, besonders in IT-Technologien, Technologien für transformative Prozesse sowie in soziale Berufe, Bildung und Forschung. Ich würde gern den Autor fragen, was es bringen sollte, noch mehr zu arbeiten, wenn Arbeitsplätze jetzt schon nachweislich knapp sind. Wer soll denn Produkte kaufen und Dienstleistungen konsumieren, wenn Steuern bei Normal- und Geringverdienern sowie Konsumsteuern erhöht werden? Dieser Artikel glaubt weiterhin an den Exportüberschuss in Deutschland, der aber immer weniger trägt. Deshalb muss die Stärkung der Binnenwirtschaft her, und die schafft man ganz bestimmt nicht mit »schmerzhaften« Reformen für die Unter- und Mittelschicht.
    Jan Hanten, Darmstadt

  • Der völlig aus den sozialen Fugen geratene Staat leistet sich eine Verwaltung, die von der Gewerkschaft und der mit ihr großenteils in Personalunion agierenden SPD immer weiter aufgeblasen wird. Dafür werden immer neue Bürokratie-Beschäftigungsmonster erfunden. Fünfeinhalb Millionen Menschen, davon große Teile in Beamtenschaft, tun beim Staat ihren Dienst. Laut Statistik arbeiten übrigens nur zwölf Prozent bis zum regulären Pensionsalter. Was soll daran eigentlich gerecht sein: Der Beamte hat nie irgendwas in die Rentenversicherung eingezahlt, erhält aber dann eine satte Beamtenpension von 80 Prozent des letzten Gehalts, die viel höher ist, als die des vergleichbaren normalen Rentenzahlers, der aber jahrzehntelang etwa zehn Prozent seines Bruttogehalts in die Rentenkasse einzahlt? Anstatt dauernd gegen die Leistungsempfänger zu hetzen und ihnen weitere Steuererhöhungen anzudrohen, sollte der Staat allen Beamten ab sofort den üblichen Arbeitnehmeranteil von zehn Prozent vom Brutto abziehen und an die Rentenkasse abführen.
    Ulrich Richard Ramdohr, Aschersleben (Sachs.-Anh.)

  • Vorschläge zur Vermeidung von noch mehr Schulden: eine Vermögensteuer einführen, jegliche Deckelung von Beiträgen nach oben aufheben, die Grenze zum Spitzensteuersatz nach oben anheben, und mindestens zehn Prozent Erhöhung. Und eine angemessene Finanztransaktionsteuer einführen. Nicht mit einem Wort wird auch nur erwähnt, die Reichen und Superreichen an den immensen Krisenkosten zu beteiligen. Das ist die eigentliche Mutlosigkeit aller Parteien. Wacht endlich auf! Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten.
    Irene Weidlich, Berlin

  • Nicht ein einziges Wort zum Klimaschutz und zu der verfehlten Klimapolitik der Frau Reiche und dem deutschlandweiten Unmut darüber. An der Energiepolitik hängen die Automobilbranche, die Wärmepumpen- und Photovoltaik-Branche – die Zukunft der Wirtschaft –, und das Wort Klima kommt nicht einmal vor?
    Carl-Rainer Zeiß, München

  • In keinem der vorgestellten Rentensysteme anderer Länder wird das Problem auf den entscheidenden Aspekt reduziert: Alles, was zur Versorgung einer Gesellschaft notwendig ist, muss logischerweise von jemandem erzeugt und bereitgestellt werden. Das ist zwangsläufig der arbeitende Teil der Bevölkerung – und dieses Nullsummenspiel ist nicht durch Rechentricks und Geldverschiebung wegzuzaubern. Eine ständig wachsende Produktivität könnte zumindest theoretisch dazu beitragen, dieses Problem zu lösen. Dazu müsste allerdings die Verteilung aller Produktivitätsgewinne anders geregelt werden. Unter den buchstäblich »herrschenden« Bedingungen dürfte das aber nicht zu verwirklichen sein.
    Helmut Reuter, Rechtmehring (Bayern)

  • Leider verbreitet auch der SPIEGEL in wichtigen Fragen Nebelkerzen: Die »Rente mit 63« gibt es so nicht. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren wird für jeden Jahrgang um zwei Monate angehoben und liegt jetzt bei 64,5 Jahren. Der »Mittelstandsbauch« ist entstanden, als der Eingangssteuersatz gesenkt wurde – von ehedem 25,9 Prozent auf 14 Prozent. Eine entsprechende Parallelverschiebung der bis Ende der Neunzigerjahre geraden Progressionslinie hätte gigantische Steuerausfälle verursacht. Deshalb stieg sie vorn steil an und stieß dann auf die alte Linie, verursachte so den Knick in der Progression. Den Vorteil von der Absenkung im unteren Bereich haben alle Steuerzahler bis ganz oben. Dass besserverdienende Facharbeiter mit dem oberen Teil der Einkünfte beim Spitzensteuersatz landen, liegt daran, dass dieser zum Wohle der Topverdiener gesenkt wurde. Zieht man die Progressionslinie wieder weiter hoch, zum Beispiel bis 50 Prozent, bleiben diese Facharbeiter bei einer unveränderten Steuerlast, aber die ganz oben müssen mehr zum gesellschaftlichen Wohlergehen beitragen. Dieser Gedanke sollte im Mittelpunkt der aktuellen Finanzierungsdebatte des Staates stehen.
    Hermann von Schuckmann, Potsdam

An dieser Stelle sprechen wir jede Woche mit einem Leser oder einer Leserin über die Kritik an einem unserer Beiträge.

»Tatsächlich hätte ich eine Überschrift parat«

Der Leser Peter Trauden aus dem rheinland-pfälzischen Heilbach hat den Titel »Hey du! – Die Tyrannei des Duzens« kritisiert (hier der ganze Text ). Blattmacherin Barbara Hardinghaus hat ihn angerufen.

SPIEGEL: Herr Trauden, der SPIEGEL verkommt für Sie immer mehr zu einem Klatschblatt?

Trauden: So etwas wie die Debatte über das Duzen sind für mich Belanglosigkeiten. Es bringt mir nichts, wenn ich seitenlang lese, wie andere Leute mit dem Du umgehen. Ich kaufe mir den SPIEGEL, weil ich politisch informiert sein will. Mich hat furchtbar enttäuscht, dass nach den Landtagswahlen in meinem Bundesland Rheinland-Pfalz nichts mehr kam.

SPIEGEL: Lesen Sie zwischendurch nicht gern einmal etwas Leichteres?

Trauden: Wenn es gelungene Unterhaltung ist, schon. Zum Beispiel zum Tod des Schauspielers Mario Adorf würde mich eine größere Geschichte interessieren.

SPIEGEL: Wie sähe Ihr Wunschtitel aus?

Trauden: Tatsächlich hätte ich eine Überschrift parat: »Der Verrückte aus dem Weißen Haus«.

SPIEGEL: Zu Trump hatten wir bereits einige Titel.

Trauden: Ich würde noch einen lesen.

Die Wut der Lobby aushalten

Nr. 15/2026 Leitartikel: Merz und Klingbeil müssen die Chance für Reformen jetzt nutzen 

  • In den ersten fünf Sätzen taucht das Wort »Reformen« gleich zweimal auf. Die dann von Herrn Niemann erwähnten »Reformen« sind allerdings ein Kahlschlag, der nur die Rentner, Arbeitnehmer und deren Familien betrifft. Allein die 66 Vorschläge zum Gesundheitswesen im Reformkatalog der Expertenkommission sind Anschläge auf den Geldbeutel der gesetzlich Versicherten. Das ist kein Umbau des Sozialstaats. Der Staat sollte zuerst auch nach Einsparpotenzialen im Ausgabendschungel suchen und nicht die Schwächsten der Gesellschaft weiter schröpfen.
    Günter Schmidtke, Klein Rönnau (Schl.-Holst.)

  • Keine Frage: Gut gemachte und durchdachte sowie gerechte Reformen wären sinnvoll. Aber wäre eine Reform des Sozialsystems nicht erst dann wirklich sozial, wenn sie uns alle betreffen würde? Jedes fünfte Kind lebt unterhalb der Armutsgrenze, im Gesundheitssystem könnte präventiv Hand in Hand mit der Politik gearbeitet werden und so weiter. Auch die Finanzstarken der Gesellschaft haben eine Verpflichtung, aber leider auch eine größere Lobby. Ein Anfang wäre, die Wut dieser Lobby auszuhalten.
    Nina Konzack, Wohnort angefragt

  • Einmal mehr soll offensichtlich die Überversorgung der Beamten im Tabubereich bleiben, obwohl die Aufwendungen für Pensionen und Beihilfe explodieren. Diese jahrzehntelang ungebremste Entwicklung unterhöhlt unsere so gern beschworene Demokratie weiter in Richtung Feudalherrschaft.
    Friedrich Meyer-Hildebrand, Tornesch (Schl.-Holst.)

  • So wie die SPD die Wahl nach Gerhard Schröder verloren hat, werden in Deutschland und in Österreich die regierenden Parteien die nächsten Wahlen verlieren, wenn jetzt (ja wirklich notwendige) Reformen kommen. Das sieht Herr Söder. Das ist aber auch alles, was man diesem Populisten zugutehalten kann. AfD und FPÖ versprechen zurzeit alles, könnten es aber bei einem möglichen Wahlsieg auch nicht viel anders machen. Die FPÖ hat in ihren letzten Regierungsbeteiligungen vor allem den weniger verdienenden Bevölkerungsschichten geschadet – die Reicheren haben profitiert. Das sieht man auch beim Programm der AfD. Die entscheidende Frage ist also: Wie vermittelt man das alles den Wählern? Und vor allem den Jungwählern?
    Julius Bauer, Wien

Regierung senkt Steuer auf Diesel und Benzin für zwei Monate – eine richtige Entscheidung?

Ja

»Es ist der richtige Weg. Eine Entlastung muss sofort spürbar sein und nicht erst mit der nächsten Steuererklärung.«

Frank Wrobinski

Nein

»Wer kein Auto hat, geht leer aus. Dabei kommen die erhöhten Rohölpreise demnächst in jedem Supermarkt an und betreffen jeden, nicht nur die, die mit dem Verbrennen von Benzin oder Diesel zur Klimakatastrophe beitragen.«

Karsten Meyerdierks

Sagen Sie auch Ihre Meinung!

Das ist alles zumutbar

Nr. 15/2026 Gesundheitsministerin Warken muss Milliarden einsparen 

  • Bei dieser ganzen Debatte über die Gesundheitsreform fehlt mir ein ganz wichtiger Aspekt: die Zweiklassenmedizin bei uns hier in Deutschland. Die gesetzlich Versicherten tragen auch noch die Behandlungskosten der Bürgergeldempfänger und Asylsuchenden in Deutschland. Privatversicherte bleiben verschont. Termine bei Fachärzten sind für Kassenpatienten vor allem auch deshalb fast unmöglich geworden, weil Privatversicherte von Ärzten wegen der höheren Vergütung vorgezogen werden. Durch die Honorarkürzung bei den Psychotherapeuten für die Behandlung gesetzlich Versicherter wird die Situation für psychisch kranke Kassenpatienten noch hoffnungsloser. Wieso wird dieser Aspekt bei der Diskussion über die katastrophale Lage bei der Gesundheitsversorgung völlig ausgeklammert? Ganz einfach: Die Politiker profitieren als Privatversicherte selbst von diesem Zweiklassensystem.
    Annette Brach, Erfurt

  • Ich bin seit 45 Jahren freiberuflich im Gesundheitswesen tätig und habe viele Flickschustereien kommen und gehen sehen. Das wird diesmal nicht anders. Mein Vorschlag: eine Krankenkasse inklusive Privatkassen und Beihilfe. Sowie zehn Euro Eigenaufwand ambulant und stationär. Preisdeckelung der Pharmaprodukte und Einführung der Positivliste. Das wäre eine wirkliche Reform. Doch dafür fehlt denen in Berlin der Mut.
    Werner Dinkelbach, Sinzig (Rhld.-Pf.)

  • Es ist richtig, den ungezügelten Zuwachs der Kosten für die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) zu dämpfen. Und das System bietet zahlreiche Möglichkeiten. Die Kommission hat sie detailliert und sehr verständlich auf vielen Seiten aufgelistet. Es wäre fatal, wenn diese Vorschläge selektiv zerredet würden, ob von der Regierung – weil sie die GKV nicht von versicherungsfremden Lasten für Bürgergeldempfänger entlasten will –, von vermeintlichen »Patientenschützern« oder der Lobby der Leistungserbringer (Ärzte, Big Pharma und Apotheken, Krankenhäusern und so weiter). Und moderat höhere Eigenbeiträge (etwa Krankenhaustagegeld) sollten auch nicht tabu sein. Interne Einsparpotenziale bei den Krankenkassen hat die Kommission auch nicht vergessen. Das alles ist zumutbar, wenn wir uns ein volkswirtschaftlich finanzierbares Gesundheitssystem erhalten wollen. Es wäre fatal, wenn diese Herkulesaufgabe nur ein eher unterhaltsamer Amazonenkampf der Gesundheitsministerin gegen eine »Wolfsmeute« würde.
    Reinhard Bassier, Rheinberg (NRW)

  • Ich setze zweierlei voraus. Zum einen, dass die Mitglieder der Kommission diese 66 Vorschläge mit Kompetenz und Sachverstand erarbeitet haben und andererseits, dass Politik in Demokratien kompromissfähig ist und zum Wohle des Volkes handelt. Um in etwa dem Anteil der demokratischen Parteien in Bund und Ländern (und deren Anhängern) gerecht zu werden, schlage ich Folgendes vor: Von den 66 Vorschlägen können durch CDU/CSU drei, SPD zwei Punkte und von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke (die beiden nach vorheriger Einigung) ein Punkt gestrichen werden. Und alle anderen 60 Punkte gehen unverändert ins Parlament zur Abstimmung und Beschlussfassung. Jeder kann »Erfolge« vorweisen, und die Bürger erfahren Handlungsfähigkeit.
    Walter Müller, Eslohe (NRW)

Plötzlich eingesperrt

Nr. 15/2026 Der Wolf in der Hamburger Einkaufspassage 

  • »Wenn der Wolf in der Einkaufspassage zuschnappt« – diese reißerische Überschrift ist genau das, was kein Wildtier, aber der dumme Leser braucht. Da verirrt sich ein junger Wolf auf seiner von der Natur vorgegebenen Wanderschaft in eine Stadt und findet sich plötzlich eingesperrt. Panisch vor Angst reagiert er auf gut gemeinte Hilfsversuche dieser tierlieben und mutigen Frau. Immerhin beweist eine hoffentlich kleine Narbe gegenüber Freunden, dass diese nicht von einem Hund, sondern von einem »wilden Wolf« stammt. Wow!
    Erich Janoschek, Kaiserslautern

  • So leid mir die Frau in Altona auch tut, man nähert sich nicht so unbekümmert einem verwirrten Tier, egal ob es sich um einen Wolf, einen Hund oder ein anderes Tier handelt. In diesem Fall war es wie so oft: gut gemeint, aber schlecht gemacht.
    Roland Rabusch, Gudow (Schl.-Holst.)

  • Dieser Zwischenfall ist ein deutliches Indiz, dass Wölfe Kulturfolger geworden sind und die Scheu vor dem Menschen verlieren. Abwandernde Jungwölfe suchen sich neue Reviere auch im urbanen Umfeld (21 bestätigte Nachweise in der Hansestadt Hamburg), da im ländlichen Raum geeignete Habitate schon besetzt sind. Dies ist ein weiterer Hinweis, dass es in der dicht besiedelten Bundesrepublik eine Überpopulation dieser Raubtiere gibt. Die Daten vom Bundesamt für Naturschutz geben nur bestätigte Wolfsnachweise wieder. Die Dunkelziffer von nicht erfassten Individuen wird nicht thematisiert. Aber laut den »Experten« ist der günstige Erhaltungszustand (in Hamburg) bei diesem seltenen und scheuen Wildtier wohl noch nicht erreicht.
    Jens Ruge, Hamburg

  • Der Wolf in Hamburg hat die Frau – anders als im Artikel geschrieben – nicht definitiv gebissen, sondern möglicherweise nur mit einer Kralle im Gesicht gekratzt. Auch wenn man es wohlmeint, man lässt ein Wildtier in Ruhe, das gilt für Jungvögel und erst recht für Raubtiere, das lernt jedes Kind. Besagter Wolf fühlte sich bedrängt und wusste sich einfach nicht anders zu wehren und war, anders als im Artikel insinuiert, eben nicht aggressiv. Für Wolfshasser ist ein solcher Artikel ein gefundenes Fressen, um zur Jagd zu blasen. Wenn der SPIEGEL schon drei Autoren an so eine Geschichte setzt, dann sollte sie zumindest sauber recherchiert sein.
    Michael Schneider, Siegburg

  • Die Biodiversität schwindet. Die Singvögel werden immer weniger. Die Insekten sterben. Nichts Wirksames wird dagegen getan. Nur der Wolf wird gehegt und gepflegt. Dabei hat er in dicht ɓesiedelten Kulturlandschaften mit intensiver landwirtschaftlicher Weidewirtschaft nichts zu suchen. Er hat hier lediglich eine Alibifunktion: Wir retten die Biodiversität. Das ist eine Lüge in die eigene Tasche.
    Albrecht Hauter, Hamburg

Die Spiritualität genossen

Nr. 15/2026 Wie ein Kloster in Prenzlauer Berg einer Modehochschule weicht 

  • Ich vermute mal, dass sich der SPIEGEL nur beim Christentum traut, bei einem der höchsten Feiertage einen so brutalen Titel wie »Gott zieht aus« als Headline für den Ostersonntag zu nehmen. Oder hätte man das beim Islam oder gegenüber dem Judentum auch gemacht? Kritisch über das Christentum zu berichten, ist in Ordnung. Die Wahl des Zeitpunkts zeugt nur von Hass. Darüber sollte der SPIEGEL eigentlich erhaben sein.
    Rolf Liefeld, Hohenbrunn (Bayern)

  • Wieder einmal ein hervorragender Artikel von Alexander Osang. Mehrere Jahre wohnte meine Tochter mit Familie im Bötzowviertel, das ich als Opa durch viele Fahrten mit dem Kinderwagen kennen und schätzen gelernt habe. So bin ich gelegentlich auch in die jetzt aufgegebene Kirche gegangen und habe die Ruhe und Spiritualität des Ortes genossen. Durch Herrn Osangs Beschreibungen fühle ich mich wieder in diese Gefühle hineinversetzt. Als Kenner kirchlicher Strukturen und ehemaliger Lehrer an einem kirchlichen Berufskolleg habe ich mich auch für die Edith-Stein-Schule auf dem Klostergelände interessiert und frage mich, was aus dieser Institution geworden ist. Die grottenschlechte Kommunikation des Erzbistums Berlin in dieser Frage hat Osang treffend beschrieben. Vielen Dank! Ich freue mich schon auf die nächsten Artikel, auch wenn sie sich nicht auf den Prenzlauer Berg und das Bötzowviertel, sondern auf Eindrücke aus New York, Israel oder sonst wo beziehen.
    Gregor Schmidt, Senden (NRW)

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