Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL
Leserbriefe
Sport als Mittel zum Zweck
Nr. 24/2026 Titel: Spielverderber – wie Donald Trump die Fußball-WM missbraucht
Schon wieder Trump auf dem Titel. Welche Obsession treibt den SPIEGEL, diesem Egomanen permanent eine Bühne zu bieten? Dass dieser Präsident alles missbraucht, was ihm persönlich nützt, ist längst bekannt. Ebenso, dass ihm der andere Egomane bei der Fifa hilft. Gibt es keine wichtigen politischen Themen im Inland und der Welt?
Dietmar Herr, Konstanz (Bad.-Württ.)Bei der Fußball-WM zeigt sich in den USA die hässliche Fratze des real existierenden Kapitalismus in Person von Donald Trump. Dazu gesellt sich ein Fifa-Präsident, der mittlerweile genauso größenwahnsinnig zu sein scheint wie der US-Präsident. Die höchsten Preise für die Tickets und die willkürlichen Einreisebeschränkungen sollten die Menschen zu einem Boykott dieser WM veranlassen, denn der Sport gerät vollends in den Hintergrund. Er ist lediglich Mittel zum Zweck.
Andreas Meißner, Tutzing (Bayern)Und das Ganze könnte sich dann 2028 bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles wiederholen oder sogar noch gesteigert werden. Die Frage ist doch schon jetzt nicht mehr, wer 2028 das olympische Feuer entzündet, sondern wie es Präsident Trump macht. Vielleicht ja mit einer flammenden Rede.
Uwe Heinemann, Arnstadt (Thür.)Ich hoffe für den Fußball, dass die anstehende WM in einem wirtschaftlichen wie politischen Desaster enden und damit alle unmittelbar Verantwortlichen mit hinabreißen wird. Nur dann hat diese wunderbare Sportart noch eine Überlebenschance.
Fritz Gratenau, Nienburg/Weser (Nieders.)
»Sie verwechseln Klugheit mit Intelligenz«
Der Leser Herbert Räbel aus Neumarkt in der Oberpfalz hat die Geschichte »Besuch bei Dr. Rechtsextrem« kritisiert (hier die ganze Geschichte ). Redakteur Maik Großekathöfer hat ihn angerufen.
SPIEGEL: Herr Räbel, was hat Ihnen an meinem Text nicht gefallen?
Räbel: Sie schreiben über den AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider, er sei »formal betrachtet ein kluger Mann«. Das stimmt aber nicht.
SPIEGEL: Warum nicht? Tillschneider hat Islamwissenschaften, Arabistik, Philosophie und deutsche Literaturgeschichte studiert, er ist habilitiert und hat an der Universität Bayreuth gelehrt.
Räbel: Sie verwechseln Klugheit mit Intelligenz. Tillschneider mag intelligent sein, aber nicht klug. Er ist im Gegenteil abgrundtief dumm. Er erinnert mich an Philipp Lenard, einen deutschen Physiker, der 1905 den Nobelpreis erhielt. Lenard war hochintelligent, zugleich war er frühes NSDAP-Mitglied und glühender Hitler-Anhänger, der Albert Einstein verachtete und die Relativitätstheorie als falsche »jüdische Physik« ablehnte. Wir sollten kluge Politiker wählen, auch wenn sie vielleicht nicht so intelligent sind wie Lenard oder Tillschneider.
Das ist gefährlich
Nr. 23/2026 Gegendarstellung
Bitte schreibt doch endlich, dass die Union die tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden abschaffen will. Das ganze Gerede um die tägliche Arbeitszeit von acht Stunden verstellt den Blick darauf. Wir haben schon heute eine wöchentliche Höchstarbeitszeit und eine maximale tägliche Arbeitszeit von zehn Stunden. Nur im Sechs-Monats-Zeitraum müssen 48 Stunden pro Woche eingehalten werden – das ergibt bei fünf Tagen bereits mehr als acht Stunden pro Tag, die erlaubt sind. Legal. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit ist derzeit 60 Stunden bei zehn Tagen und 50 Stunden bei fünf Tagen. Da will die CDU ran und die Grenzen ganz abschaffen. Und das ist gefährlich.
Bernd Podey, HamburgAls langjähriger Arbeitstherapeut, der es in der Rehabilitation regelmäßig mit von der Arbeit ausgebrannten Menschen zu tun hatte, kann ich vor Zehn-Stunden-Arbeitstagen nur warnen. Es bleibt dann an solchen Tagen zu wenig Zeit und Kraft für Regeneration, Familie, Kinder, ein gutes Buch oder gar die SPIEGEL-Lektüre. An diesem Punkt hat Frau Bas recht, auch wenn sie leider nicht in der Lage ist, das vernünftig zu argumentieren.
Thomas Schleicher, Zeuthen (Brandenb.)
Wächst weiter
»Solange die ›etablierten‹ Parteien so weitermachen, wie sie das seit Jahren tun, wird die AfD aus Protest gewählt. Ich glaube nämlich nicht, dass alle Wähler dieser Partei rechtsextrem sind.«
Gerald Könke
Kann man stoppen
»Es wäre viel zu gewinnen, wenn wir den Leuten klarmachen können, dass demokratische Politiker Probleme lösen wollen, während populistische Politiker Schuldige benennen und sie mit den Problemen beseitigen wollen.«
Jürgen Brinkmann
Sagen Sie auch Ihre Meinung!
Ein Text, der mich erkannt hat
Nr. 23/2026 Im Solourlaub merkte ich, wie allein ich bin
Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen. Das Thema fand ich sehr interessant und habe mir deshalb Aufschluss und einen gewissen Erkenntnisgewinn erhofft. Das Thema Einsamkeit und Alleinsein ist ja sehr groß und wichtig in unserer Zeit. Leider muss ich nach der Lektüre einräumen, dass das für mich nicht geklappt hat. Die Autorin schreibt abgehackt und in teilweise unvollständigen Sätzen und Wörtern, sodass sich mir der Sinn leider oft nicht erschlossen hat. Das meiste meine ich jedoch, zumindest formal, verstanden zu haben. Dann habe ich aber komplett die Botschaft nicht begriffen, außer vielleicht, dass Frau Gühmann gewisse Zweifel hegt, die nach ihrem Cluburlaub auch augenscheinlich immer noch bestehen. Woran, ist mir aber ebenso unklar wie die Tatsache, dass der SPIEGEL erstaunliche fünf Seiten in der Printausgabe mit so einem textlichen Geschwurbel füllt und in ebensolchem Duktus bebildert.
Jürgen Andrae, Kamen (NRW)Ich habe Ihren Artikel sehr gern gelesen und mich in Empfindungen und Wahrnehmungen wiedergefunden. Immer wieder gelacht. »Daheim koche ich wenig, dafür schlecht« ist so ein Satz. »Zopf, der an der Kopfhaut zieht«, allein in dem Satz steckt für mich schon alles drin, was vorher das Schulter-Hüft-Dreieck angedeutet hat. Ein Text, der für mich viel Platz zwischen Ihren Zeilen gelassen, mich mitgenommen und erkannt hat.
Stefan Spill, Rosbach vor der Höhe (Hessen)Was für eine erfrischende Reportage zwischen all den »Tod-Leid-Verderben-Chaos-Artikeln«. Exzellent beobachtet und beschrieben, ich musste beim Lesen oft grinsen. Gern mehr davon – kleine Ablenkungen im alltäglichen Nachrichtengewitter können nie schaden.
Stefan Reber, Waltenhofen-Oberdorf (Bayern)Hat Ihr Verlag denn kein Lektorat mehr? Was für ein unverständliches Gestammel dieser Text ist, schade um die verschwendeten Seiten 56 bis 60. Enttäuschend, so etwas im SPIEGEL zu finden.
Jenny Baatz, BerlinJa, so ist es. Toll beschrieben. Alleinfrau unterwegs, all diese Blicke! Ich will doch nur reisen mit mir. Vor allem will ich mich nicht bekümmern lassen. Und dann kommt die Frage: »Darf ich dich noch fragen, wie alt du bist?« Ich habe dann ein zuckersüßes Lächeln. 86. Na dann!
Karin Küpper, Freiburg
Ich musste lachen
Nr. 23/2026 Alles Gutsch
Die Kolumnen von Herrn Gutsch lese ich immer mit großem Vergnügen, aber seine Gedanken im aktuellen SPIEGEL zum nicht aufzuhaltenden Eindringen englischer Ausdrücke und anglisierender Wortneuschöpfungen sprechen mir so aus dem Herzen, dass ich mich für diese Kolumne ganz besonders bedanken möchte. Ich denke, unsere deutsche Sprache verfügt über so viele Wörter und Ausdrucksmöglichkeiten, dass es nicht nötig ist, diese Wörter nur aus Prinzip einem offenbar drängenden modischen Zeitgeist entsprechend durch englische Wörter zu ersetzen. Bei neuen Entdeckungen und Erfindungen in Wissenschaft und Technik sehe ich ein, dass man hierfür nicht unbedingt neue deutsche Wörter erfinden muss, aber dort, wo es sie gibt, müssen sie nicht ohne Not durch englische ersetzt werden. Eine Sprache ist natürlich ein lebendiges Kulturgut und verändert sich stetig, jedoch vermisse ich sehr oft ein Bewusstsein für die Qualitäten der deutschen Sprache. Leider ist es ein Kampf gegen Windmühlenflügel, dies den Menschen bewusst zu machen und Anglizismen einzuschränken.
Heidrun Henning, Hattingen (NRW)Ich bin 70. Am Anfang des Artikels habe ich noch verstanden, was Sie meinten. Der Schluss war etwas schwieriger, aber ich musste lachen. Ich habe vor mehr als 60 Jahren in der Schule Englisch gehabt, brauchte es im Job nicht, im Urlaub komme ich klar, aber das Kauderwelsch war dann doch zu viel für mich.
Elke Marburger, Allendorf (Hessen)Bravo! Endlich einmal jemand, der das mittlerweile schier unerträgliche denglische Geschwurbel so richtig durch den Kakao zieht. Das Deutsche ist vielfach zu einem Spickbraten geworden, bei dem man gern einmal die kulinarische Grundlage übersieht. Als ob dessen Wortschatz nicht ausreichte – der wirklich einen Schatz darstellt, den aber viele in ihrer angloamerikanischen Eingebildetheit nicht mehr zu schätzen wissen. Gelegenheit für den SPIEGEL, sich auch einmal an die eigene Nase zu fassen.
apl. Prof. Dr. Christoph J. G. Lang, Heroldsbach (Bayern)
Im Exzeptionalismus gefangen
Nr. 23/2026 Ist der Mensch doch nicht wertvoller als Tiere?
Ich würde die Autoren am liebsten umarmen für dieses ruhig, neugierig und nicht provokativ geführte Interview mit einer Primatologin, die sich klar von der traditionellen distanzierten, zerstörerischen anthropozentrischen Wissenschaftshaltung abgrenzt. Allgemein empfinde ich diesen Interviewstil als respektvoll und nicht vorverurteilend, sehr wohltuend in unserem aufgeheizten, polarisierten Gesellschaftsklima. Herr Hickmann hatte sich ja in einem vorherigen SPIEGEL selbstkritisch nach dem Einfluss der Medienschaffenden auf diese Atmosphäre gefragt. Ich würde sagen, so können die Medien ihren Beitrag leisten, dass wir wieder friedvoller, offener, neugieriger, zuhörender, andere Standpunkte ehrlich erforschend miteinander umgehen.
Susanne Hartmann, Harsum (Nieders.)Ist es tatsächlich menschlicher »Exzeptionalismus«, der zu der beobachteten Entscheidung »Mensch vor Hund« führt, oder einfach nur eine Form (evolutionär bedingter) gruppenbezogener Kooperation? In anderen Worten: Würde ein erwachsener Schimpanse oder Elefant womöglich auch eher einen Artgenossen als ein artfremdes Individuum aus einer Notlage retten – zumindest wenn der Artgenosse aus demselben Sozialverband stammt? Dies wäre in meinen Augen eine naheliegende und aufschlussreiche Frage gewesen, die jemand wie Frau Webb sicher gut hätte beantworten können. Ansonsten teile ich natürlich ihre Kritik am Umgang des Menschen mit seiner belebten und unbelebten Umwelt.
Martin Drechsler, LeipzigLeider sind die beiden Interviewer weiterhin im Käfig des »menschlichen Exzeptionalismus« gefangen. Eine Beschäftigung mit den Arbeiten der Umweltethikerin Val Plumwood hätte ihnen verdeutlichen können, wie problematisch die Vorstellung ist, der Mensch sei etwas grundsätzlich Besonderes und stehe außerhalb oder gar über der Natur. Die Ausführungen der Primatologin Christine Webb sind – blendet man die suggestive Perspektive der Fragestellungen aus – durchaus überzeugend.
Heinz Frickel, Gelnhausen (Hessen)
Es ist ein Branchenproblem
Nr. 23/2026 Europas größter Hersteller bringt illegale Motorräder auf die Straße
Wieso wird sich hier so auf die Firma KTM eingeschossen? Das ist ein Problem, das jeden Hersteller betrifft, der solche Enduros in Deutschland verkauft. Auch Triumph, Yamaha und so weiter. Alle verkaufen Enduromaschinen mit offiziell niedriger Leistung, um etwa Abgaswerte einzuhalten, die dann meist offen gefahren werden, da sie in der gedrosselten Variante tatsächlich unfahrbar sind. Sich hier auf eine Firma zu fokussieren, erweckt den Eindruck, nur KTM würde so handeln, dabei ist es ein Branchenproblem. Das wäre für einen differenzierten Artikel eine wichtige Info.
Leon Benthaus, Wesseling (NRW)Was soll dieser Artikel bringen? Damit erschwert ihr einer ohnehin schon problematischen Randsportart, dem Endurofahren, das Leben zusätzlich. Über viele Jahre betreibe ich den Sport aktiv, und es wird immer herausfordernder, Genehmigungen oder Unterstützer zu finden. Mit diesem Artikel befeuert ihr diese Diskussion weiter. Leider bieten aktuelle E-Bikes noch keine ausreichende Reichweite, um diesen tollen Sport betreiben zu können. Man ist aber auf dem richtigen Weg.
Eric Alvermann, Wohnort angefragt
Durchweg negativ
Nr. 23/2026 Stressiges Arbeitsklima bei Label Armedangels
Der Artikel hat mich sehr traurig gestimmt – es gibt dermaßen viele Parallelen zu meinem ehemaligen Arbeitgeber: »Nachhaltige« Produkte, am Anfang die Idee, mit besseren Produkten und Arbeitsbedingungen in Produktion und Unternehmen die Welt ein Stückchen besser zu machen. Und dann genau das Gleiche: eine toxische Kultur, Mikromanaging, Kündigungen ohne Rücksicht auf einen etwaigen Sozialplan und so weiter und so fort. Aus »wir sind feministisch, besetzen möglichst viele Führungspositionen mit Frauen und unterstützen Mütter« wurde ein Unternehmen, in dessen Leitungspositionen fast nur noch Männer, vorzugsweise ohne Kinder und Care-Verpflichtung, arbeiten. Das Team ist »faul«, die »Ziele werden nicht erreicht« – dass das an einer ständig schwankenden Einstellung des Gründerpaares und jährlichen Kehrtwenden aller Strukturen und Richtungen liegt, kommt denen nicht in den Sinn. Viele fähige Menschen haben das Unternehmen verlassen, andere, so wie ich, haben bis zum Burn-out alles gegeben, um das kränkelnde Unternehmen zu unterstützen. So viele Punkte gleichen sich – vielleicht ist das kein Einzelfall, sondern ein größeres Problem in der »Ökobranche«?
Name und Wohnort sind der Redaktion bekanntIch finde, ihr beleuchtet ausschließlich negative Erfahrungen und Feedbacks von unzufriedenen Mitarbeitern ohne das Angebot einer alternativen Meinung. Beim Lesen des Artikels begleitete mich das Gefühl, dass die Recherchen in wenigen Wochen nach ein paar online aufgetriebenen Interviews abgeschlossen waren. Sicherlich gibt es bei Armedangels Probleme, und einige davon habt ihr angesprochen. Das durchweg negative Bild, das in eurem Artikel vermittelt wird, entspricht aber sicher nicht der Realität und ist nicht ausgewogen. Ich habe mir mehr und detailliertere Recherche gewünscht. Vor allem zu dem Thema Nachhaltigkeit von Armedangels wären auch Gespräche mit externen Experten hilfreich gewesen. Schade.
Philipp Schmitz, Köln
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