Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL
Leserbriefe
Im Namen aller Esel
Nr. 17/2026 Titel: Macht die KI uns dumm? Was ChatGPT und Co. im Gehirn anrichten
Das Titelbild passt nicht. Esel sind höchstwahrscheinlich klüger als Menschen.
Margot Degand, FreiburgDer Esel mit Smartphone-Scheuklappen! Wunderbar!
Matthias Riemenschneider, HamburgIm Namen aller Esel protestiere ich gegen die Verwendung eines Esels als Symbol für Dummheit auf Ihrem Titelbild. Da hätten Sie ruhig einen Menschen nehmen können!
Hartmut Listberger, Dietachdorf (Österreich)Wie bei so vielen Innovationen gibt es zwei Seiten der Medaille. Ob beim Dynamit von Alfred Nobel, der Kernkraft oder dem Internet inklusive der sogenannten sozialen Medien, kommt es auf uns Menschen an, wie wir mit diesen Neuerungen umgehen und sie einsetzen. Wichtig wird vor allem sein, menschliches und maschinelles Handeln voneinander unterscheiden zu können sowie die Kontrolle über KI zu behalten.
Rainer Szymanski, Grünheide (Brandenb.)Die spannende Titelfrage greift zu kurz. Es liegt an jedem selbst, sich bei neuen Technologien kritisch darüber zu informieren, was diese wirklich können und wo ihre Grenzen liegen. Deswegen muss man nicht die Maschinen, die lediglich Wahrscheinlichkeiten für nächste Worte berechnen, sondern die Menschen dafür verantwortlich machen, wenn sie aus (Denk-)Faulheit das eigene Gehirn nicht mehr richtig anstrengen und im schlimmsten Fall sogenannte Halluzinationen selbst bei Vorbereitungen auf akademische Prüfungen oder Gerichtsprozesse für bare Münze nehmen. Deshalb bleibt hier vor allem wesentlich mehr Aufklärung nicht nur im Bildungswesen angesagt.
Rasmus Ph. Helt, HamburgDas Internet wird derzeit geflutet mit KI-generierten Inhalten. Fake-Nachrichten, Fake-Nachrufe, Fake-Künstler mit Fake-Darbietungen, Fake-Accounts mit Fake-Content und so weiter bis hin zu pseudowissenschaftlichen Abhandlungen, deren Inhalt nicht kreativ erarbeitet wurde, sondern auf der Wahrscheinlichkeit der Wortfolge gründet. Reale Beispiele sind auch durch KI erstellte gedruckte Reise- und Städteführer, die bereits im Handel verkauft werden, mit frei erfundenen, völlig falschen Inhalten. All diese Produkte sind dann Bestandteil des »Netzwissens« und dienen wiederum zum ständigen Training der KI. Daraus folgt, der Fake-Anteil im Netz nimmt extrem zu. Die Verblödung der Weltbevölkerung ist damit sichergestellt.
Ralf Eschmann, Abtsteinach (Hessen)Das zentrale Risiko generativer KI besteht nicht primär im Verlust von Intelligenz, sondern darin, dass Sinn heute schneller geliefert wird, als Orientierung entstehen kann. Orientierung ist die Fähigkeit, sich unter Unsicherheit zu bewegen, Relevantes vom Irrelevanten zu unterscheiden, Urteile schrittweise zu bilden und trotz Unklarheit handlungsfähig zu bleiben. Diese Fähigkeit entsteht in Suchbewegungen: im Zögern, Prüfen, Verwerfen, neu Ansetzen, Vergleichen, Aushalten offener Fragen. Genau dort liegt ein oft unterschätzter Teil menschlicher Urteilskraft. Generative KI produziert sprachlich verdichtete Lösungen, bevor eigene gedankliche Bewegung einsetzen muss. Dadurch entsteht eine neue Gefahr: nicht bloß Unwissen, sondern das Gefühl von Verstehen ohne eigenen Erkenntnisweg. Man könnte sagen: scheinbare Orientierung durch gelieferten Sinn.
Dr.-Ing. Andreas Kawa, Görlitz
»Ich würde dabei bleiben, dass dieses Regime verloren hat«
Der Leser Oliver Hartwig aus Hamburg hat den Leitartikel »Fast nur Verlierer« kritisiert (hier der ganze Text ). Reporterin Juliane von Mittelstaedt hat ihn angerufen.
SPIEGEL: Sie kritisieren, dass ich Iran als Gewinner bezeichne. Natürlich haben Kriege letztlich nur Verlierer. Schaut man sich aber an, wer nach der ersten Kriegsrunde besser dasteht, ist das Iran.
Hartwig: Ich sehe, wir teilen grundsätzlich die gleiche Position. Aber die Gemengelage ist so komplex, dass ich es zu einfach finde, von Gewinnern zu sprechen. Womöglich war Ihr Leitartikel eher situativ, meine Betrachtung ist eher systemisch.
SPIEGEL: Ja, aber Iran hält weiterhin die Weltwirtschaft als Geisel. Und das Regime hat es geschafft, direkte Verhandlungen mit dem US-Vizepräsidenten zu erzwingen – das gab es noch nicht.
Hartwig: Trotzdem würde ich dabei bleiben, dass dieses Regime mehr verloren hat: seine Führungsmannschaft, Unterstützung in der Bevölkerung, wichtige Infrastruktur, zentrale militärische Positionen, Einfluss bei seinen Verbündeten.
Zeit für gute Nachrichten
Nr. 16/2026 Leitartikel: Die Hardliner in Iran sind die Gewinner des Kriegs
Guter Leitartikel! Sehr gut wäre er, wenn zwei Punkte erfüllt gewesen wären. Erstens: Die Überschrift muss lauten »Nur Verlierer«. Zweitens: Die größten Verlierer müssen nicht am Schluss, sondern gleich zu Beginn des Artikels erwähnt werden: die Opfer und ihre Familien. Es ist eine schändliche Barbarei, dass Tausende Menschen wegen ein paar unterbelichteten, unberechenbaren und total versagenden Staatsmännern sterben müssen. Das macht mich fassungslos.
Wolfgang Greiner, Bischofswiesen (Bayern)Früher, als die Konflikte der Welt eher »normal« waren und mit viel Routine geglättet wurden, war meine SPIEGEL-Lektüre spannend. Heute wäre ich manchmal froh, ihre Zustellung würde versagen. Muss ich schon wieder erfahren, um wie viel hoffnungsloser die Lage auf allen möglichen Gebieten geworden ist? Im Grunde genommen bin ich ja die Woche über von anderen Medien geradezu damit bombardiert worden. Und nun dröselt der SPIEGEL alles noch einmal in seiner sprichwörtlichen Gründlichkeit auf. Worauf ich hinauswill: Jede Krise, und sei sie noch so groß, beinhaltet auch ein gewisses Potenzial an Verbesserungen, siehe Covid-19. In der bisherigen Berichterstattung war davon nichts zu finden. Vielleicht könnte dieser Gedanke einmal aufgegriffen werden. Die Zeit für gute Nachrichten in schlechten Zeiten ist schon längst angebrochen.
Dr. Klaus Swieczkowski, Hildburghausen (Thür.)
Chance
»Wenn Herr Kubicki realistisch bleibt und mit dann wieder fünf Prozent nicht meint, die Regierungslinie festlegen zu können, wäre das eine Chance.«
Jochen Bechtle
Risiko
»Die Ratlosigkeit muss bei der FDP schon den Status Panik erreicht haben, wenn für den Re-Start der FDP auf den Dino Kubicki gesetzt wird. Zumal Kubicki in den letzten Jahren eher als Quertreiber, denn als derjenige aufgefallen ist, der die FDP eint!«
Michael A. Klas
Sagen Sie auch Ihre Meinung!
Es knarzt gewaltig
Nr. 16/2026 Der Lehrkräftemangel ist so groß, dass an einigen Schulen auch Studierende unterrichten
Es ist schon komisch. Während des Studiums setzt man die jungen Menschen gern als Ersatz für eine Vollzeitlehrkraft ein. Da können sie offenbar alles: Schulaufgaben entwerfen, Elterngespräche führen, Unterrichtssequenzen planen, soziale Konflikte lösen. Im Referendariat hingegen, wenn es dann darum geht, eine gute Examensnote und die Aussicht auf eine Planstelle und somit auf die Verbeamtung zu bekommen, da können dieselben Personen sich offensichtlich nicht mal mehr selbst die Schuhe binden, werden persönlich angegriffen und verhöhnt, fröhlich kurzfristig im Bundesland herumversetzt und so weiter, sodass viele den sogenannten Vorbereitungsdienst hinschmeißen. Klar, so kriegt man den Lehrermangel in den Griff.
Alexandra Teller, RegensburgDer Lehrermangel ließe sich rasch beheben durch die Einstellung von Schulinspektoren. Stufenleiter, Fachleiter, Konrektoren und Schulleiter haben viele administrative Aufgaben zu erfüllen, wodurch sie in unterschiedlichem Maße vom Unterrichten freigestellt werden. Dies führt zu einem enormen Verlust von Unterrichtsstunden, der durch den Einsatz von Verwaltungsfachkräften verhindert werden könnte.
Cordula Obermeier, Alzenau (Bayern)Bildungspolitisch knarzt es gewaltig im Land der Dichter und Denker. So sind einige Bundesländer darauf angewiesen, fehlende Pädagoginnen und Pädagogen durch Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten zur Erteilung des Unterrichts zu ersetzen. Es ist schon seit Jahren bekannt, dass durch den Zuzug von Migranten, und seit 2022 durch die ukrainischen Kriegsflüchtlinge noch verstärkt, der Bedarf an Lehrkräften kräftig gestiegen ist. Dass sich so viele junge Menschen trotz fehlender fachlicher und pädagogischer Kenntnisse trotzdem bereit erklären, die Unterrichtslücken zu schließen, ist ja hoch lobenswert. Aber erhalten die Schülerinnen und Schüler dadurch das erforderliche Rüstzeug, um ausreichend Stoff zu lernen, der sie zu passablen Ergebnissen führt? Oder ist diese Misere nicht eher dafür verantwortlich, das Heer der Schulabbrecher noch zu erhöhen?
Horst Winkler, Herne
Tradwives werden sich freuen
Nr. 16/2026 Viele Feministinnen nehmen die Wünsche der Frauen nicht ernst
Herzlichen Glückwunsch zu dem hervorragenden Artikel von Katja Rost und Martin Schröder! Gleichberechtigung bedeutet eben nicht Gleichstellung. Haben sich eigentlich die Urheber des stereotypischen Gejammers über die Teilzeitquote von Arbeitnehmerinnen mal gefragt, was eigentlich die tatsächlichen Gründe für Teilzeitarbeit sind? Es könnte doch sein, dass zum Beispiel Mütter gemeinsame Lebenszeit mit ihren Kindern verbringen möchten und sie nicht täglich zehn Stunden in pädagogischen Einrichtungen in der Obhut fremder Menschen lassen wollen.
Anja Kobus, HannoverMan kann immer den Spieß umdrehen und die Mängelwirtschaft gegenüber Frauen, Kindern und Familien dem Feminismus anlasten. Ein Großteil der Familien der Unter- und Mittelschicht hat nicht einmal mehr die Wahl, sich für Teilzeit zu entscheiden, um mehr Zeit für Kinder und deren Betreuung zu haben – bei den hohen Lebenshaltungskosten und Mieten. Nicht jeder hat Großeltern, um die fehlende oder unzuverlässige Betreuung auszugleichen. Vielleicht sollten sich Ihre beiden Soziolog:innen mal die Studien von Erich Fromm zum autoritären Charakter anschauen. Er hätte sich nicht zufriedengegeben mit der Beantwortung der Frage, ob die Mütter glücklich sind. Er hätte beispielsweise nachgefragt, ob sie öfter Kopfschmerzen haben, ob der Papa Erziehungszeiten genommen hat, wer die Betreuung übernimmt, wenn der Kindergarten mal wieder geschlossen hat. Junge, gut ausgebildete Frauen haben das Berufsleben schätzen gelernt und schränken sich ein, weil sie sich und ihre Familie an ihrer Leistungsgrenze sehen und keine vernachlässigten Kinder und total erschöpfte Familie wollen. Der Begriff der »Freiheit« muss immer mal wieder herhalten, um gesellschaftliche Ungerechtigkeit zu verschleiern.
Sigrid Baumgärtner, Mühlacker (Bad.-Württ.)Ein großartiger Aufsatz, speziell mit Blick auf das Verwirrspiel um Gleichberechtigung und Gleichstellung. Ich bin überzeugt, dass sich eine auf Gleichstellung zielende Gesellschaft selbst zerstört. Anzustreben ist stattdessen eine, die auf den Prinzipien des Sports baut: Ungleiches wird ungleich behandelt, Männer und Frauen konkurrieren deshalb in der Regel nicht direkt miteinander. Chancengerechtigkeit zu gewährleisten, hat höchste Priorität. Die Ergebnisse werden in einem klar definierten Leistungswettbewerb ermittelt. Die Rangfolge wird sofort von allen anerkannt. Nur unter diesen Bedingungen kann ein Ligabetrieb oder ein Vielfachturnier wie Olympia funktionieren. Das Gleiche gilt für eine Gesellschaft in einem stabilen Gleichgewicht. Die Verfechter der Gleichstellungslehre lehnen diese Grundsätze ab, mit Hinweis auf hartnäckige strukturelle Verwerfungen, die keinen fairen Wettbewerb zulassen würden und korrigierende Ergebniseingriffe erforderlich machten. Die Folge sind ideologiegetriebene Kämpfe zwischen den einzelnen Gruppen, die das Gemeinwesen zerstören.
Dr. Hans Peter Basler, Frankfurt am MainSorry, der Feminismus wurde grundsätzlich nicht verstanden. Tradwives werden sich freuen. Und das Herrenmagazin ließ mal wieder schreiben.
Susanne Bakaus, Neustadt an der WeinstraßeIch habe den Artikel als sehr anregend empfunden und kann ihm in vielen Teilen zustimmen. Ich bin absolut der Meinung, dass nicht jeder Unterschied in der häuslichen Aufgabenteilung, Kinderbetreuung oder im Umfang der Berufstätigkeit eine Form von Unterdrückung darstellen sollte, sondern als eine Form der freien Wahl gesehen werden muss. Solange aber unsere Kinder und Heranwachsenden keine Rollenvorbilder haben, die wirklich frei entscheiden und die wirklich andere Wege gehen, solange es Begriffe und Tatsachen wie »Vätermonate«, ungleiche Bezahlung und die Teilzeitfalle gibt – so lange wird sich nichts daran ändern, dass es nicht um freie Wahl geht, sondern um ein strukturelles Problem von ungleicher Behandlung für Mädchen und Frauen.
Sabrina von Jena, Koblenz
»Ich würde dabei bleiben, dass dieses Regime verloren hat«
Der Leser Oliver Hartwig aus Hamburg hat den Leitartikel »Fast nur Verlierer« kritisiert (hier der ganze Text ). Reporterin Juliane von Mittelstaedt hat ihn angerufen.
SPIEGEL: Sie kritisieren, dass ich Iran als Gewinner bezeichne. Natürlich haben Kriege letztlich nur Verlierer. Schaut man sich aber an, wer nach der ersten Kriegsrunde besser dasteht, ist das Iran.
Hartwig: Ich sehe, wir teilen grundsätzlich die gleiche Position. Aber die Gemengelage ist so komplex, dass ich es zu einfach finde, von Gewinnern zu sprechen. Womöglich war Ihr Leitartikel eher situativ, meine Betrachtung ist eher systemisch.
SPIEGEL: Ja, aber Iran hält weiterhin die Weltwirtschaft als Geisel. Und das Regime hat es geschafft, direkte Verhandlungen mit dem US-Vizepräsidenten zu erzwingen – das gab es noch nicht.
Hartwig: Trotzdem würde ich dabei bleiben, dass dieses Regime mehr verloren hat: seine Führungsmannschaft, Unterstützung in der Bevölkerung, wichtige Infrastruktur, zentrale militärische Positionen, Einfluss bei seinen Verbündeten.
Wunder-Quatsch glauben
Nr. 16/2026 Eine Oberpfälzer Bauernmagd soll 36 Jahre lang ohne Nahrung gelebt haben
Was ist das für eine merkwürdige Vorstellung in dem Artikel davon, was Wissenschaft zu leisten hat? Wenn behauptet wird, dass jemand jahrelang ohne Nahrung gelebt hat, ist es nicht Aufgabe wissenschaftlicher Disziplinen, den Betrug dahinter nachzuweisen. Viel eher sollte wissenschaftlich untersucht werden, warum so viele Menschen bereitwillig religiösen Wunder-Quatsch glauben, mit dem ein Hobbyzauberer nicht einmal vor Vorschulkindern durchkommen würde.
Dirk Feeken, Nußloch (Bad.-Württ.)Das »wundersame« Überleben trotz einer Diät, die auf alle Nahrungsmittel verzichtet, sogar auf Wasser, kann ich nicht erklären. Wohl aber einen Hinweis für die Entstehung der »Stigmata« an Händen und Füßen geben. Es könnte sich um ein toxisches Arzneimittelexanthem handeln, das genau an diesen Stellen am häufigsten auftritt, insgesamt aber relativ selten ist. Ich selbst hatte im Laufe meines Dermatologenlebens über mehrere Jahrzehnte drei Patientinnen, die (in einem Fall gesichert durch ein Barbitursäure-haltiges Schlafmittel) verdickte Rötungen an Handflächen und Fußsohlen aufwiesen, die in einem Fall wegen des starken Juckreizes blutig aufgekratzt wurden. Solche Arzneimittelexantheme lassen sich zuverlässig bei erneuter Einnahme oder Injektion provozieren. Ich staune, dass dieses Krankheitsbild in dem oben genannten Artikel nicht erwähnt wurde. Dermatologen ist es, zumindest lehrbuchmäßig, durchaus bekannt.
Dr. med. Gunthram Heidbreder, NorderstedtAngenommen, die Augenblutungen sind in der dargestellten Position des Kopfs aufgetreten. Nach den Gesetzen der Schwerkraft müsste der Blutstrom des rechten Auges über den rechten Nasenflügel und über den Mund gelaufen sein. Der Blutstrom des linken Auges dagegen müsste über die linke Wange in Richtung linkes Ohr gelaufen sein. Angenommen, die Kopfhaltung war während der Blutaustritte aus den Augen in senkrechter Stellung. Dann müssten die Blutströme jeweils die Nasenflügel berührt haben und über die Mundwinkel gelaufen sein. Stattdessen verlaufen beide Blutströme bogenförmig um die Mundwinkel herum. Insgesamt ist dies mit den Gesetzen der Schwerkraft nicht vereinbar. Insgesamt spricht praktisch nichts für eine übernatürliche Ursache der Blutflecken, aber es spricht sehr viel für eine profane Ursache.
Hans-Joachim Lutz, Lampertheim (Hessen)Als zwölfjähriger Junge aus Waldsassen habe ich 1945 und die Jahre danach als Ministrant und Pfadfinder an den Karfreitagen die blutenden Wundmale der Resl von Konnersreuth direkt zusammen mit US-amerikanischen Besatzungssoldaten und ihren Angehörigen, im geordneten Defilee vorbei am Bett im Wohnhaus der Bauersfrau, erlebt. Es waren religiöse und emotional teilhabende Gefühle und die Stille, die die Situation bestimmten. Niemals wäre es mir damals eingefallen, Zweifel oder gar Kritik an der Zeremonie zu äußern. Die Bauersfrau, die an den Karfreitagen litt und an den anderen Tagen mit ihrem Pferdefuhrwerk zum Einkaufen in die Stadt fuhr, war eines der religiösen Mysterien, die man nicht infrage stellte. Kontroversen, ob es sich bei dem Ereignis um ein religiöses Wunder oder um Scharlatanerie handelt, gibt es seitdem immer wieder. Im Kloster von Konnersreuth freilich wird die Resl als Heilige gefeiert. Was für den heute kritischen (Un)Gläubigen bemerkenswert und fragwürdig ist, warum gerade heute das »Wunder von Konnersreuth« thematisiert wird.
Dr. Jos Schnurer, Hildesheim
Sehr geärgert
Nr. 16/2026 »Rumhängen ist mein Traum«
Als jahrzehntelanger SPIEGEL-Abonnent habe ich mich jetzt doch sehr geärgert. Es gibt endlich ein Lebenszeichen meiner Ikone Janosch, der ganze Generationen, unter anderem meine, geprägt hat und nun seinen 95. Geburtstag feiert. Leider ist das dem SPIEGEL nur eine kleine Spalte wert. Anstelle des gesamten Interviews erhalte ich die lapidare Information: Lesen Sie das gesamte Interview auf SPIEGEL+. Mit Verlaub: Warum habe ich dann die Printausgabe abonniert?
Daniel Rogge, Düren (NRW)
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