Mafia-Bestseller: Pate gesucht - DER SPIEGEL
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Mafia-Bestseller Pate gesucht

Die berühmte Mafia-Saga "Der Pate“ soll fortgeschrieben werden. Der amerikanische Verlag Random House hat sich mit den Erben des Bestseller-Autors Mario Puzo auf eine Fortsetzung der Geschichte um Don Corleone geeinigt und sucht nun einen geeigneten Schriftsteller.
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25 Millionen Mal hat sich "Der Pate“ verkauft, von 1969, dem Jahr als der Mafia-Patriarch Don Vito Corleone von Mario Puzo erdacht wurde, bis heute. In der dreiteiligen Verfilmung von Francis Ford Coppola gaben sich schon 1972 Ausnahmeschauspieler wie Marlon Brando, Robert De Niro und Al Pacino die Klinke und gern auch mal die Knarre in die Hand. Der Oscar für Mario Puzos Drehbuch war nur einer von dreien, den allein der erste Teil der Kino-Saga erhielt.

Nun soll die erfolgreiche Geschichte der Corleones fortgeschrieben werden. Die Frage der Rechte für "The Godfather“ (so der Originaltitel) scheint geklärt, und alles, was noch fehlt, ist ein Autor, der sich zutraut, das Epos um ein neues Kapitel zu erweitern.

Die Absprache zwischen der Bertelsmann-Tochter Random House und den Erben des 1999 im Alter von 79 Jahren verstorbenen Puzo sei möglicherweise der größte Buch-Deal seit der Fortsetzung des Bestsellers "Vom Winde verweht“, schreibt das amerikanische Fachblatt "Variety“. Die Erben der Autorin Margaret Mitchell hatten damals gegen Entgelt von rund fünf Millionen Dollar erlaubt, dass Alexandra Ripley die Fortsetzung "Scarlett“ (1991) schrieb. Über die Höhe der Vertragssumme für den Nachfolger von "The Godfather“ gab der Verlag bisher keine Auskunft.

Random House plant die Bekanntgabe der Autorenwahl frühestens im November. Bereits jetzt sondiert ein Team um Puzos ehemaligen Lektor Jonathan Karp jedoch mögliche Handlungsstränge und Hauptfiguren für die Fortsetzung des "Paten“. "Mario sagte mir mal, er hätte gern mehr mit Sonny Corleones Charakter gemacht. Und sicherlich wäre es möglich, die Figur des Sängers Johnny Fontaine zu entwickeln.“

Gesucht wird laut Random House ein Schriftsteller, dessen Lebens- und Berufssituation mit der Puzos vergleichbar ist, und zwar zu der Zeit, als er seinen Bestseller schrieb. "In der Mitte seiner Karriere, gestärkt durch zwei bejubelte Romane. Jemand, der mit dominierender Stimme schreibt, allwissend und voll schwarzem Humor“ – so zeichnet Karp das Bild des verstorbenen und des gesuchten "Paten“-Autoren. "Nur ein Idiot würde das machen“, sagt hingegen, aus eigener Erfahrung klug geworden, die "Scarlett“-Autorin Ripley dem "New Yorker“. "Man muss schon mehr als leicht verrückt sein, um eine Fortsetzung zu schreiben, auf die jeder wartet, nur um sie zu attackieren.“

Jeffrey Eugenides, für seinen jüngsten Roman "Middlesex“ in Amerika als neuer Superstar gefeiert, bringt nach Einschätzung des "New Yorker“ wohl einige der erforderlichen Eigenschaften mit. Zumal Francis Ford Coppolas Tochter Sofia mit der Verfilmung seines ersten Buchs "The Virgin Suicides“ ihr Debüt als Regisseurin feierte. Doch auch Eugenides weiß um die Gefahren der Fortsetzung eines solchen Klassikers. "Sie werden mir ein Angebot machen müssen, das ich nicht ablehnen kann.“

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