»Hey guten Morgen, wie geht es dir?«: Martina Hefter gewinnt den Deutschen Buchpreis - DER SPIEGEL
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Roman des Jahres Martina Hefter gewinnt den Deutschen Buchpreis

Der Roman »Hey guten Morgen, wie geht es dir?« ist das Buch des Jahres. Autorin Martina Hefter ist ihre eigene Protagonistin – und lässt sich auf Love-Scammer ein.
Martina Hefter: Autorin, Tänzerin, Performance-Künstlerin
Martina Hefter: Autorin, Tänzerin, Performance-Künstlerin

Martina Hefter: Autorin, Tänzerin, Performance-Künstlerin

Foto: Georg Wendt / dpa

Der Deutsche Buchpreis 2024 geht an die Autorin Martina Hefter für ihren Roman »Hey guten Morgen, wie geht es dir?«. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main bekannt.

Es handle sich um ein klug choreografiertes Buch, das »eine ganz eigene Anziehungskraft ausübt«, heißt es in der Begründung der Jury. »Auf faszinierende Weise verbindet der Roman zermürbenden Alltag mit mythologischen Figuren und kosmischen Dimensionen, er navigiert zwischen Melancholie und Euphorie, reflektiert über Vertrauen und Täuschung.«

Chat mit Love-Scammern

Die 59 Jahre alte Hefter lebt in Leipzig. Sie ist nicht nur Autorin, sondern auch Tänzerin und Performance-Künstlerin, so wie auch ihre Romanprotagonistin. In »Hey guten Morgen, wie geht es dir?« lebt die Mittfünfzigerin Juno in zwei Welten: Tagsüber pflegt sie ihren schwer kranken Mann, nachts taucht sie ab ins Internet.

Dort chattet sie mit sogenannten Love-Scammern: Dabei handelt es sich um Internetbetrüger, die mittels Fake-Profilen Kontakt zu Liebessuchenden aufnehmen und diese finanziell ausbeuten wollen. Juno lässt sich auf Love-Scammer aus Nigeria ein, doch versteckt ihre wahre Identität und man fragt sich irgendwann, wer hier wen betrügt. Und dann entstehen doch Momente wahrer Nähe.

Und es geht in dem Roman auch um das Altern, um Kolonialismus, um Sehnsüchte, Freundschaft und Liebe. Von diesen großen Themen erzählt Hefter lakonisch und zart.

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197 Romane gesichtet

Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Branche und wurde am Montag zum 20. Mal verliehen. Die siebenköpfige Jury hat dafür insgesamt 197 Romane aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gesichtet.

Unter den sechs Finalisten waren noch Maren Kames (»Hasenprosa«), Clemens Meyer (»Die Projektoren«), Ronya Othmann (»Vierundsiebzig«), Markus Thielemann (»Von Norden rollt ein Donner«) und Iris Wolff (»Lichtungen«).

Buchpreis-Finalisten Martina Hefter, Iris Wolff, Markus Thielemann, Clemens Meyer, Ronya Othmann, Maren Kames in Frankfurt am Main

Buchpreis-Finalisten Martina Hefter, Iris Wolff, Markus Thielemann, Clemens Meyer, Ronya Othmann, Maren Kames in Frankfurt am Main

Foto: Andreas Arnold / dpa

Vergeben wird der Buchpreis von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Er ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert: Der Sieger erhält 25.000 Euro, die übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2500 Euro. Im vergangenen Jahr gewann der Österreicher Tonio Schachinger mit seinem Roman »Echtzeitalter«.

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ptz/dpa