Salman Rushdie kündigt Buch über Attentat an: »Knife. Gedanken nach einem Mordversuch« - DER SPIEGEL
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»Knife. Gedanken nach einem Mordversuch« Salman Rushdie kündigt Buch über Attentat an

Im August 2022 stach ein Attentäter auf Salman Rushdie ein. Der Schriftsteller ist seither auf einem Auge blind. 2024 soll sein Buch mit Reflexionen nach dem Anschlag erscheinen: Er wolle so mit Kunst auf Gewalt antworten.
Schriftsteller Rushdie (bei PEN-Gala in New York im Mai): »Auf Gewalt mit Kunst antworten«
Schriftsteller Rushdie (bei PEN-Gala in New York im Mai): »Auf Gewalt mit Kunst antworten«

Schriftsteller Rushdie (bei PEN-Gala in New York im Mai): »Auf Gewalt mit Kunst antworten«

Foto: Jamie McCarthy / Getty Images

Im August 2022 war Salman Rushdie bei einem Attentat durch mehrere Stiche in den Nacken und in den Hals verletzt worden. Er ist seitdem auf dem rechten Auge blind und an der linken Hand eingeschränkt. »Knife: Meditations After an Attempted Murder«, so der Originaltitel seines Buches über den Angriff, wird am 16. April erscheinen. »Für mich war es notwendig, dieses Buch zu schreiben: Es ist meine Art, das, was geschehen ist, in den Griff zu bekommen und auf Gewalt mit Kunst zu antworten«, wird Rushdie in einer Mitteilung seines Verlages  Penguin Random House zitiert.

Der Täter war damals auf die Bühne in Chautauqua im US-Bundesstaat New York gesprungen, auf der Rushdie gerade eine Lesung beginnen wollte. Hadi Matar, der Attentäter, wurde wegen Körperverletzung und versuchten Mordes angeklagt. Er plädierte auf »nicht schuldig«.

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1989 hatte der iranische Ajatollah Khomeini eine Fatwa gegen Salman Rushdie ausgesprochen. Das damalige politische und religiöse Oberhaupt forderte damit alle Muslime auf, den Schriftsteller hinzurichten. Er warf Rushdie Blasphemie in seinem Roman »Die satanischen Verse« vor. In der Folge lebte der in Indien geborene Autor jahrelang in Isolation und unter Polizeischutz. In den letzten Jahren bewegte sich Rushdie aber in seiner Wahlheimat New York relativ frei – bis zu der Messerattacke in der Chautauqua Institution.

»Das ist eine Ich-Geschichte«

Unter dem Titel »Knife. Gedanken nach einem Mordversuch« wird das Buch zeitgleich mit dem Original auch in deutscher Sprache erscheinen. Die Übersetzung von Bernhard Robben veröffentlicht der Penguin Verlag. Zuletzt war im April 2023 Rushides jüngster Roman »Victory City« erschienen, den er aber bereits vor der Attacke vollendet hatte. Andere bekannte Werke des Schriftstellers, der von seinem 14. Lebensjahr an in England lebte, sind »Mitternachtskinder«, »Scham und Schande« oder »Des Mauren letzter Seufzer«. Rushdie spricht sich prominent für Meinungsfreiheit aus, er war Präsident der Schriftstellervereinigung PEN America. Am 20. Oktober wird er in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

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Der Verlagschef von Penguin Random House, Nihar Malaviya, nannte »Knife« ein »eindringliches Buch und eine Erinnerung an jene Macht der Worte, dem Undenkbaren einen Sinn zu verleihen«. Es sei eine Ehre für seinen Verlag, das Buch zu veröffentlichen. »Salmans Entschlossenheit, seine Geschichte zu erzählen und zu der Arbeit zurückzukehren, die er über alles liebt, ist wahrhaft beeindruckend.«

Der 76-jährige Rushdie hatte im Februar im Magazin »The New Yorker« bereits über seine Leidenszeit gesprochen. Dem Interviewer David Remnick sagte er, dass es ihm nach dem Attentat schwerfalle, fiktionale Texte zu schreiben. Ähnlich sei es ihm in den Jahren direkt nach der Fatwa gegangen.

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Über die Fatwa schrieb Rushdie ausführlich und in der dritten Person in seinem Memoir »Joseph Anton«, das 2012 erschien. Zur Messerattacke sagte Rushdie zu Remnick, sie fühle sich nicht nach dritter Person an: »Ich glaube, wenn jemand ein Messer in dich hineinstößt, dann ist das eine Erste-Person-Geschichte. Dann ist das eine Ich-Geschichte.«

feb/AP

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