Lewitscharoff-Debatte Deutscher Literaturbetrieb hält sich bedeckt
Sibylle Lewitscharoff bei der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 2013
Foto: Andre Hirtz/ picture alliance / dpaSibylle Lewitscharoff ist eine vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin. Mit 14 Literaturpreisen ist sie seit 1998 ausgezeichnet worden, so ist zumindest auf der Internetseite des Suhrkamp-Verlags zu lesen. Auch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit ihrem Georg-Büchner-Preis und die Leipziger Buchmesse haben Lewitscharoff geehrt."Wie stehen Sie zu einer Schriftstellerin, die bestimmte Menschen als 'Halbwesen' bezeichnet?" fragte SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist Georg Diez anlässlich der "Dresdner Rede" von Lewitscharoff.
Bernd Busch, Generalsekretär bei der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, die 2013 den Büchner-Preis an Lewitscharoff vergab, wollte sich überhaupt nicht zur aktuellen Debatte äußern - und er mochte auch nichts dazu sagen, ob die Akademie den Preis auch heute der Schriftstellerin zusprechen würde.
In Leipzig, wo Lewitscharoff 2009 für ihr Buch "Apostoloff" den Preis der Leipziger Buchmesse verliehen bekam, trennt man zwischen Werk und Haltung der Autorin: "Der Preis galt und gilt der literarischen Qualität des Werkes", teilt die Presseabteilung der Buchmesse auf Anfrage mit. "Eine Qualität, die unabhängig von den Meinungsäußerungen der Autorin ausgezeichnet und damit preiswürdig ist."
Suhrkamp, der Hausverlag von Lewitscharoff, lässt in seinem Statement zumindest einen Hauch von Distanzierung erahnen: "Der Text wurde weder vom Verlag veröffentlicht noch ist die Haltung, die in der Rede von Sibylle Lewitscharoff zum Ausdruck kommt, mit der des Verlags zu verwechseln", hieß es aus der Presseabteilung des Verlags.