Rekordsumme Beckmann-Gemälde für 20 Millionen Euro versteigert
»Selbstbildnis gelb-rosa« im Auktionshaus Grisebach in Berlin
Foto:LISI NIESNER / REUTERS
Max Beckmanns »Selbstbildnis gelb-rosa« ist bei einer Auktion in Berlin für 20 Millionen Euro versteigert worden. Damit ist das 1943 entstandene Bild des Malers und Bildhauers das teuerste, je in der Bundesrepublik versteigerte Kunstwerk. Zuvor war es vom Auktionshaus Grisebach auf 23 Millionen Euro geschätzt worden. »Seit 1945 wurde auf dem deutschen Auktionsmarkt kein vergleichbares Werk angeboten«, sagte Grisebach-Direktorin Micaela Kapitzky vor der Auktion.
Das Gemälde »Selbstbildnis gelb-rosa« gilt als Meisterwerk des deutschen Expressionismus. Die Versteigerung hatte bei 13 Millionen begonnen und erreichte nach dreieinhalb Minuten weitgehend in siebenstelligen Schritten das höchste Gebot. Mit den Nebenkosten sind nach Angaben des Auktionshauses 23,2 Millionen Euro zu zahlen.
Vor den Nazis in die Niederlande geflohen
Die Arbeit Beckmanns (1884-1950) stammt aus einer Schweizer Privatsammlung. Der Künstler malte das Werk während seines Exils in Amsterdam, wohin er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland emigriert war. Im Gemälde selbst finden sich allerdings keine direkten Hinweise auf die damalige Weltlage. Beckmann schenkte es seiner Frau Mathilde »Quappi« Kaulbach, die es bis zu ihrem Tod 1986 behielt.
Das Bild war den Angaben zufolge eines der raren Selbstporträts, das sich noch in privater Hand befand. Der Wert von Beckmanns Kunstwerken explodierte in den letzten Jahrzehnten. So waren zuletzt auf dem internationalen Markt das »Selbstbildnis mit Trompete« 2001 für umgerechnet gut 23 Millionen Euro und vier Jahre später das »Selbstbildnis mit Glaskugel« für mehr als 17 Millionen Euro in New York versteigert worden.