Alice Cooper über drogenfreies Leben: »Man muss nicht high sein, um ein Rocker zu sein« - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Alice Cooper über drogenfreies Leben »Man muss nicht high sein, um ein Rocker zu sein«

Rock-Ikone Alice Cooper ist der Meinung, dass Rocker nicht zwingend exzessiv Alkohol und Drogen konsumieren müssen. Der 76-Jährige blickt auf 42 Jahre Abstinenz zurück – allerdings gibt es hinter der Bühne auch heute noch Drogen.
Alice Cooper im Februar 2020 bei Benefizkonzert in Sydney
Alice Cooper im Februar 2020 bei Benefizkonzert in Sydney

Alice Cooper im Februar 2020 bei Benefizkonzert in Sydney

Foto:

Joel Carrett/ dpa

Seit 42 Jahren verzichtet Alice Cooper auf Alkohol und Drogen. Seinem Ruf als »Schock-Rocker« habe das nie geschadet, wie der 76-Jährige in einem Interview mit dem US-Magazin »People«  erzählte.

»Party like a Rockstar, das war immer die Devise«, so Cooper. Die Folgen dieses Mottos waren tragisch, wenn er auf sein damaliges Umfeld zurückschaut: »Alle meine Freunde starben mit 27. Jim Morrison, Jimi Hendrix und Janis Joplin – ich saß mit ihnen zusammen, trank und wurde high mit ihnen.«

Das habe sich glücklicherweise in den Siebzigerjahren verändert. Bis dahin seien nur Leute eingestellt worden, die »high waren oder mit dir tranken«, erzählt der »School's Out«-Sänger.

Heute seien die meisten seiner Rockerkollegen nüchtern. Auch Johnny Depp, Gitarrist in der gemeinsamen Band »Hollywood Vampires«, würde in den Proben nur noch alkoholfreies Bier trinken und Vapes rauchen. Trotzdem mache er sich Sorgen um Depp: »Er hat also unechte Zigaretten und unechten Alkohol, und ich habe ihm gesagt, dass er einen unechten Herzinfarkt bekommen wird«, scherzt Cooper.

Die Rock-Ikone wirkt auch dankbar für die Entwicklung hin zu weniger Alkohol- und Drogenkonsum in seinem Umfeld. »Die [Rolling] Stones würde es nicht mehr geben, wenn sie immer noch das tun würden, was sie in den Siebzigerjahren gemacht haben, und mich auch nicht«, erzählt Cooper dem »People«-Magazin. Vielleicht auch mit etwas Vorfreude auf seinen 77. Geburtstag in wenigen Tagen, am 4. Februar.

Nüchterner Rocker, geht das?

Rückblickend wirkt Cooper auch etwas stolz, den Alkohol hinter sich gelassen zu haben. Außerdem möchte er mit Klischees aufräumen. »Es ist noch nie jemand zu mir gekommen und hat gesagt: ›Wow, was für ein Weichei‹«, stellt der Musiker ermutigend fest. Und fügt hinzu, dass sich das Rocker-Potenzial nicht daran festmache, wie viel jemand trinke oder konsumiere: »Rock 'n' Roll ist eher eine Einstellung. Man muss nicht betrunken oder high sein, um ein Rocker zu sein.«

Ganz nüchtern ist er trotz seiner Überzeugungen jedoch nicht, wie Cooper schließlich zugibt: »Drogen hinter der Bühne [sind] immer noch da – nur sind es jetzt Bengay [Schmerzsalbe], Aspirin und Paracetamol«. Auch wenn diese wohl eher altersbedingt gebraucht werden.

Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter »Die Lage am Abend« – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail.

jmm