Charli xcx kommt in National Portrait Gallery in London - DER SPIEGEL
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Britische Popikone Charli xcx ist jetzt museumsreif

Auf Annäherungskurs mit dem Kulturestablishment: Erst lud Charli xcx ein Trio älterer Künstler fürs Album-Fotoshooting ein, jetzt ist sie auch noch in Brat-Haltung in einem altehrwürdigen Museum zu sehen.
• aus DER SPIEGEL 32/2026
Charli xcx, 2023 fotografiert von Harley Weir
Charli xcx, 2023 fotografiert von Harley Weir

Charli xcx, 2023 fotografiert von Harley Weir

Foto:

Harley Weir / Warner Music

Am Freitag erschien »Music, Fashion, Film«, das neue Album von Charli xcx. Bei dem Fotoshooting für das Cover hatte die junge Sängerin drei zum Teil ältere Männer versammelt, die für die im Titel genannten Schaffensformen stehen: den Avantgardemusiker John Cale, den Regieautorenstar Martin Scorsese und den Modeschöpfer Marc Jacobs. Charli xcx selbst ist auf dem Bild nicht zu sehen.

Das schon im Juni öffentlich gemachte Foto ist ein interessanter Move für die Künstlerin, die zwei Jahre zuvor den bis dahin eher negativ besetzten Begriff »Brat« (etwa: Göre) positiv umdeutete und für ein trotziges, widerständiges, auf Traditionen pfeifendes weibliches Weltbild verbreitete. Was bedeutet es, dass Charli xcx drei in ihren Disziplinen längst ikonischen und kanonischen Männern die Bühne bereitet? Will sie jetzt selbst im klassischen Kulturbetrieb mitmischen?

DER SPIEGEL 32/2026

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Ein weiteres Indiz dafür wäre die jüngste Aktion, mit der die Veröffentlichung ihres neuen Albums begleitet wird. Wie die berühmte britische National Portrait Gallery mitteilte, soll dort nun auch ein Foto von Charli xcx an den von prominenten Gesichtern geschmückten Wänden hängen.

Kuratorin Brandei Estes erklärt zum Ankauf, dass Charli xcx schon deshalb einen Platz in dem Londoner Museum verdiene, da sie eine der Kultur definierenden Figuren ihrer Generation sei. Ausgewählt wurde ein Porträt, das die Fotografin Harley Weir 2023 von dem Popstar aufgenommen hatte. Es zeigt Charli xcx – quasi in Vorbereitung auf den »Brat«-Sommer 2024 – in trotziger Pose und mit rausgestrecktem Bauchnabel an eine Wand lehnend. Die Haare wirken wie ein zerrupftes Vogelnest, die Augen verschwinden unter flächigen schwarzen Kajalstrichen.

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So gesehen kontert Charli xcx ihre Annäherung ans Kulturestablishment mit ihrer gewohnten Ihr-könnt-mich-alle-mal-Haltung. Dem Verkauf ihres Albums wird es nicht schaden. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn sie diese Woche nicht die neue Nummer eins der britischen Charts wird.

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