Legendäre Musikerin Dolly Parton Ein funkelndes Leben
Dolly Parton war die Königin des Country: 3000 Songs, mehr als hundert millionenfach verkaufte Alben, 80 Nummer-eins-Hits in unterschiedlichen Charts. Partons Leben, das in einer ärmlichen Holzhütte begann, war ein amerikanischer Traum.
Geboren wird Dolly Rebecca Parton (hinten rechts) im Januar 1946 als viertes von insgesamt zwölf Kindern. Sie wächst in bitterarmen Verhältnissen im östlichen Tennessee auf.
Nancy Barr Brandon / MPI / Captital Pictures / picture alliance
Ihre Karriere in der Countrymusik beginnt früh: Mit vier Jahren schreibt sie ihr erstes Lied, mit 13 Jahren nimmt sie ihre erste Single auf. Das Foto zeigt sie 1960 im Alter von 14 Jahren.
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1959 steht sie mit 13 Jahren erstmals auf der Bühne der ehrwürdigen Grand Ole Opry, dem Mekka der Countryszene, wo Johnny Cash dem Publikum das Wunderkind vorstellt. Fast 20 Jahre später stehen sie wieder zusammen dort, wie das Foto aus dem Jahr 1978 zeigt.
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1967 beginn ihr Aufstieg als Bühnenpartnerin von Porter Wagoner, der die Blondine als Sidekick und Zweitstimme für seine musikalische Show engagiert. Dann wird sie erfolgreicher als er und möchte die Zusammenarbeit beenden. Eine schwierige Trennung, über die sie einen Song schreibt: »I will always love you«.
Schnell wird Parton zum Superstar: 1971 hat sie mit »Joshua« ihren ersten Nummer-eins-Hit in den Country-Charts – danach geht es immer weiter bergauf. Hier posiert sie 1976 mit Fans für Fotos.
Einige Jahre zuvor heiratet sie Carl Dean, Dolly Parton ist damals 20 Jahre alt. Sie schätzt seine Integrität, er beobachtet ihren Erfolg lieber aus der Ferne. Die beiden werden bis zu seinem Tod 2025 zusammenbleiben.
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Dolly Partons Markenzeichen: ihre blonde Perücke. Angeblich hatte sie für jeden Tag des Jahres eine andere. Entweder als Lockenkopf…
…oder auch mit fransigem Pony. Eine »Dumb Blonde«, eine dumme Blondine, will sie aber nicht sein: »Ich weiß ja selbst am besten, dass ich nicht dumm bin«, sagte sie einmal: »Und nicht blond«.
Strass und Glitzer dürfen bei Partons Erscheinungsbild nicht fehlen. »Ein Strassstein funkelt genauso gut wie ein Diamant«, sagte sie einmal. Ein anderer berühmt gewordener Spruch von ihr lautet: »Es kostet ne Menge Geld, so billig auszusehen.«
Mit »Jolene« wird Dolly Parton zu einer der größten Songwriterinnen des 20. Jahrhunderts. Angeblich soll sie das Lied an einem einzigen Tag geschrieben haben.
Partons 1974 veröffentlichter Countrysong »I Will Always Love You« wird 1992 in der Version von Whitney Houston zum Welthit. Und zum Weltrekord: Mit mehr als 20 Millionen Verkäufen ist es der erfolgreichste Song, den eine Frau jemals geschrieben hat. Parton heimst im Laufe ihrer Karriere etliche Preise ein. Hier ist sie bei den Country Music Awards 2016 zu sehen.
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»Workin’ 9 to 5, what a way to make a livin’«, klagt Parton in ihrem Hit über die Arbeitswelt. Es ist der Titelsong der feministischen Komödie »9 to 5«, in der sie an der Seite von Jane Fonda und Lily Tomlin auch als Schauspielerin auftritt. Darin verbünden sich drei Kolleginnen, um ihren unerträglichen Chef zu beseitigen.
Parton hat nicht nur mit der Musik Erfolg, sondern ist auch weiter auf der Leinwand zu sehen: Gemeinsam mit Sylvester Stallone spielt sie eine der Hauptrollen im Film »Rhinestone«.
Die Sängerin macht keinen Hehl aus ihren zahlreichen Schönheits-OPs und beweist dabei Selbstironie: »Ich war die erste Frau, die ihren BH verbrannt hat, die Feuerwehr hat vier Tage gebraucht, um das Feuer zu löschen.«
Parton wollte etwas verändern: Selbst Tochter eines Analphabeten, gründet sie die »Imagination Library«. Kinder bis zum Alter von fünf Jahren sollen monatlich ein Buch geschenkt bekommen. Zehntausende Kinder profitieren von Partons sozialem Engagement.
Starkes Selbstbewusstsein, cleverer Geschäftssinn, menschliche Integrität: Dolly Parton ist ein Vorbild für die nächste Generation von Künstlerinnen – etwa für Miley Cyrus, ihre Patentochter.
In den Ruhestand wollte sie nie gehen, lieber »auf der Bühne sterben«. Dieser Wunsch blieb Parton verwehrt. Am 25. August ist sie im Alter von 80 Jahren nach einer kurzen Krebserkrankung gestorben.
Den SPIEGEL-Nachruf auf Parton lesen Sie hier .