Zum Tod von Ebo Taylor Der Musik-Zauberer
Musiker Taylor
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Im vergangenen Jahr machte er noch einmal eine Platte. Ein paar amerikanische Produzenten hatten seine Musik entdeckt und wollten sie einem neuen Publikum nahebringen. »Ebo Taylor JID22« atmete den ganzen Zauber, den seine Musik immer schon hatte, die Stücke waren von den wunderbaren Rhythmen getragen, die Taylor der westafrikanischen Tradition und dem Jazz und Funk des schwarzen Amerika abgelauscht hatte – und war lustigerweise sein zweites Alterswerk.
2010 hatten deutsche Afrobeat-Begeisterte ihn schon einmal für westliche Hörerinnen und Hörer wiederentdeckt, »Love and Death« hieß das meisterhafte Album damals, das er mit ihnen einspielte. Ebo Taylor, geboren in Cape Coast in Ghana, lernte als Kind, Klavier zu spielen, und war seit den Sechzigern als Gitarrist eine zentrale Figur der westafrikanischen Musikszene. Ganz ähnlich wie Fela Kuti in Nigeria – mit dem Taylor oft zusammenspielte – verband er die Musik Westafrikas mit den Sounds, die ab den Sechzigern aus den USA über den Atlantik kamen – und die ja selbst Wurzeln in der afrikanischen Musik hatten. »Black Atlantic« nennen Kulturwissenschaftler diesen Austausch heute. »Ich habe das Gefühl, dass ich immer noch Jazz spiele, aber mit ghanaischen Rhythmen«, sagte Taylor in einem Interview. »Es gibt amerikanische Einflüsse, aber dahinter steht die afrikanische Kultur.« Ebo Taylor starb im Alter von 90 Jahren.