Popband Gorillaz Affentanz per Fernbedienung
Die Zeiten, als Interaktivität zwischen Zuschauer und Fernseher nur aus dem Bedienen der Fernbedienung zum Programmwechsel und dem Drücken verschiedener Knöpfe am Gerät selbst bestand, gehören schon seit längerem der Vergangenheit an. Interaktives Fernsehen bietet mittlerweile weitaus mehr, auch wenn es in den Medien nach wie vor hinter Meldungen über das Internet, Mobilfunk und potentiellen Verbindungen zwischen beiden weit zurück liegt. Ob iTV, so die offizielle Kurzform, durch das laut BBC am kommenden Freitag veröffentlichte Spiel "Zombie Kong" der Band Gorillaz mehr Aufmerksamkeit erfahren wird, ist zwar fraglich, doch zumindest ist wohl niemand besser geeignet als die "virtuelle" Popgruppe, um diesen Versuch zu unternehmen.
Denn die von Blur-Sänger Damon Albarn im Jahr 2000 gegründete Comic-Combo Gorillaz, ist mit ihrem Anspruch auf gesichtslose Multimediapräsenz wie geschaffen für iTV. Sie erscheinen als Band nie in der Öffentlichkeit, spielen auf Konzerten nur als Silhouetten hinter weißen Leinwänden und treten in ihren von "Tank Girl"-Macher Jamie Hewlett kreierten Videos als Zeichentrickcharaktere auf - mit einem Comic-Gorilla als Kopf der Band. Als solche werden sie dann auch in dem an den Klassiker "Donkey Kong" angelehnten Spiel auftauchen, in welchem der Zuschauer mittels seiner Fernbedienung eines der Bandmitglieder ("Noodle") durch zwölf Level steuern können soll.
Dem auf PlayJam, einem interaktivem Fernsehsender mit weltweit über 89 Millionen Nutzern, laufenden Spiel ist zumindest in Großbritannien, der Heimat der Gorillaz, der Erfolg garantiert. Denn im Gegensatz zu Deutschland verfügt auf der Insel mittlerweile fast jeder dritte Haushalt über einen Zugang zu interaktivem Fernsehen, wie durch eine von der Firma Jupiter MMXI im Oktober letzten Jahres durchgeführte Umfrage festgestellt wurde. Dass Gorillaz mit ihrer Hit-Single "Clint Eastwood" eine der erfolgreichsten britischen Bands der letzten Jahre ist, wird ein Übriges dazu tun.