Zum Tod von Jason Collins Der Mutige
NBA-Spieler Jason Collins
Foto:Jonathan Bachman / AP / dpa
Über Jahre hinweg trug der frühere Basketballer die Trikotnummer 98 – eine Zahl, die kein Zufall war. Sie stand für das Jahr 1998, in dem Matthew Shepard, ein schwuler Student aus Wyoming, mutmaßlich wegen seiner sexuellen Orientierung ermordet worden war. Jason Collins trug die Trikotnummer als stilles Gedenken. Nach außen war Collins ein solider NBA-Profi auf der Position des Centers – 2,13 Meter groß und ein guter Verteidiger. Nach innen verteidigte er ein Geheimnis, das er erst im Alter von 34 Jahren preisgab.
Im April 2013 schrieb er einen Artikel für das Magazin »Sports Illustrated«. Darin bekannte er sich als erster aktiver Spieler in einer der vier großen US-Sportligen öffentlich zu seiner Homosexualität. »Wenn ich es mir hätte aussuchen können, hätte das jemand anderes vor mir getan«, schrieb er. »Niemand hat es getan. Deshalb melde ich mich.« Er wollte sich nicht länger verstecken.
Nach seinem Outing rief ihn Barack Obama an. Das »Time Magazine« nahm ihn in die Liste der 100 einflussreichsten Personen der Welt auf. Collins wurde zum Vorbild für eine Generation von Athleten, die sich in den Jahren nach ihm outeten.
Im September 2025 machte er seine Krebsdiagnose öffentlich. Acht Monate kämpfte er gegen den Gehirntumor. Als er vergangene Woche einen Ehrenpreis für sein soziales Engagement erhielt, war er zu geschwächt, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. Sein Zwillingsbruder Jarron stand an seiner Stelle auf der Bühne und sagte: »Er ist der mutigste, stärkste Mann, den ich je gekannt habe.«
Jason Collins starb im Alter von 47 Jahren in Los Angeles.