Springer: Ex-»Welt«-Chefredakteur Jan Philipp Burgard kehrt zurück - DER SPIEGEL
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Früherer »Welt«-Chefredakteur Jan Philipp Burgard kehrt zurück zur Springer-Familie

Nach Berichten von »unangebrachtem Verhalten« räumte der »Welt«-Chefredakteur seinen Posten. Nun spricht Springer von einer »schweren Herzoperation«, die Jan Philipp Burgard hinter sich habe – und hat einen neuen Job für ihn.
Jan Philipp Burgard (im Januar 2025)
Jan Philipp Burgard (im Januar 2025)

Jan Philipp Burgard (im Januar 2025)

Foto: Eventpress Kochan / picture alliance

Der ehemalige Chefredakteur der »Welt», Jan Philipp Burgard, wird Global Reporter beim Medienkonzern Axel Springer. Er soll künftig die Nahostberichterstattung mit Sitz in Tel Aviv verantworten, wie das Unternehmen mitteilte. Burgard trete die neue Aufgabe an, sobald er sich vollständig von einer schweren Herzoperation erholt habe.

Er folgt auf den Journalisten Constantin Schreiber, der sich den Angaben zufolge künftig stärker auf Podcast-Formate konzentrieren und aus familiären Gründen von Deutschland aus arbeiten soll.

Das sogenannte Global Reporters Network bündelt Reporterinnen und Reporter verschiedener Marken wie »Bild«, »Welt« und »Politico«, um internationale Recherchen und Analysen markenübergreifend zu produzieren.

Burgard hatte seinen Posten als Chefredakteur Anfang des Jahres aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Berichte über ein angebliches Fehlverhalten wies er über seinen Anwalt als »nachweislich falsch« zurück und kündigte rechtliche Schritte an; auch der Konzern erklärte, entsprechende Hinweise hätten sich nicht erhärtet, und es lägen keine Beschwerden vor.

Die »New York Times « hatte seinerzeit von einer mutmaßlichen internen Untersuchung bei Axel Springer berichtet. Jan Philipp Burgard soll demnach Anfang Januar von der Konzernspitze gefragt worden sein, ob er sich auf der Weihnachtsfeier gegenüber weiblichen Angestellten des Unternehmens »unangebracht« verhalten habe – und konkret, ob er Mitarbeiterinnen »geküsst« habe. Burgard habe sich im Gespräch nicht mehr erinnern können, des Alkohols wegen, und sei kurz darauf gebeten worden, seinen Rücktritt einzureichen. Der Bericht ist auch heute noch im Onlineangebot der Zeitung abrufbar.

Lesen Sie hier  die SPIEGEL-Analyse zum Rücktritt – und warum der Fall Burgard kein neuer Fall Reichelt ist und für Axel Springer dennoch ein Problem.