»All's Fair« mit Kim Kardashian: Für die Kritik »die schlechteste TV-Serie des Jahres« - DER SPIEGEL
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»All’s Fair« mit Kim Kardashian Die Kritik wütet über »die schlechteste TV-Serie des Jahres«

Kim Kardashian als Scheidungsanwältin, neben Glenn Close oder Naomi Watts: Die neue Serie von Ryan Murphy klang nicht uninteressant. Doch TV-Kritiker sind erschüttert über »All’s Fair«: »So schlecht, dass es nicht mal Spaß macht.«
Schauspielerinnen Kardashian und Watts in »All’s Fair«: »Steif, emotionslos, ohne jeden authentischen Ton«
Schauspielerinnen Kardashian und Watts in »All’s Fair«: »Steif, emotionslos, ohne jeden authentischen Ton«

Schauspielerinnen Kardashian und Watts in »All’s Fair«: »Steif, emotionslos, ohne jeden authentischen Ton«

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Ser Baffo / Disney+

Ryan Murphy ist ein Fernsehmacher, für den gilt: Wer viel macht, macht auch schon mal Fehler. Einige seiner Serienprojekte sind böse gefloppt. Aber insgesamt gilt der 59-Jährige als einer der mächtigsten Fernsehmänner der USA. Er schuf erfolgreiche Serien wie »Glee«, »American Horror Story«, »9-1-1« oder »Monster«, gewann sechs Emmys und unterschrieb einst einen gigantisch bezahlten Entwicklungsvertrag für Netflix.

Doch sein neuestes Projekt für den US-Streamingdienst Hulu (in Deutschland bei Disney+) wird nun mit seltener Einhelligkeit von der internationalen Fernsehkritik verrissen. Klar, ein großer Name wie Murphy braucht nicht auf Schonung zu hoffen. Aber sicher spielt auch mit hinein, dass eine der Hauptdarstellerinnen der Serie »All’s Fair« zwar eine eher unerfahrene Schauspielerin ist – aber zugleich eine der bekanntesten Medienpersönlichkeiten der Gegenwart: Kim Kardashian.

Anwältinnendarstellerinnen Nash und Kardashian: Dagegen wirkt »And Just Like That« wie »Heimat«

Anwältinnendarstellerinnen Nash und Kardashian: Dagegen wirkt »And Just Like That« wie »Heimat«

Foto: Ser Baffo / Disney+

Der Rezensionsaggregator »Rotten Tomatoes« hat bis Donnerstagnachmittag nur eine halbwegs positive Kritik von insgesamt 18 gefunden – und bei den einflussreichen »Top Critics« steht das »Tomatometer«  bei null Prozent: Alle Rezensionen sind negativ. Hier einige Beispiele:

Lucy Mangan vom britischen »Guardian« vergibt eine seltene Null-Sterne-Wertung und beginnt ihre Kritik  mit den Worten: »Ich wusste nicht, dass es noch möglich ist, dermaßen schlechtes Fernsehen zu machen.« Die Serie über eine Kanzlei von Scheidungsanwältinnen (neben Kardashian auch Naomi Watts und Niecy Nash) sei »auf faszinierende, unverständliche, existenzielle Weise schrecklich«. Sie habe gedacht, das einzig Gute am »Sex and the City«-Nachfolger »And Just Like That« sei gewesen, dass sie der Sargnagel für diese Sorte Serie gewesen sei, schreibt die Kritikerin: »Aber neben ›All’s Fair‹ wirkt sie wie ›Heimat‹«, bezieht sie sich auf Edgar Reitz berühmte Schwarz-Weiß-Serie. Ihr Fazit ist: »So schlecht, dass sie nicht gut ist. Nicht mal annähernd.«

Szene aus »All’s Fair«: Was sucht Glenn Close da?

Szene aus »All’s Fair«: Was sucht Glenn Close da?

Foto: Ser Baffo / Disney+

Ihr Kollege Ben Dowell von der Londoner »Times« gratuliert  Kim Kardashian voller Sarkasmus: »Gut gemacht, Kim. Du musst ein ziemlich gesundes Ego haben, wenn du mitspielst im möglicherweise schlechtesten TV-Drama, das je gemacht wurde.« Das Drehbuch wirke, als sei es verfasst worden von einem Kleinkind, das nicht mal »Po« an die Wand schreiben könne, ätzt der Kritiker. Er fragt sich, was die preisgekrönte Schauspielerin Glenn Close in diesem Ensemble von Figuren suche. Kim Kardashian sei für die Schauspielerei das, was Dschingis Khan für friedliche, liberale Demokratien sei, befindet Dowell.

»Ryan Murphy ist der Hohepriester des billigen, geschmacklosen Fernsehens« – Ed Power vom »Daily Telegraph«  hatte offenbar eher niedrige Erwartungen. »Aber in diesem Jahr hat er sich selbst übertroffen mit einer Sendung voller hirnverdrehendem Horror, der mit Sicherheit Albträume bei nichts ahnenden Zuschauern auslösen wird.« Und damit sei nicht mal Murphys Netflix-Serie über den Serienmörder Ed Gein gemeint. Kim Kardashians Teilnahme an »All’s Fair« sei dabei »nur ein Desaster unter vielen«.

Szene aus »All's Fair«: Dann lieber Instagram

Szene aus »All's Fair«: Dann lieber Instagram

Foto: Ser Baffo / Disney+

Es sind aber nicht nur die notorisch scharfzüngigen Briten, die kein gutes Haar an der Serie lassen. »Eine auf peinliche Weise schreckliche Serie mit Drehbüchern, die schlechter sind, als das, was ChatGPT vor zwei Jahren ausspuckte, und schauspielerischen Leistungen, die hinter lokalen Weihnachtsmärchen-Aufführungen zurückbleiben«, befand Kelly Lawler von »USA Today« . Nicht mal zum »Hate-Watching« tauge die Serie: »Sie ist so steif, künstlich und unbeholfen, dass nicht einmal ein Glas Wein und von Halloween übrig gebliebene Süßigkeiten« sie retten könnten. Andere schlechte Serien würden sich wenigstens darum bemühen, etwas Gutes zu schaffen – und daran scheitern. »All’s Fair« sei eine Beleidigung für den Rest der Branche.

In Deutschland räumt Carolin Gasteiger von der »Süddeutschen Zeitung«  ein: »Man will ja Kim Kardashian nicht das Schauspielern verbieten. Aber man müsste.« Für die Kritikerin ist »All’s Fair« »ein in Serie gegossener Instagram-Account – voller Persönlichkeiten, die man sehen will«. Aber der echte Instagram-Account von Kim Kardashian sei interessanter.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, Ryan Murphy habe in seiner Karriere sechs Grammys erhalten. Tatsächlich waren es sechs Emmys. Wir haben den Fehler korrigiert.

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