"Babylon Berlin": Trailer zur 3. Staffel - exklusiv - DER SPIEGEL
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Trailer zur dritten "Babylon Berlin"-Staffel "Und in der Seele brennt nichts als Schmerz"

Menschen im Sturm auf die Banken, Gesichter im Drogenrausch: Sehen Sie hier exklusiv den ersten Trailer zur dritten Staffel "Babylon Berlin", die nächstes Jahr im deutschen Fernsehen läuft.
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Eine Frau mit pechschwarzer Bubikopf-Frisur singt auf einem Filmset einen düsteren Schlager mit leid- und lustvoll gerolltem R, "Und in der Seele brennt nichts als Schmerz". Menschenmassen stürmen in ein Bankgebäude, Stiefel marschieren, und vor dem lädierten Gesicht des Helden sieht man die Füße eines Mannes zappeln, der sich offensichtlich erhängt hat. Der erste Trailer zur lang erwarteten dritten Staffel von "Babylon Berlin" ist ein fatalistischer Entfesselungsakt.

Weltwirtschaftskrise, Umbruch in der Filmindustrie, Faschismusaufmarsch - das alles klingt schon in den 1:20 Minuten langen Ankündigungsfilm an.

Die neue Folgen der Mammutserie (Produktion: X Filme Creative Pool in Koproduktion mit ARD Degeto, Sky, WDR und Beta Film) orientieren sich an Volker Kutschers Roman "Der stumme Tod", die Handlung beginnt zehn Monate nach den Ereignissen der ersten beiden Staffeln: Kommissar Rath (Volker Bruch) wird zu einem Filmset gerufen, an dem eine berühmte Schauspielerin von einem Scheinwerfer erschlagen wurde.

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Neben Bruch und Co-Star Liv Lisa Fries treten ein weiteres Mal Lars Eidinger, Thomas Thieme, Fritzi Haberlandt und Karl Markovics an.

Neu kommen Ronald Zehrfeld, Meret Becker, Peter Jordan und Bernhard Schütz dazu. War das erste "Babylon Berlin"-Paket in zwei Staffeln mit jeweils acht Folgen à 45 Minuten unterteilt, so wird der Nachschub nun in einer Staffel aus 12 Folgen gereicht. Bei Sky starten die neuen Folgen im kommenden Winter, bei der ARD im Herbst 2020. Für Regie und Drehbuch zeichnen wieder Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries im Verbund verantwortlich.

Die drei Filmemacher hatten schon direkt nach der Fertigstellung der ersten beiden Staffeln mit der Entwicklung der Fortsetzung begonnen, doch dann zog sich das Projekt, weil die ARD als größter Geldgeber kein definitives grünes Licht geben wollte. Es begann ein zähes Hickhack, auch weil im öffentlich-rechtlichen Senderverbund intern kontrovers darüber diskutiert wurde, ob man mit dem teuren Projekt nicht eher der privaten Konkurrenz zu Ruhm und Publikum verhelfe als sich selbst.

Ekstase, Angst, Verfall

Tykwer hatte damals aus der Schreibstube in einem Gespräch mit dem "Hollywood Reporter" erklärt, dass es in den neuen Folgen noch stärker um das Thema Drogen gehen solle - zum Beispiel um Heroin, das damals in Apotheken erhältlich gewesen sein soll, und um Versuche mit Methamphetamin.

Über Details aus der neuen Staffel wird von Produzentenseite noch ein großes Geheimnis gemacht. Dass nicht alle Drogenexperimente in der Serie gut ausgehen, kann man allerdings schon in der Trailer-Szene ahnen , in der Christian Friedl als Polizeifotograf Gräf im Wahn sein Spiegelbild anschreit.

Ekstase, Angst, Verfall werden also auch diesmal die Themen bei "Babylon Berlin" sein - mit möglicherweise vielen Verweisen auf unsere Gegenwart, die sich im rasenden Umbruch befindet.

Dass dabei von der Serie auch die massiven Veränderungen in der Filmbranche zum Thema gemacht werden, ist natürlich von besonderer Bedeutung: Denn der beschriebene Umbruch vom Stumm- zum Tonfilm, der damals viele Stummfilmstars die Karriere kostete, war so massiv wie der jetzige zwischen klassischem Fernsehen und Streaming-Produktionen. "Babylon Berlin", diese hybride Koproduktion von ARD und Sky, die beim letzten Mal über beide Ausspielkanäle funktioniert hat, könnte da allem geballten Fatalismus in der Handlung zum Trotz einer ganzen Branche Hoffnung spenden.