Plädoyer für Schockmomente in der Kunst Schauspieler Matt Smith findet Triggerwarnungen überflüssig
Schauspieler Matt Smith: »Ist es nicht der Sinn des Ganzen, erschreckt zu werden?«
Foto: Mike Marsland / Sky / NOW / Getty ImagesDer britische Schauspieler Matt Smith hat in einem Gespräch mit der »Times of London« seine Kritik an Triggerwarnungen bekräftigt. Dabei geht es um die Kennzeichnung von Inhalten, die manche Zuschauerinnen oder Zuschauer verstören könnten, etwa Nacktheit, Vergewaltigungen oder Suizid.
Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter »Die Lage am Abend« – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail.
»Ich bin nicht sicher, ob ich mit Triggerwarnungen einverstanden bin«, sagt Smith in typisch britischem Understatement. »Ist es nicht der Sinn des Ganzen, erschreckt zu werden?« Für Smith ist es »in Ordnung, sich beim Betrachten eines Gemäldes oder beim Anschauen eines Theaterstücks unwohl zu fühlen oder provoziert zu werden«. Er findet, das sollte die Normalität sein. Warnungen sind für ihn nicht notwendig. Im Gegenteil: »Ich mache mir Sorgen, dass alles heruntergeschraubt und verdummt wird. Wir sagen den Zuschauern, dass sie Angst haben werden, bevor sie etwas gesehen haben.«
Smith ist bekannt geworden durch die TV-Serie »Doctor Who«, in der er vier Jahre lang die Hauptrolle spielte. Andere kennen ihn als Prinz Daemon Targaryen aus »House of the Dragon« , dem Spin-Off der Fantasy-Erfolgsserie »Game of Thrones«. Anhand von »Doctor Who« hatte Smith bereits im Februar in britischen Medien seine Abneigung gegen Triggerwarnungen erklärt . »Ich fand das immer eine der großartigen Seiten von Doctor Who, dass man Kinder auf kontrollierte Weise erschreckt«, sagte er. »Stellen Sie sich vor, Sie sagen zu Kindern, die Doctor Who schauen: ›Übrigens, das könnte euch erschrecken.‹ Nein, das ist nichts für mich.«
Mehrere britische Schauspieler haben sich in diesem Jahr bereits negativ über Triggerwarnungen geäußert. Judi Dench sagte, sie sei überrascht, dass Theaterbesucher routinemäßig vor potenziell belastenden Inhalten wie sexueller Gewalt, Brutalität und lauten Geräuschen gewarnt werden: »Wenn Sie so empfindlich sind, gehen Sie nicht ins Theater.«