Jimmy Fallons Premiere: Streber und Klassenclown übernimmt "Tonight Show"
"Tonight Show"-Premiere US-Medien feiern Talk-Einstand von Jimmy Fallon
New York/Hamburg - Jimmy Fallon hat seinen Einstand als neuer Host der "Tonight Show" hinter sich gebracht. In der Nacht zu Dienstag präsentierte der Talkmaster die legendäre NBC-Sendung zum ersten Mal. Er hatte sie von seinem Vorgänger Jay Leno, der 22 Jahre lang ihr Gastgeber war, übernommen.
Für seine Premiere hatte er sich ein beeindruckendes Staraufgebot eingeladen. Breitbandsympath Will Smith setzte sich als erster Gast zu ihm. Die Band U2 spielte auf dem Dach des 70 Stockwerke hohen Rockefeller-Gebäudes, Robert De Niro, Lindsay Lohan, Lady Gaga, Mike Tyson, Mariah Carey, Seth Rogen und Sarah Jessica Parker und weitere hatten Auftritte. Als Gag brachten die meisten Gäste hundert Dollar mit. Sie hätten mit Fallon gewettet, dass er die "Tonight Show" nie übernehmen würde.
Seine Ehrfürchtigkeit vor der großen Sendung war ihm anzumerken. "Ich werde mein Bestes geben und eine Weile auf diese Show aufpassen", versprach der 39-Jährige.
Nicht gerade ein Knall
Die US-Medien konnte er mit seinem Staraufgebot und einer soliden und herzlichen Performance schon mal weitgehend überzeugen. Fallon hätte keinen besseren ersten Abend hinlegen können, schreibt der "Hollywood Reporter". Er sei ein Sympathieträger für das breite Publikum, das die Sendung habe. "Er beleidigt nicht, er ist nett, er ist fröhlich, er nimmt sich selbst nicht ernst, er verulkt andere, ohne ihnen wehzutun."
Die "New York Times" freute sich über die Verjüngung der Show: "Jimmy Fallon wirkte wie ein frisch approbierter Arzt, der die Praxis eines in Rente gehenden Gerontologen übernimmt". Und bemerkte ebenfalls, wie nett alle zueinander waren, was eines der Geheimnisse der Sendung sei. Das Debüt sei eher süß als frech gewesen, Fallon sei eben der "Klassenclown mit Top-Noten und einem guten Herz".
Die "Chicago Tribune" befand, dass die Fallon-Ära nicht gerade mit einem Knall begann, dass aber ein Fallon in Bestform "seine bewährte Mixtur aus altmodischer Höflichkeit, Pennäleralbernheit und einem unerschöpflichen Enthusiasmus" ablieferte, mit der er seine Zuschauer, die Senderbosse und befreundete Stars stets begeistert.