Zum Tod von Claudine Longet Liebe, Drama, Wahnsinn
Sängerin Claudine Longet
Foto: ZUMA Press / IMAGOIhre Lebensgeschichte liest sich wie die Vorlage für ein besonders dramatisches Biopic: Claudine Longet wurde 1942 in Paris geboren, mit 18 Jahren trat sie bei der legendären französischen Folies Bergère Revue als Showgirl in Las Vegas auf. Dort lernte sie den US-amerikanischen Entertainer Andy Williams ( »It’s The Most Wonderful Time Of The Year«) kennen; die beiden heirateten 1961.
Wenige Jahre später veröffentlichte Longet ihr erstes Soloalbum, eine Easy-Listening-Platte im Sound der Sechziger, die es bis auf Platz 11 der Billboardcharts brachte. Auch als Schauspielerin hatte Longet Erfolg: An der Seite von Peter Sellers war sie im Jahr 1968 in der Komödie »Der Partyschreck« zu sehen.
Kurz darauf verdüsterte sich ihr Leben: Mit Williams war sie 1968 in Los Angeles in dem Hotel zu Gast, in dem der US-amerikanische Präsidentschaftsbewerber Robert F. Kennedy, mit dem die beiden befreundet waren, erschossen wurde.
1976 schließlich saß sie selbst auf der Anklagebank eines spektakulären Mordprozesses, der die USA erschütterte: Ihr wurde vorgeworfen, im luxuriösen US-Skiort Aspen, Colorado, ihren Liebhaber, den Skirennfahrer und Olympiateilnehmer Vladimir »Spider« Sabich erschossen zu haben. Weil Beweismittel in dem skandalösen Verfahren nicht verwendet werden konnten, saß Longet wegen »Totschlags im minderschweren Fall« schließlich nur 30 Tage in Haft. Sie heiratete ihren Anwalt und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück.
Ein Lied, das die Rolling Stones über den Fall schrieben, konnte aus juristischen Gründen erst Jahrzehnte später erscheinen . Claudine Longet starb im Alter von 84 Jahren.