Absolventenkongress: Jobsuche als Massenveranstaltung - DER SPIEGEL
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Absolventenkongress Jobsuche als Massenveranstaltung

Am Mittwoch und Donnerstag werden sich wieder 12.000 junge Akademiker in zwei Kölner Messehallen drängeln. 400 Unternehmen, von klein bis groß, von innovativ bis namhaft, haben dort ihre Stände aufgebaut. Da ist Herausputzen angesagt - auf beiden Seiten.
Von Michael Hahn
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Damen kommen im Business-Kostüm. Und die Herren stecken durchweg im Zweireiher. Das ist der Dresscode beim Kölner Absolventenkongress. Doch nicht nur das Outfit muss stimmen. "Gut vorbereiten" lautet der Ratschlag der Personalabteilungen quer durchs Land, denn eine gute Bewerbungsmappe ist die halbe Miete. Aber: Wer nicht wirklich weiß, was er will, kommt im spontanen Vorstellungsgespräch schnell ins Stammeln - und weg sind die Aussichten auf den Job.

Rund 12.000 Studenten, Absolventen und "Young Professionals" werden zur größten deutschen Bewerbermesse erwartet. Rein rechnerisch stehen ihre Chancen, in Köln den ersten oder einen neuen Arbeitgeber zu treffen, nicht schlecht: Die 400 Unternehmen von Allianz bis Zenit haben laut Messe-Zeitung etwa 22.000 offene Stellen im Gepäck.

Also für jeden eine dabei? Weit gefehlt, denn die Unternehmen sind skeptisch - auf eine Vorauswahl unter den Absolventen verzichten sie. Oft sind kleinere Messen für die Unternehmen attraktiver. Aber in Köln tummelt sich eben der Manager-Nachwuchs Deutschlands. Das eigene Firmenlogo hier zu präsentieren, gilt als Pflichtübung.

Der Deutsche Absolventenkongress sei "Vorbild für viele andere Veranstaltungen gleicher Zielsetzung", sagt Gerhard Schröder. Wer sich angesichts der Weihe durch den Kanzler höchstselbst das Ereignis nicht entgehen lassen will, kann sich auch noch am Eingang und zahlt 29 Mark. Geplant sind über 200 Vorträge, Podiumsdiskussionen und Präsentationen.

Die Vielfalt ist beachtlich und reicht von "Think global, act local!" bis "So werden Sie Diplomat!". Die meisten Veranstaltungen - und auch die meisten Jobs - gibt's für Wirtschaftswissenschaftler, Informatiker und Ingenieure. Sozialwissenschaftler, Geisteswissenschaftler und Juristen müssen sich mit einem kargeren Angebot begnügen.