EMBA: Uni Köln plant eigene Business School - DER SPIEGEL
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Teurer Master Uni Köln plant eigene Business School

Manager in den Hörsaal: Die Uni Köln will in das Geschäft mit EMBA-Studiengängen einsteigen - laut ersten Plänen soll der Master für Führungskräfte 46.500 Euro kosten.
Hauptgebäude der Universität zu Köln
Hauptgebäude der Universität zu Köln

Hauptgebäude der Universität zu Köln

Foto: imago
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Gesucht: Führungskräfte zwischen 30 und 45 Jahren mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung und mehreren Zehntausend Euro. Für sie plant die Uni Köln eine eigene Business School.

In Kooperation mit der Universität in Rotterdam will die staatliche Hochschule ein Executive-MBA-Programm einrichten. In einer Präsentation der Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen (WiSo) Fakultät der Uni Köln steht: 30 Masterstudenten sollen sich in Zukunft neben ihrem Job hier fortbilden können, die Studiengebühren sollen 46.500 Euro betragen.

In dem Papier, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, geht die Fakultät von Investitionskosten in Höhe von 400.000 Euro für die Hochschule aus - die sich aber auszahlen sollen. So werden EMBA-Programme als Möglichkeit beschrieben, "enge, dauerhafte Beziehungen zu Unternehmen aufzubauen".

Diese Details, Kosten und Studiengebühren wollte die Uni nicht kommentieren. "Es gibt noch kein klares Geschäftsmodell", sagte Pressesprecher Patrick Honecker. Zudem wolle die Hochschulleitung zunächst alle Gruppen in den Prozess einbinden, das heißt: Eine Business School soll nicht gegen den Willen von Hochschulmitarbeitern oder Studenten beschlossen werden, deren Vertreter auch im Senat sitzen.

"Die Uni verwechselt sich mit einem Unternehmen"

Dass Ärger droht, hat sich bereits angekündigt: Das Papier sollte eigentlich am Mittwoch im Senat der Hochschule diskutiert werden. Doch dazu kommt es offenbar nicht: Das Papier müsse noch einmal überarbeitet werden, sagte Pressesprecher Patrick Honecker. Das hätten Hochschulrat und Rektorat nach einer Sitzung am vergangenen Freitag beschlossen. Am Mittwochvormittag twitterte der Pressesprecher: "Heute Senatssitzung #uniköln. Dabei soll die neue Grundordnung verabschiedet werden. Die geplante Business-School ist verschoben worden."

Der Asta der Uni Köln hat derweil bereits "Skepsis" gegenüber den Plänen bekundet: "Es handelt sich hier um nichts anderes als einen gekauften Hochschulabschluss. Dieser geht zulasten derjenigen, für die ein derartiges Programm schlichtweg zu teuer ist", sagte der Politikreferent Michael Schema. Die Uni solle das Geld lieber in den Ausbau von Studienplätzen stecken, fordern die Studenten.

Zudem sei das Verfahren undemokratisch abgelaufen, kritisiert der Asta: "Die Fakultät hat niemals öffentlich darüber berichtet und nun soll der Senat vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Außerdem befürchten wir, dass Lehrkapazitäten für ordentliche Studierende durch das Modell verloren gehen."

Die WiSo-Fakultät habe durch die Hintertür die Privatisierung von Bildung an der Universität zu Köln beschlossen. "Sie verwechselt sich mit einem in der privaten Wirtschaft agierenden Unternehmen", so der Asta.

"Die Business School bedeutet keine Privatisierung der Uni", sagt dagegen Uni-Pressesprecher Honecker. Das Programm richte sich schließlich nur an eine kleine Klientel. Zudem sei lebenslanges Lernen im Landeshochschulgesetz von Nordrhein-Westfalen verankert. Außerdem böten auch andere staatliche Hochschulen wie die FU Berlin Bezahl-Masterstudiengänge an.

Die Aufregung der Studentenvertreter verstehe er daher nicht, sagt Uni-Sprecher Honecker. Schließlich käme das Geld der Manager ja der gesamten Uni zugute.

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