Bafög-Erhöhung Studenten und Azubis bekommen mehr Geld
Studenten bekommen ab sofort mehr Geld
Foto: Uli Deck/ DPAMehr Geld, mehr Begünstigte: Studenten und Schüler bekommen künftig mehr finanzielle Unterstützung. Das sieht die Bafög-Reform vor, die zum 1. August in Kraft getreten ist. Der Höchstbetrag steigt in zwei Stufen von 735 auf 861 Euro im Monat. Parallel zum Bafög steigt auch die Berufsausbildungsbeihilfe für Azubis.
Zudem sollen mehr junge Menschen als heute die staatliche Leistung bekommen. Dafür wird eigenes Vermögen und auch das Einkommen der Eltern nicht mehr so streng angerechnet: Die entsprechenden Freibeträge werden schrittweise angehoben. Laut Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) profitieren davon auch Familien, die nur knapp über den bisherigen Einkommensgrenzen liegen. Bafög kann unter anderem beantragen, wer studiert oder als Schüler nicht mehr bei den Eltern wohnt.
Für die Aufstockung des Bafög plant die Bundesregierung allein in dieser Wahlperiode mehr als 1,2 Milliarden Euro zusätzlich ein. Mit der Reform soll ein Trend umgekehrt werden: In den vergangenen Jahren war die Zahl der Geförderten deutlich gesunken und fiel 2017 erstmals seit 15 Jahren unter 800.000.
Seit Ende 2018 war über die Bafög-Erhöhung diskutiert worden, ein entsprechendes Gesetz hatte der Bundestag im Mai beschlossen. Weil die Bundesländer einen Teil der Fördergelder zahlen, war auch die Zustimmung des Bundesrats notwendig. Kritiker hatten bis zuletzt weitreichendere Maßnahmen gefordert.
Kritik kommt auch vom Deutschen Studentenwerk, das die Reform grundsätzlich begrüßt. Doch: Die Förderhöchstdauer müsse um mindestens ein Semester verlängert werden, weil nur eine Minderheit der Studenten die Regelstudienzeit einhalten könne, sagt Achim Meyer vom Deutschen Studentenwerk. Zudem sei eine regelmäßige Anpassung der Beträge an die Preisentwicklung wünschenswert.
Vom studentischen Dachverband fsz heißt es: "Langfristiges Ziel muss sein, das Bafög eltern-, alters- und herkunftsunabhängig zu ermöglichen und es wieder zu einem Vollzuschuss zu machen."