Studentenproteste "Wer Bildung kürzt, wird Dummheit ernten"
Berlin - In Berlin schlossen sich dem fantasievoll gestalteten Protestzug auch Schüler sowie Anhänger von Sozialverbänden und Gewerkschaften an. In Leipzig protestierten mehrere tausend Studenten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordbayern unter dem Motto "Ihr nehmt uns unsere Zukunft!". In Frankfurt am Main zählte die Polizei etwa 3000 Demonstranten. "Wer Bildung kürzt, wird Dummheit ernten", warnten die Demonstranten auf Spruchbändern.
Der Protest der Studenten richtete sich gegen Einsparungen der Länder bei den Hochschuletats, gegen überfüllte Hörsäle und die Einführung von Studiengebühren. Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) verteidigte im DeutschlandRadio Berlin seine Studiengebührenpläne. Er wünsche sich, dass der Student eine Art Kunde oder Aktionär an der Hochschule wird, der einzahlt, aber auch "eine Rendite erwarten darf und sie auch einzwingt". Es gehe nicht darum, "das Problem zu lösen, wie man die Hochschule finanziert, sondern darum, dass wir ein anderes Verhältnis an den Hochschulen schaffen", sagte er.
In Frankfurt sagte der Sprecher des "Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren" (ABS), Klemens Himpele, die öffentlichen Kassen seien nicht "wegen der Studierenden oder Arbeitslosen leer, sondern wegen einer verfehlten Unternehmens- und Einkommenssteuerpolitik der Bundesregierung".