BMW: Den neuen 3er gibt es nicht mehr als Diesel - DER SPIEGEL
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»Herz der Marke« Den neuen 3er-BMW gibt es nicht mehr als Diesel

BMW streicht bei seiner wichtigsten Baureihe den Diesel aus dem Programm. Der Autokonzern begründet das mit der Nachfrage, unabhängig von aktuellen Spritpreisen.
Präsentation des BMW i3 in München
Präsentation des BMW i3 in München

Präsentation des BMW i3 in München

Foto: Christof Rührmair / dpa-tmn / dpa

Der 3er ist das wichtigste Modell von BMW, in München nennt man ihn das »Herz der Marke«. Und dort gibt es nun eine weitreichende Änderung: BMW nimmt bei dem Mittelklassewagen den Diesel aus dem Programm. Beim neuen Modell, das in Kürze vorgestellt wird, fällt der Selbstzünder weg, wie der Konzern bestätigt. Zuvor hatte die »Automobilwoche«  darüber berichtet.

In der achten Generation des 3ers wird es dann neben dem bereits vorgestellten vollelektrischen i3  wahlweise noch einen reinen Benziner sowie Hybrid- und Plug-in-Hybride mit Benzinmotor geben. Es handle sich um eine bewusste Entscheidung, heißt es von BMW. Angesichts der Marktentwicklung habe man sich entschieden, sich auf den Benziner zu fokussieren. Man konzentriere sich auf die Antriebe mit den weltweit höchsten Nachfragen. Dieselantriebe sind allgemein in vielen wichtigen Märkten eher auf dem Rückzug. Auch in Deutschland werden kaum noch neue Dieselmodelle in den unteren Fahrzeugsegmenten bis zur Mittelklasse angeboten. Im August hatten sie noch insgesamt 10,6 Prozent Marktanteil.

Mit den aktuell hohen Spritpreisen, insbesondere für Diesel, hat die Entscheidung laut BMW nichts zu tun. Sie sei schon länger gefallen. Die Entwicklung von Autos hat grundsätzlich deutlich längere Zyklen als die aktuelle Phase der hohen Spritpreise.

BMW: Immer noch »technologieoffen«

Eine grundsätzliche Entscheidung gegen den Diesel gebe es nicht, heißt es zudem von BMW. Den neuen X5 soll es ab Oktober mit dieser Antriebsvariante geben – als eine von gleich fünf Optionen: batterieelektrisch, Plug-in-Hybrid, Benzin, Diesel oder ab 2028 auch mit Wasserstoff-Brennstoffzelle. Zu weiteren anstehenden Modellen machte BMW noch keine Aussagen darüber, welche Motoren angeboten werden sollen. Der Konzern pflegt seit Jahren öffentlich den Anspruch der »Technologieoffenheit«, hat aber einen höheren Elektroanteil am Absatz als die deutschen Konkurrenten. Das Elektro-SUV iX3 als erstes Modell der »Neuen Klasse« erklärte BMW jüngst zum erfolgreichsten Modellstart in der Geschichte der Marke in Europa.

Der 3er gilt als Brot-und-Butter-Auto für BMW. Die volumenstarke Reihe existiert seit mehr als 50 Jahren, seither wurden rund 18 Millionen Fahrzeuge des Modells gebaut.

In Deutschland läuft seine achte Generation in München und Dingolfing vom Band. In die Weiterentwicklung dieser Werke hat BMW rund eine Milliarde investiert. In München wird die elektrische Variante gebaut, in Dingolfing Verbrenner und Plug-in-Hybrid. Die Batterien kommen aus dem neuen Werk in Irlbach-Straßkirchen. Weitere Produktionsstandorte werden San Luis Potosí in Mexiko und Tiexi in China.

BMW hat ein aufsehenerregendes Modell vorgestellt: Die elektrische Mittelklasselimousine i3 verspricht 900 Kilometer Reichweite. Der SPIEGEL konnte vorab Probe sitzen. 

ptz/ahh/dpa