Elektroautos: Preise von Verbrennern und E-Autos gleichen sich an - DER SPIEGEL
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Neue Studienergebnisse Preise von Verbrennern und E-Autos gleichen sich an

Um 1100 Euro ist der Kostennachteil von E-Autos innerhalb eines Monats geschrumpft. Laut Autoexperten wirken strengere CO₂-Regeln, die ab 2025 gelten. Doch die Regierung will die Industrie noch aus der Pflicht nehmen.
Autohändler im Gespräch mit Kunden (Symbolfoto)
Autohändler im Gespräch mit Kunden (Symbolfoto)

Autohändler im Gespräch mit Kunden (Symbolfoto)

Foto: Plainpicture

Der Preisabstand zwischen Elektroautos und vergleichbaren Verbrennermodellen schmilzt. Laut der regelmäßigen Neuwagen-Marktstudie des Center Automotive Research (Car) ist bei den zwanzig Topmodellen auf dem deutschen Markt der Preisunterschied im November verglichen mit Oktober um rund 1100 Euro geschrumpft. Im Schnitt müssen Neuwagenkäufer für ein vollelektrisches Batteriefahrzeug damit aber immer noch jeweils 5583 Euro mehr hinlegen als für einen Verbrenner. Berücksichtigt wurden die sogenannten Transaktionspreise, also die Listenpreise abzüglich offen beworbener Rabatte.

Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer verwies auf EU-Vorgaben an die Autohersteller als Treiber der Entwicklung. Ab dem kommenden Jahr dürfen Neuwagen im Durchschnitt 15 Prozent weniger klimaschädliches CO₂ ausstoßen als noch 2021. Das zwinge die Konzerne laut Dudenhöffer, anteilig mehr E-Fahrzeuge zu verkaufen. Anderenfalls drohen hohe Strafzahlungen.

Grüne wollen CO₂-Vorgaben lockern

Die von Teilen der Branche geforderte Verschiebung der schärferen Flottenzielwerte würde hingegen den Absatz von Elektrofahrzeugen erneut bremsen, warnt der Autoexperte. Am Montag stellte sich auch die Bundesregierung hinter die Forderung, für 2025 drohende Strafzahlungen auszusetzen. Diese könnten später verrechnet werden, wenn die Industrie ihre Ziele in den Jahren 2026 und 2027 übererfülle, schlug Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nach einem Treffen mit seinem italienischen Kollegen Adolfo Urso vor. Auch das federführende Umweltministerium von Steffi Lemke (Grüne) bezeichnete dies nun als »gangbaren Weg«.

Allerdings liegt die Initiative für eine Änderung bei der EU-Kommission, die bislang an dem seit Jahren vereinbarten Weg festhält. Die Autoindustrie ist in dieser Frage gespalten. Konzerne wie Stellantis oder BMW beharren auf ihrem Wettbewerbsvorteil, dass sie sich längst auf die neuen Flottenziele eingestellt haben. Diese lassen sich außer mit mehr E-Autos auch mit sparsameren Motoren, Hybridfahrzeugen oder Ablasszahlungen an erfolgreiche E-Autoverkäufer erfüllen. Nach Einschätzung der Umweltorganisation ICCT ebenso wie der Marktforschungsfirma Dataforce drohen besonders Volkswagen und Ford Milliardeneinbußen für das Verfehlen ihrer Ziele – es sei denn, sie steigern ihren Elektroanteil noch deutlich. So oder so dürfte die EU-Vorgabe auf Kosten der Firmengewinne gehen.

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Für die kommenden Monate erwartet Car auf dem deutschen Markt einen leicht steigenden Elektroanteil. Im Oktober lag dieser bei 15,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr wirke das abrupte Ende der staatlichen Umweltprämie für den Kauf von E-Autos im Dezember 2023 aber weiterhin dämpfend nach.

naw/ahh/dpa/Reuters