China: Roboter-»Polizist« T2 zieht Helmsünder in Hangzhou aus dem Verkehr - DER SPIEGEL
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Humanoider Roboter T2 Dieser »Polizist« zieht Helmsünder aus dem Verkehr

Eine Waffe trägt er nicht, und festnehmen darf er auch niemanden, doch T2 hat wohl schon mehrere Tausend Verkehrsverstöße in Hangzhou registriert und adressiert. Sein Vorteil: Er wird nie müde.
T2 im Einsatz
T2 im Einsatz

T2 im Einsatz

Foto: Go Nakamura / REUTERS

In der chinesischen Stadt Hangzhou arbeitet seit Kurzem ein Roboterpolizist: Sein Einsatzgebiet ist eine stark befahrene Kreuzung in der City, dort überwacht der 1,88 Meter große und 98 Kilogramm schwere Roboter namens T2 den Verkehr.

Er erkennt beispielsweise, ob E-Bike-Fahrer einen Helm tragen, und spricht gegebenenfalls eine höfliche Warnung aus, erklärte Cao Hui, Leiter des Innovationszentrums für intelligente unbemannte Systeme bei Supcon der Nachrichtenagentur Reuters. Supcon ist die Firma, die T2 entwickelt hat. Auch Fahrzeuge, die nicht rechtzeitig bremsen, und Fußgänger, die bei Rot über die Straße gehen, werden demnach von T2 registriert. Der Robopolizist nutzt dafür Kameras, Radar und Bordcomputer.

T2 kann auch den Verkehrsfluss anzeigen

T2 kann auch den Verkehrsfluss anzeigen

Foto: Go Nakamura / REUTERS

T2 ist den Angaben nach Teil eines Pilotprojekts, das darauf abzielt, einige der sich wiederholenden Verkehrskontrollaufgaben der Polizei an Maschinen zu übertragen. Deshalb soll T2 auch Fragen zu Wegbeschreibungen, zum Parken und zu gültigen Verkehrsregeln beantworten. Zusätzlich enthalten die Roboter eine Notfunktion, die einen mit der örtlichen Polizei verbindet.

T2 wird nicht müde

Seit Mai sind bereits 15 Exemplare von T2 in Hangzhou im Einsatz. Supcon zufolge haben diese schon mehr als 170.000 Warnungen ausgesprochen und dazu beigetragen, die monatlichen Fälle von Fahren ohne Helm und Überfahren von Haltelinien um mehr als 40 Prozent zu reduzieren. Reuters gibt an, die Zahlen nicht unabhängig überprüfen zu können; die Verkehrspolizei von Hangzhou reagierte nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.

T2 in Hangzhou

T2 in Hangzhou

Foto: Go Nakamura / REUTERS

Laut Cao hat das Unternehmen die Maschinen Tausende Stunden lang in Touristengebieten, Schulzonen, Geschäftsvierteln, im Berufsverkehr und auch bei schlechtem Wetter getestet. Die Genauigkeit der Verstoßerkennung liegt demnach bei über 95 Prozent.

Cao erklärte weiter, die Roboter arbeiteten von sieben bis 18 Uhr autonom und bewegten sich ohne Fernsteuerung zwischen voreingestellten Positionen an Kreuzungen. Eine zentrale Plattform ermögliche es der Verkehrspolizei, die Roboter zu überwachen und zu steuern. »Der Roboter wird nicht müde«, sagte Cao. »Er kann über lange Zeiträume zuverlässig arbeiten.«

In China arbeiten derzeit mehrere Firmen an humanoiden Robotern, besonders gehypt werden die Exemplare von Unitree. Die Nachfrage nach ihnen war zuletzt gigantisch, der Börsengang beeindruckend, die Maschinen der Firma gelten als das nächste große Ding. Doch wie weit ist die Technik wirklich? Das lesen Sie hier. 

mkh/Reuters