Australien: 5,7 Millionen Kundencder Airline Qantas von Datenklau betroffen - DER SPIEGEL
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Australische Fluglinie 5,7 Millionen Qantas-Kunden von Datenklau betroffen

Cyberkriminelle haben Kundeninformationen der Fluglinie Qantas gestohlen. Das Datenleck ist Teil eines Angriffs auf das Softwareunternehmen Salesforce, von dem auch Konzerne wie Air France, Google oder Ikea betroffen sind.
Qantas: Datendiebstahl bei Australiens größter Airline
Qantas: Datendiebstahl bei Australiens größter Airline

Qantas: Datendiebstahl bei Australiens größter Airline

Foto: Olaf Schülke / SZ Photo / picture alliance

Namen, E-Mail-Adressen, Vielfliegerdaten der Betroffenen, aber auch Privat- und Geschäftsadressen, Geburtsdaten, Telefonnummern, das Geschlecht sowie Essensvorlieben: Nach Angaben der australischen Fluglinie Qantas haben Cyberkriminelle die Daten von rund 5,7 Millionen Kunden gestohlen und ins Internet gestellt. Wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte, erlangten die Täter Anfang Juli über die Plattform eines Drittanbieters Zugriff auf die Informationen.

Qantas betonte, von dem Datendiebstahl seien weder Kreditkarteninformationen noch Finanzdaten oder Passdaten betroffen. Welche Daten im Internet veröffentlicht wurden, werde derzeit noch untersucht.

Das Datenleck ist Teil eines massiven Cyberangriffs auf das Softwareunternehmen Salesforce, von dem neben Qantas unter anderem auch die Fluglinien Air France und KLM sowie Disney, Google, Ikea, Toyota und McDonald’s betroffen sind. Die Daten werden nun gegen eine Lösegeldforderung zurückgehalten. Auch in Europa wird Erpresser-Software zunehmend zum Sicherheitsproblem. Zuletzt war der Flughafen BER betroffen.

Bereits im Juli hatte Qantas bekannt gegeben, dass Hacker über einen Drittanbieter eines seiner Kundenzentren ins Visier genommen hatte. Nun wurde bekannt, dass es sich bei dem Anbieter um Salesforce handelte. Seit dem Vorfall im Juli sei es zu keinem weiteren Eindringen gekommen, betonte das Unternehmen, das nach eigenen Angaben mit den australischen Sicherheitsbehörden zusammenarbeitet. Auch auf den Betrieb und die Sicherheit der Flüge habe die Attacke keine Auswirkungen gehabt.

In Australien war es in den vergangenen Jahren zu mehreren großen Cyberangriffen gekommen. Im Jahr 2023 hatten mehrere große Häfen im Land zwischenzeitlich den Betrieb eingestellt, nachdem Hacker Zugang zu den Rechnern des Hafenbetreibers DP World erlangt hatten. Qantas hatte sich bereits im vergangenen Jahr bei Kunden entschuldigt, nachdem durch eine Sicherheitslücke bei der mobilen App Namen und Reisedaten einiger Passagiere öffentlich geworden waren.

Zuletzt hatte Qantas im August wegen illegaler Massenkündigungen Schlagzeilen gemacht – für die Entlassung von rund 1800 Beschäftigten, deren Jobs an externe Dienstleister ausgelagert wurden, muss die Airline 90 Millionen Australische Dollar (umgerechnet etwa 50 Millionen Euro) Strafe zahlen. Fachleute sprachen von einer Rekordstrafe.

AFP/dpa/mh