BSI-Präsidentin Claudia Plattner warnt vor Cyberangriffen: »Die Gefährdungslage ist so hoch wie nie« - DER SPIEGEL
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BSI-Präsidentin warnt vor Cyberbedrohungen »Die Gefährdungslage ist so hoch wie nie«

Durch Datendiebstahl, Spionage und Sabotage entstehen der deutschen Wirtschaft rund 200 Milliarden Euro Schaden pro Jahr. BSI-Präsidentin Plattner fordert Unternehmen auf, ihre Schutzmaßnahmen zu verbessern.
Sieht Unternehmen und Institutionen in der Pflicht: BSI-Präsidentin Claudia Plattner
Sieht Unternehmen und Institutionen in der Pflicht: BSI-Präsidentin Claudia Plattner

Sieht Unternehmen und Institutionen in der Pflicht: BSI-Präsidentin Claudia Plattner

Foto: Christian Ditsch / epd / IMAGO

Die Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, hat Unternehmen und öffentliche Einrichtungen am Mittwoch eindringlich vor einer neuen Welle von Cyberangriffen gewarnt. »Die Gefährdungslage ist so hoch wie nie«, sagte Plattner auf dem Event »Transform 2024 « des Digitalverbandes Bitkom in Berlin. Die Frage sei nicht, ob ein Angriff erfolgreich sei, sondern nur, wann. Die gravierendste Bedrohung gehe von Attacken mit Verschlüsselungssoftware (»Ransomware«) aus.

Auffällig sei, wie häufig aktuell Kommunen, Krankenhäuser und andere öffentliche Institutionen angegriffen würden. Dies habe auch mit der aktuellen geopolitischen Spannungslage zu tun. Gleichzeitig werde mithilfe von Desinformationskampagnen dafür gesorgt, dass zunehmend der Eindruck entstehe, der Staat sei nicht in der Lage, seine Leute, seine Institutionen und seine Unternehmen zu schützen. »Das können wir nicht hinnehmen und uns auf gar keinen Fall gefallen lassen.« Im vergangenen Jahr hatte das Bundeskriminalamt berichtet, dass der Wirtschaft im Jahr 2022 durch Cyberangriffe Schäden in Höhe von 206 Milliarden Euro  entstanden sind.

Unternehmen und Institutionen in der Pflicht

Beim Schutz vor den Folgen eines Cyberangriffs gibt es nach Plattners Einschätzung kein Maßnahmenproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Ihre Behörde mit 1785 Beschäftigten könne zwar bei der Vorbeugung vor Cyberangriffen und in der Notsituation nach einer Attacke helfen, sagte die studierte Mathematikerin, die im vergangenen Sommer die Leitung des BSI übernommen hatte. »Die Umsetzungskraft für all das, was wir machen müssen, die liegt allerdings in den Unternehmen und Institutionen.« Das BSI werde die konkrete Cyberabwehr vor Ort nicht hinbekommen, selbst wenn das Amt zehnmal so viele Leute habe. Das sei nicht Aufgabe der Behörde.

Das BSI verzeichne aktuell »einen gigantischen Zuwachs an Schwachstellen«. Demnach hat die Behörde jeden Tag mit 70 neuen Sicherheitslücken direkt zu tun. Gleichzeitig steige die Zahl der Varianten von Schadprogrammen Tag für Tag stark an.

Plattner warb auf der Bitkom-Veranstaltung für die 2012 gegründete »Allianz für Cyber-Sicherheit«. In diesem Netzwerk seien inzwischen fast 8000 Firmen aktiv. In dem Zusammenschluss würden unter anderem besonders gelungene Umsetzungen (»Best Practices«) vorgestellt. »Wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll, ist das ein richtig, richtig guter Startpunkt.«

mak/dpa