FBI warnt vor Ransomware-Erpressung per Brief - DER SPIEGEL
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Einschüchterungs-Masche FBI warnt vor Ransomware-Erpressung per Brief

Cyber-Erpresser, die ihre Forderungen per normaler Briefpost an die vermeintlich betroffenen Firmen schicken? Klingt merkwürdig und ist es auch: Das FBI rät zur Vorsicht.
Briefzustellung: Ungewöhnlicher Kommunikationsweg für Cyberkriminelle
Briefzustellung: Ungewöhnlicher Kommunikationsweg für Cyberkriminelle

Briefzustellung: Ungewöhnlicher Kommunikationsweg für Cyberkriminelle

Foto: nortonrsx / iStockphoto / Getty Images

Üblicherweise erfahren es Firmen auf direktem Wege, wenn sie von sogenannter Ransomware betroffen sind. Auf den lahmgelegten Computern zum Beispiel erscheint dann eine Botschaft der Erpresser. Oder die Kriminellen melden sich per E-Mail und drohen mit der Veröffentlichung gestohlener Daten, von denen sie im Darknet bereits eine Kostprobe veröffentlicht haben. Nun aber warnt das FBI vor einer neuen Masche: Firmen und andere Organisationen erhalten hohe Geldforderungen per Briefpost.

Den Schreiben zufolge, deren Wortlaut unter anderem von dem Sicherheitsunternehmen Guidepoint Security veröffentlicht wurde , ist das Unternehmensnetzwerk der Empfänger mithilfe eines Angestellten infiltriert worden, wodurch die Kriminellen angeblich wertvolle Daten inklusive persönlicher E-Mails erbeuten konnten. Nur wenn die angeschriebenen Firmen zwischen 250.000 und 500.000 Dollar (230.000 bis 460.000 Euro) in Bitcoin zahlen, sollen die angeblich gestohlenen Daten gelöscht werden, so die Behauptung. Auch die Sicherheit des Computernetzwerks könne nur wiederhergestellt werden, wenn Lösegeld fließe.

Berüchtigter, aber falscher Absender

Als Absender wird in den Briefen selbst die bekannte Ransomware-Gruppe BianLian genannt, vor der die amerikanische IT-Sicherheitsbehörde CISA in den vergangenen Jahren mehrfach gewarnt  hat.

Die Sicherheitsexperten des FBI jedoch gehen davon aus, dass es sich bei den Schreiben um leere Drohungen handelt. So entspricht die Kommunikation per Brief nicht den vergangenen Kontaktaufnahmen der Gruppe, es gibt auch keinerlei Belege für einen erfolgreichen Dateneinbruch. Das FBI stellt fest: »Wir haben bisher keine Verbindungen zwischen den Absendern und der weithin bekannten Ransomware-Gruppe BianLian festgestellt.«

Die Empfänger sollten nach Ansicht der US-Bundespolizei auf keinen Fall auf die Forderung aus dem Brief eingehen. Ihnen wird aber geraten, die Gelegenheit zu nutzen, um ihre Abwehr gegen echte Ransomware-Erpresser zu überprüfen und ihre Angestellten für den Ernstfall zu schulen.

tmk