AirTag-Konkurrenz: Wie Google künftig verlorene Handys und Kopfhörer sucht - DER SPIEGEL
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»Mein Gerät finden« Wie Google künftig verlorene Handys und Kopfhörer sucht

Eine Milliarde Android-Smartphones sollen künftig nach verlorenen oder gestohlenen Geräten Ausschau halten. Dabei will Google die Fehler von Apple vermeiden. Wie funktioniert das?
Handy auf der Straße: Geräte aufspüren, die offline sind
Handy auf der Straße: Geräte aufspüren, die offline sind

Handy auf der Straße: Geräte aufspüren, die offline sind

Foto: mikroman6 / Moment / Getty Images

Wer ein Android-Smartphone besitzt, bekommt in diesen Tagen per Pushnachricht eine Frage gestellt: Will man das Gerät in Googles neues »Mein Gerät finden«-Netzwerk integrieren, um es wiederzufinden? Anfang Mai hatte der Internetkonzern das neue Netzwerk zunächst in den USA und Kanada gestartet, nun wird es auch nach und nach in Deutschland ausgerollt.

Worum geht es, und sollte man zustimmen? Hier Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie funktioniert das neue Netzwerk?

Android-Geräte hatten bereits vor der Aktivierung des neuen Netzwerks eine Findefunktion. Über eine App oder ein Web-Formular  können sich die Inhaber eines Google-Accounts nicht nur über den letzten gespeicherten Standort der eigenen Geräte informieren, sondern auch einen Klingelton auslösen oder im Fall eines Diebstahls das Gerät sperren. Voraussetzung dafür war aber bisher eine aktive Internetverbindung.

Mit dem neuen »Mein Gerät finden«-Netzwerk können auch Geräte aufgespürt werden, die offline sind oder über keine eigene Internetanbindung verfügen, wie etwa Kopfhörer. Dazu sollen die Bluetooth-Verbindungen von über einer Milliarde Smartphones mit Android genutzt werden. Diese suchen ständig Bluetooth-Geräte in ihrer Nähe und speichern künftig den Standort dieser Begegnungen, wenn ihre Besitzer das neue Netzwerk aktiviert haben.

Um Geräte offline aufzuspüren, muss aus dem Play Store die neueste Version der »Mein Gerät finden«-App heruntergeladen werden. Wer wissen will, ob das eigene Gerät zum Netzwerk hinzugefügt wurde, findet dies in den Android-Einstellungen unter »Google« und »Mein Gerät finden«.

Kann ich widersprechen?

Die Teilnahme ist optional, Nutzerinnen und Nutzer werden explizit gefragt, ob sie die Funktion aktivieren wollen. Google baut aber darauf, dass möglichst viele Menschen teilnehmen. Deshalb wirbt der Internetkonzern nicht nur mit dem unmittelbaren Nutzen, sondern appelliert auch ans Gemeinwohl: So sollen die Nutzerinnen und Nutzer anderen dabei helfen können, ihre wertvollen Gadgets wiederzufinden. Wer das neue Netzwerk nicht aktiviert, kann weiterhin auf die klassische Findefunktion zugreifen.

Google-Nachricht: Eigene Geräte finden und anderen helfen

Google-Nachricht: Eigene Geräte finden und anderen helfen

Foto: Google

Welche Geräte kann ich aufspüren und welche nicht?

Voreingestellt werden Android-Smartphones, -Tablets und auch Chromebooks gefunden, dazu verbundene Bluetooth-Geräte wie die Google-eigenen Pixel Buds. Wer hingegen seine Samsung-Kopfhörer verloren hat, bekommt noch keine Unterstützung in der Google-App – wie heise.de berichtet , setzt der südkoreanische Hersteller auf eine eigene App.

In Kürze sollen auch eigene Geräte ähnlich den AirTags von Apple in den Handel kommen, die man am eigenen Fahrrad, Auto oder Schlüsselbund befestigen kann, um diese auffindbar zu machen. Wer will, kann die Standortinformationen der eigenen Geräte auch mit anderen teilen, etwa mit Familienmitgliedern.

Wie schützt Google meine Daten?

Der Konzern hat aus den Erfahrungen von Apple mit seinem »Wo ist?«-Netzwerk gelernt: Der iPhone-Hersteller musste damit kämpfen, dass seine AirTags zum Stalking genutzt wurden und führte nachträglich Sicherungen ein.

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Google hat deshalb von Beginn an eine Reihe von Datenschutzsicherungen eingeführt. So werden die Ortungsdaten Ende-zu-Ende-verschlüsselt gespeichert und sind damit nur für die Accountinhaber abrufbar. Dabei kommt Technik zum Einsatz, die mit Googles eigenem Passwortmanager eingeführt wurde.

Das Findenetzwerk ist in der Voreinstellung nur in Gebieten aktiviert, wo viele Menschen unterwegs sind – etwa an Flughäfen oder Hauptverkehrsstraßen. Es rückt auch nur dann Ortungsdaten heraus, wenn diese von mehreren Geräten bestätigt wurden. Somit wird verhindert, dass umfassende Bewegungsprofile gespeichert werden. Wer will, kann die Ortung aber auch so einstellen, dass sie in allen Gebieten funktioniert und eine einzige Ortung ausreicht.

Die eigene Wohnung soll ebenfalls vom Findenetzwerk ausgenommen werden. Stattdessen setzt Google hier auf die Smarthome-Geräte der konzerneigenen Sparte Nest. So kann man sich anzeigen lassen, ob der verlorene Schlüssel in der Nähe des Rauchmelders oder eines smarten Lautsprechers geortet wird.

tmk