Betriebssystem: Zwölf Tipps für Windows 8 - DER SPIEGEL
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Betriebssystem Zwölf Tipps für Windows 8

Wie soll denn das gehen? Windows 8 ist für Touchscreen- und Tablet-PC optimiert, kann Anwendern auf Normalcomputern aber Probleme bereiten. Wir erklären, wie man Stolperfallen umgehen und sich auch mit herkömmlichen Eingabemedien mit der neuen Software wohlfühlen kann.
Windows-8-Startbildschirm: Kann auch ohne Touchscreen Spaß machen
Windows-8-Startbildschirm: Kann auch ohne Touchscreen Spaß machen

Windows-8-Startbildschirm: Kann auch ohne Touchscreen Spaß machen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit einigen Tagen ist die von Microsoft als Consumer Preview bezeichnete Vorschauversion von Windows 8 kostenlos verfügbar. Interessierte Anwender sollen sich mit Hilfe dieser Software schon jetzt ein Bild davon machen können, wie Microsofts künftiges PC-Betriebssystem aussehen wird. Grundsätzlich laufe die Software auf jedem PC, der auch Windows 7 verkraftet, hat der Software-Konzern angekündigt - und hat damit gewaltiges Interesse ausgelöst. Allein in den ersten 24 Stunden nach Freigabe wurde das Software-Paket eine Million Mal heruntergeladen.

Die Reaktionen der Anwender sind unterschiedlich. Die einen jubilieren über die schicke neue Benutzeroberfläche, andere klagen über Installationsprobleme oder Schwierigkeiten, das System zu bedienen.

Viele der gemeldeten Probleme sind darauf zurückzuführen, dass Microsoft mit Windows 8 einen scharfen Schnitt macht und sich von vielen alten Metaphern und Gewohnheiten trennt. Nur so war es möglich, die Software zukunftstauglich zu machen, sie für Tablet-PC und Touchscreen-Computer zu optimieren. Der Nachteil: Auf herkömmlichen PC und Notebooks kommt man sich damit etwas verloren vor, findet sich schwer zurecht.

Mit diesen Tipps läuft Windows 8 auch mit Maus und Tastatur rund

Um den Einstieg in den Umstieg zu erleichtern haben wir ein Dutzend Tipps zusammengestellt, die langjährigen Windows-Nutzern helfen können, sich schneller mit dem neuen System anzufreunden und sich in Windows 8 zurechtzufinden. Dass dabei ausgerechnet die jahrelang vernachlässigte Windows-Taste oft zum Einsatz kommt, ist wohl kein Zufall.

1. Treiber installieren: Wenn mit Windows 8 nicht alles sofort so funktioniert wie gewohnt, oder wie es von Microsoft versprochen wird, fehlen meist nur ein paar Software-Bausteine, die sogenannten Treiber. Die können bei Notebooks zum Beispiel für die korrekte Funktion des TouchPads oder am PC für die Nutzbarkeit des Speicherkartenlesers nötig sein. Am besten lädt man sich diese Treiber-Software von den Hilfeseiten des PC-Herstellers. Dort sind meist aktuellere Versionen zu bekommen als auf mitgelieferten Software-CDs und DVDs. Generische Windows-8-Treiber wird man dabei kaum finden, doch die Windows-7-Versionen funktionieren in der Regel auch unter Windows 8.

2. Den Sperrbildschirm schnell entsperren: Wenn man den PC aus dem Ruhezustand aufweckt, wird man von einem Sperrbildschirm begrüßt. Der soll verhindern, dass Fremde einen Blick auf den privaten Desktop werfen können. Am Touchscreen kann man das Sperrbild einfach mit dem Finger nach oben wegwischen, mit der Maus ist derselbe Vorgang lästig. Aber es geht auch einfacher: Ein Druck auf eine beliebige Taste genügt, und der digitale Vorhang hebt sich automatisch. Wer den Rechner - was dringend anzuraten ist - passwortgeschützt hat, muss dann natürlich noch das richtige Passwort eingeben.

3. Systembefehle im Schnellzugriff: Um an Systemfunktionen wie Suchen, Teilen oder Einstellungen zu gelangen, genügt auf dem Tablet ein Fingerwisch vom rechten Bildschirmrand. Mit der Maus kommt man ähnlich fix an den Charms-Bar, wie die System-Seitenleiste bei Microsoft heißt: Einfach eine der beiden rechten Ecken ansteuern, schon ploppt die Leiste hervor. Noch schneller geht es per Tastatur, wenn man die Kombination Windows-c eingibt.

4. Eine Alternative zum Startmenü: Mit Windows 8 hat Microsoft sich vom Start-Menü verabschiedet. Einen Teil von dessen Funktionalität kann man mit der Tastenkombination Windows-x zurückholen. Die aktiviert ein Aufklappmenü, das schnellen Zugriff auf die wichtigsten Systemfunktionen bietet. Sogar das alte DOS-Prompt ist hier erreichbar.

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Windows 8: Weder Fisch noch Fleisch

5. Die Befehlsleiste hervorholen: Was in älteren Windows-Versionen die Menüleiste war, ist jetzt die Befehlsleiste. Um Bildschirmplatz zu sparen, ist sie normalerweise verborgen. Am Tablet wird die Leiste per Fingerwisch von unten hervorgeschoben. Muss man stattdessen eine Maus bemühen, gilt in allen Metro-Apps der Rechtsklick als Abkürzung. Schneller geht es über das Tastenkürzel Windows-z.

6. Abkürzung zum Start-Bildschirm: Zum Start-Bildschirm der Metro-Oberfläche kommt man aus jeder App und vom Windows-Desktop aus zurück, indem man mit der Maus die Ecke links unten ansteuert. Schneller geht es per Tastatur, wenn man die Windows-Taste drückt. Ein weiterer Druck auf die Taste und man kehrt zur App zurück

7. Aktive Apps verwalten: Führt man den Maus-Cursor in die obere linke Ecke, sieht man eine Miniatur der zuletzt verwendeten App. Per Klick darauf kehrt man zu dieser App zurück. Führt man den Cursor von dem Vorschaubild nach unten, öffnet sich eine Liste aller aktiven Apps. Durch die kann man hindurchscrollen, und so zu jeder dieser Apps umschalten. Ein rechter Mausklick auf eines der App-Symbole in der Liste öffnet ein Untermenü mit der Möglichkeit, die jeweilige App zu schließen.

8. Die Bildschirmteilung verwenden: Windows 8 kann den Bildschirm so aufteilen, dass man zwei Apps gleichzeitig nutzen kann. Dazu klickt man von einer geöffneten App aus links oben in die App-Leiste, scrollt zur gewünschten Zweit-App herunter, packt diese mit der Maus und zieht deren Symbol nach links oder rechts neben die geöffnete Apps und lässt dann die Maustaste los. So lässt man quasi eine App neben die andere fallen. Das Seitenverhältnis beider Apps ist dabei festgelegt. Welche den größeren Teil des Bildschirms einnehmen soll, lässt sich über die Trennleiste zwischen den Apps per Maus einstellen.

9. Sperrbildschirm einschalten: Wenn man nur mal schnell den Bildschirm verriegeln will, ohne den Rechner in den Stand-by-Modus zu versetzen, drückt man die Tastenkombination Windows-l, um den Sperrbildschirm zu aktivieren.

10. Die App-Übersicht anzeigen: Auf viele Apps hat man vom Startbildschirm aus Zugriff, aber nicht auf alle. Einen schnellen Überblick schafft die Tastenkombination Windows-q.

11. Schnellzugriff auf Festplatten, Ordner und Netzlaufwerke: Windows-Nutzer haben sich über die Jahre daran gewöhnt, dass ihre Festplatten, Wechselmedien, Bibliotheken, Favoriten und Netzlaufwerke im sogenannten Arbeitsplatz, in englischen Windows-Versionen einfach "Computer" genannt, aufgelistet sind. In Windows 8 fehlt zwar das Arbeitsplatz-Symbol, die PC-Umgebung ist aber weiterhin aufrufbar, über die Tastenkombination Windows-e.

12. Die neue Screenshot-Funktion: Bildschirmfotos zu machen geht mit Windows 8 erheblich leichter als mit seinen Vorgängerversionen. Musste man früher per Druck auf die Taste Druck den Bildschirminhalt in die Zwischenablage kopieren, um ihn dann per Malprogramm (z.B. Paint) wieder einzufangen und als Datei abzuspeichern, erledigt jetzt die Tastenkombination Windows-Druck dasselbe Prozedere und erzeugt automatisch nummerierte PNG-Dateien, die im Ordner "Bilder" abgelegt werden.