Fehler 53: iPhone unbrauchbar nach Billigreparatur - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Fehler 53 Billigreparaturen können beim iPhone teuer werden

Das iPhone beim Billiganbieter reparieren lassen? Riskant! Es könnte danach nicht mehr zu gebrauchen sein. Nicht wegen möglicher Kunstfehler, sondern aus Sicherheitsgründen.
iPhone 6s und 6s Plus: Den Bildschirm lieber beim autorisierten Händler tauschen lassen
iPhone 6s und 6s Plus: Den Bildschirm lieber beim autorisierten Händler tauschen lassen

iPhone 6s und 6s Plus: Den Bildschirm lieber beim autorisierten Händler tauschen lassen

Foto: SPIEGEL ONLINE
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit Kurzem geht bei vielen iPhone-Besitzern die Angst um: Die Angst, der Fehler 53 könnte ihr Gerät unbrauchbar machen. Geschürt wurde diese Angst durch einen Artikel im britischen "Guardian ". Der Text schildert die Geschichte des freischaffenden Fotografen Antonio Olmos, dessen iPhone keinen Mucks mehr von sich gab, nachdem es den Fehler 53 angezeigt hatte.

Die Vorgeschichte: Olmos war vor einigen Wochen im Auftrag des "Guardian" in Mazedonien unterwegs, wo ihm sein iPhone herunterfiel. Die Reparatur von Bildschirm und Home-Taste ließ er in einem örtlichen Laden durchführen, war damit vollkommen zufrieden und konnte das Gerät wieder wie gewohnt benutzen. Erst einige Wochen später, nachdem er ein iOS-Update durchgeführt hatte, trat der Fehler auf und das Handy war hin.

Weil er sich nicht zu helfen wusste, wollte er sich in einem Apple Store Rat holen und war von der Antwort, die er dort erhielt, entsetzt: Die Mitarbeiter erklärten ihm, dass sie ihm da auch nicht helfen könnten. Seine einzige Chance sei ein kompletter Gerätetausch, Kosten: 350 Euro.

Fehlermeldung zum Schutz der Kunden

So unangenehm diese Erfahrung für Antonio Olmos gewesen sein mag, neu ist sie nicht. Schon im April 2015 berichtete "The Daily Dot " von dem seltsamen Fehler, der iPhones bei einem iOS-Update ereilen und lahmlegen kann. In einem Support-Forum  des Unternehmens gehen Fragen zum Fehler 53 sogar bis November 2014 zurück.

Fotostrecke

Pretty in Pink: Die neuen iPhones im Test

Foto: SPIEGEL ONLINE

Als Reaktion auf den Artikel im "Guardian" hat Apple nun aber klargestellt: Das beobachtete Verhalten ist Absicht. "Wir nehmen die Sicherheit unserer Kunden sehr ernst und der Fehler 53 ist das Ergebnis von Sicherheitsprüfungen, die entwickelt wurden, um unsere Kunden zu schützen."

Bei einem iOS-Update oder wenn man das iPhone aus einem Back-up wiederherstellt, überprüft die Software anhand nicht näher benannter Spezifikationen, ob der im Gerät vorgefundene Fingerabdrucksensor zum Gerät gehört. "Stellt iOS dabei eine Diskrepanz fest, besteht das Gerät den Test nicht und Touch ID sowie Apple Pay werden deaktiviert." So soll verhindert werden, dass ein Gerät mit einem manipulierten Sensor für kriminelle Zwecke genutzt werden kann.

Das könnte man auch eleganter lösen

Sogar eine eigene Support-Seite für den Fehler 53  hat Apple eingerichtet. Dort wird man aufgefordert, beim Auftreten der Fehlermeldung zunächst die neueste iTunes-Version zu installieren, dann das iPhone neu zu starten und die Durchführung des Updates noch einmal zu versuchen.

Sollten diese Maßnahmen fehlschlagen, bleibe nur, den Apple Support anzurufen. Der könne einen Kostenvoranschlag für eine Reparatur machen, falls man den Bildschirmtausch bei einem nicht von Apple autorisierten Händler hat durchführen lassen.

So bleibt festzustellen, dass Apple mit dem Fehler 53 eigentlich nur Gutes tun, seine Kunden vor Missbrauch gestohlener Geräte schützen will. Ein richtiger Gedanke, nur leider schlecht ausgeführt. Denn würden nur Touch ID und Apple Pay deaktiviert, könnte man sein Gerät wenigstens weiterbenutzen. So aber wird in jedem Fall ein kostspieliger Austausch nötig.