Fliegende Mobilfunkmasten Drohnen sollen Funklöcher stopfen
Drohne des tschechischen Herstellers Primoco
Foto: Deutsche TelekomMit Drohnen wollen die Provider Deutsche Telekom und Vodafone ihre Mobilfunknetze im Krisenfall unterstützen. Kurz vor dem Mobile World Congress in Barcelona Anfang März haben die Unternehmen zwei unterschiedliche Drohnen-Konzepte vorgestellt, um Mobilfunkverbindungen zumindest für kurze Zeit in unversorgte Gebiete zu bringen.
Die Telekom hat ihr Konzept nach eigenen Angaben bereits Mitte Februar beim Skilanglaufrennen Jizerská 50 im tschechischen Isergebirge erprobt. Demnach flog eine Drohne vom Typ Primoco One 150 in 2,3 Kilometer Höhe über einem sechs Kilometer langen Teilstück des Langstreckenwettbewerbs. Dank der integrierten Mobilfunktechnik konnte das unbemannte Fluggerät im Verlauf der Veranstaltung mehr als 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und mehr als 20.000 Besucherinnen und Besucher mit Mobilfunkdiensten versorgen.
Lasershow bei Kabelbruch
Die Drohne ist flexibel aufgebaut. Sie kann sowohl per Funk vom Boden mit dem Mobilfunknetz verbunden werden als auch eine Satelliten-Verbindung nutzen. Neben Veranstaltungen könnte eine solche Drohne auch im Krisenfall zum Einsatz kommen, um zusammengebrochene Telekommunikationsinfrastruktur zu ersetzen. Die Drohne mit einer Spannweite von 4,85 Metern kann dabei bis zu 1200 Mobilfunkgeräte gleichzeitig versorgen.
Vodafone will in Barcelona eine eigene Drohnen-Lösung präsentieren, die insbesondere dann zum Einsatz kommen soll, wenn eine Datenleitung – etwa bei Baggerarbeiten – versehentlich gekappt wird und deshalb Mobilfunkmasten vom Hauptnetz getrennt sind. In solchen Fällen können Drohnen paarweise aufsteigen, um eine Ersatzverbindung zu schaffen und den abgetrennten Mobilfunkmast wieder zu versorgen.
Der Clou: Die Verbindung zwischen den Drohnen wird per Laser hergestellt. Solche Verbindungen sind zur Versorgung getrennter Standorte zwar nicht ungewöhnlich, da es aber um eine zielgenaue Verbindung zwischen Sendern und Empfängern geht, ist die Verbindung zwischen zwei fliegenden Stationen eine Herausforderung. Zudem muss eine Mobilfunkstation mit einer hohen Datenbandbreite angeschlossen werden, um genug Teilnehmern eine Mobilfunkverbindung zu ermöglichen.
Bei einem Test in Spanien gelang es laut Vodafone, eine Entfernung von drei Kilometern zu überbrücken. Die Drohnen werden dazu mit den Mobilfunkstationen per Kabel (zu deren Länge Vodafone keine Angaben machte) verbunden, über die sie neben der Datenverbindung auch mit Energie versorgt werden können. Allerdings ist es laut Vodafone nur gelungen, die Verbindung »kurz« aufrechtzuerhalten – wie kurz, erwähnt das Unternehmen nicht. Wenn das System stabil funktionieren sollte, könnte es stark gefragt sein: Vodafone hat im Jahr zwischen 75 und 100 Unterbrechungen von Datenleitungen zu verzeichnen.