US-Mobilfunkmarkt Hersteller und Provider verbünden sich gegen Smartphone-Diebe
Nokia-Lumia-Smartphone: Diverse Firmen gemeinsam gegen Handydiebe
Foto: DADO RUVIC/ REUTERSWashington - Die Marktführer im Mobilfunkbereich wollen Handy-Dieben das Leben schwerer machen: Das ist Ergebnis eines Treffens der wichtigsten amerikanischen Service-Anbieter wie AT&T und Verizon, die am Dienstag zusammengekommen waren. Unter dem Dach des Telekommunikationsverbands CTIA einigten sie sich gemeinsam mit den bedeutendsten Firmen im Hersteller- und Software-Bereich - darunter Apple, Google, HTC, Motorola, Huawei, Microsoft, Nokia und Samsung - auf eine "freiwillige Verpflichtung gegen Smartphone-Diebstahl ".
Die beteiligten Firmen erklären in der Verpflichtung, ab Juli 2015 sämtliche in den Verkauf gehenden Neugeräte mit einer Funktion auszustatten, die es dem Besitzer ermöglicht, aus der Ferne Daten zu löschen und das Smartphone komplett lahmzulegen. Damit könne eine Aktivierung des Geräts ohne Einwilligung des Besitzers verhindert werden. Sollte ein gestohlenes oder verlorenes Gerät wieder auftauchen, soll es sich über eine Wiederherstellung in den alten Zustand zurückversetzen lassen. Die Verpflichtung bezieht sich bislang lediglich auf den US-Markt.
Während eine Reihe von Parlamentariern die Vereinbarung begrüßte, wurde sie vom kalifornischen Senator Mark Leno scharf kritisiert. Wie die Tech-Website "Re/code" berichtet , hatte der Politiker bereits im Februar eine Gesetzesinitiative für eine verpflichtende Abschaltfunktion angestoßen.
"Ein unzureichender Schritt"
Nun wird Leno mit der Einschätzung zitiert , der Schritt der Industrie gehe in die richtige Richtung, sei aber "unzureichend, um der weitverbreiteten Seuche von Smartphone-Diebstählen zu begegnen". Um die Straßenkriminalität und den Raub von Smartphones und Tablets wirksam zu bekämpfen und einen abschreckenden Effekt zu haben, müsse die große Mehrheit der Verbraucher über eine solche Abschaltfunktion verfügen, meint Leno. Andernfalls würden sich derartige Delikte weiter ereignen.
Dass die Antiklau-Initiative wirklich freiwillig ist, bezweifelt übrigens so mancher Industrie-Beobachter. So liegt es aus Sicht vieler Tech-Kommentatoren nahe, dass die Firmen einem konkreten Diebstahlschutzgesetz zuvorkommen wollten. "Ars Technica" zum Beispiel weist explizit auf Lenos Gesetzesinitiative hin, "Cnet" führt neben Leno eine Reihe weiterer Unterstützer wie die Bezirksstaatsanwälte von San Francisco und New York an.