Angespielt: Bulletstorm
Angespielt Bulletstorm
Es gibt Menschen, die erzählen einen blöden Witz nach dem anderen. Spätestens nach fünf Minuten rollt man mit den Augen und möchte nur noch das Weite suchen. Es gibt aber auch die anderen: Die Menschen, die Zoten so amüsant erzählen, dass man gar nicht anders kann als mitzulachen. Sie sind sich der Blödsinnigkeit dessen bewusst, was sie erzählen, wissen, wie sie die Spirale immer weiter drehen können und immer neue Lacher bekommen. Sie sind lustig, weil die Witze, die sie erzählen, nebensächlich sind. Wichtig ist die Art und Weise, wie sie erzählt werden.
Ungefähr so funktioniert "Bulletstorm". Das Actionspiel besteht eigentlich aus einem Nichts an Geschichte mit einem Humorniveau ungefähr auf der Höhe eines Furzkissens. Es ist also im Grunde unerträglich. Und tatsächlich: Schaut man sich einen der frühen Trailer an, ist das wirklich zum Davonlaufen unkomisch und vor allem stupide ballernd.
Doch all das ändert sich, wenn man einmal das Gamepad in die Hand nimmt und spielt. Dann wird nämlich aus dem kalauernden Egoshooter ein Spiel, in dem es vor allem darum geht, Gegner möglichst kunstvoll zu erlegen. Sie mit einem Lasso heranzuziehen und sie dann mit einem gezielten Tritt in einen Kaktus zu schleudern, sie in einen Ventilator zu feuern oder sie an die Fische zu verfüttern. Und genauso taucht das dann in den Statistiken auf. Je kunstvoller man seine Gegner erledigt, je präziser man ihnen zum Beispiel in den Hintern schießt, desto besser die Punktzahl. Das ist natürlich grenzverletzend und pubertär, gleichzeitig aber auch durchaus spaßig.
Damit hat es "Bulletstorm" schon in die Schlagzeilen des rechten amerikanischen Erregungssenders Fox News gebracht, und im richtigen Umfeld kann das auch hierzulande für empörte Schlagzeilen sorgen. Doch damit würde man ein Spiel überschätzen, bei dem es einfach nur darum geht, sehr vielseitiges Gameplay zu bieten und dabei eine Reihe von dummen Witzen zu erzählen, über die man sich bei ein paar Bier und Chips hervorragend amüsieren kann. Die einem aber peinlich wären, würde man sie in der Öffentlichkeit erklären müsste.
"Bulletstorm" von Electronic Arts, für Xbox 360, Playstation 3 und PC, ab 40 Euro; USK: Ab 18 Jahren
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