Angespielt: Driver San Francisco - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Angespielt: Driver San Francisco

Angespielt Driver San Francisco

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zurück zur Übersicht

"Driver: San Francisco" tritt ein schweres Erbe an. Der erste Teil der Reihe war stilbildend, hat mit seinen Filmeinflüssen und der freien Befahrbarkeit der Stadt Spielreihen wie "GTA" erst möglich gemacht. Das allerdings war 1999. Danach war Abstieg angesagt, der Tiefpunkt "Dri3er", der dritte Teil, schwankend zwischen guten Momenten, vielen Programmfehlern und zweifelhaften Designentscheidungen. Jetzt also "San Francisco", wieder von Reflections entwickelt, dem Studio, das die Reihe erfunden hat. San Francisco ist naheliegend für ein Spiel, das eine Hommage an amerikanische Autos ist, das Filme wie "Bullit" zitiert und die Serie "Die Straßen von San Francisco".

"Driver: San Francisco" ist, soviel vorweg, das beste Spiel der Reihe seit dem ersten Teil. Dennoch ist es ein zwiespältiges Werk. Es macht viel Spaß zu fahren, sich einfach einen Dodge Challenger zu schnappen, über die Golden Gate-Bridge zu fahren oder damit Sprünge zu üben. Es trifft das Gefühl der filmischen Vorbilder, lässt einen wünschen, sich tatsächlich in so ein Auto zu setzen. Das Spiel hat mit der "Shift" genannten Technik eine erst merkwürdig erscheinende, später aber sehr gut funktionierende Spielmechanik: Per Knopfdruck kann man sich aus einem Auto in das nächste teleportieren und so bei Verfolgungsjagden tolle Strategien entwickeln.

Kurz: Es macht wirklichSpaß. Bis es einen dann ganz schnell in die Realität zurück holt. Sobald nämlich jemand den Mund aufmacht, kommen entweder dumme Witze, belanglose Dialoge oder unmotiviert vorgetragene Gewichtigkeiten. Sobald das Spiel versucht, eine Geschichte zu erzählen, ist man versucht, einen Knopf zu drücken, mit dem man diese Szenen überspringen kann, was zum Glück auch funktioniert. Eine noch größere Furcht entwickelt man bei Sprüngen von Auto zu Auto, denn wer nicht aufpasst, landet in einem, in dem zwei Personen sitzen. Das löst sofort ein endloses Geplapper aus, das einen direkt von den Straßen von San Francisco ins deutsche Vorabendfernsehen transportiert und einen immer wieder die Frage stellen lässt: Warum?

"Driver San Francisco" von Ubisoft für PC, Playstation 3 und Xbox 360, ca. 45 Euro; Ab 12 Jahren

Weiter zu: Gemini Rue

Mehr lesen über

Verwandte Artikel