Angespielt: "Plants vs. Zombies: Garden Warfare" - DER SPIEGEL
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"Plants vs. Zombies: Garden Warfare": Bunt und brutal

Foto: Electronic Arts

Angespielt "Plants vs. Zombies: Garden Warfare"

Der Multiplayer-Shooter "Plants vs. Zombies: Garden Warfare" sieht amüsant aus und macht Spaß - zumindest für eine gewisse Zeit.  Manche Dinge lernt man allerdings erst, wenn man tausend Tode stirbt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Endlich: Der Allstar-Zombie steht mit dem Rücken zu mir, und ich kann ihm ein Ladung Kaktusstacheln in den Rücken schießen. Zumindest war das der Plan. Allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass oben auf dem Dach ein Soldatenzombie steht und auf mich schießt. Kurz vor dem Tod erreicht mich zum Glück der Heilstrahl einer Sonnenblume. Ich bin gerettet. Bis sich ein als verrückter Wissenschaftler verkleideter Zombie auf mich stürzt und ich zu Boden falle.

Eine Stunde lang habe ich mich in das Getümmel von "Plants vs. Zombies: Garden Warfare" gestürzt, einem reinen Multiplayer-Shooter. Habe Pflanzen und Zombies beschossen, habe als Kaktus, Erbsenpflanze oder in diversen Zombie-Kostümen gespielt. Ich habe mit meinem Team in kurzen Matches Siege geholt und Niederlagen erlebt. Und immer wieder zwischen Spaß und Planlosigkeit geschwankt. Jetzt reicht es. Obwohl es Spaß gemacht hat und vor allem äußerst amüsant aussieht.

Mit der Erfahrung von tausend Toden

"Plants vs. Zombies: Garden Warfare" ist ein Spiel, das eigentlich nicht funktionieren dürfte. Die Darsteller sind aus einem Tower-Defense-Spiel übernommen, das sich vor allem an Gelegenheitsspieler richtet und auf Tablets sehr erfolgreich war. Dort ging es darum, mit kämpfenden Pflanzen einen Garten vor herannahenden Zombies zu verteidigen. Das Spielprinzip von "Garden Warfare" hingegen ähnelt eher Online-Shootern wie "Call of Duty" oder "Battlefield". Multiplayer-Kämpfe mit verschiedenen Zielen. Gebiete erobern zum Beispiel - oder einfach nur so viele Gegner wie möglich zu erledigen. Und genau wie dort erfordert längeres Spielen eine tiefere Einarbeitung in die Mechanik, in die verschiedenen Spielmodi und auch in die Steuerung. Dinge, die man nur lernt, wenn man tausend Tode stirbt.

Einen Teil davon erledige ich schon in der ersten Stunde. Während ich noch versuche, einen Zombie heimtückisch von hinten zu erwischen, werde ich unvorsichtig und sofort niedergestreckt. Eine Pflanzenbombe detoniert unter mir, eine fleischfressende Monsterpflanze schnappt zu.

Ich bewundere die Menschen, die sich hier einarbeiten. Die verschiedene Waffen einsetzen, bestimmte Munition kaufen und sich immer neue Taktiken ausdenken. Ich werde allerdings keiner von ihnen. Und schaue mir ein letztes Mal an, wie eine Sonnenblume einen Heilstrahl an einen Kaktus schickt und beide anmutig ihren Gegnern entgegenwatscheln.


"Plants vs. Zombies: Garden Warfare" von Electronic Arts, für Xbox One und 360 (PC-Version geplant); ab 30 Euro; USK: Ab 12 Jahren