Corona-Hilfen für Selbständige: Staatsreligion Festanstellung - Podcast - DER SPIEGEL
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Sascha Lobo – Der Debatten-Podcast Staatsreligion Festanstellung

Politiker schmücken sich gern mit erfolgreichen Künstlern, schrieb Sascha Lobo. Aber ansonsten zählten Kreative nur etwas, wenn sie Arbeitsplätze schaffen. Im Podcast greift er Leserreaktionen auf.
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Jenseits von Fototerminen mit Polit-Promis gebe es staatliche Anerkennung für Selbstständige erst, wenn sie für Festanstellungen sorgen, beklagt Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne »Der deutsche Staat verachtet Selbstständige und Kreative«. Vorher seien sie für die Politik eine Last.

Für die Lufthansa und Festangestellte gebe es in der Coronakrise »Sonderregeln, Milliardenhilfen, Staatskredite, Kurzarbeit«, aber bei Selbstständigen tue der Staat, als sei es »irgendwie deren eigene Schuld, dass Aufträge ausbleiben«. Weder der »fiktive Unternehmerlohn, noch eine Fixkosten-Erstattung oder die Novemberhilfen« seien für viele Selbstständige eine echte Hilfe, glaubt Lobo. Stattdessen unterstelle etwa Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), dass der Staat ihnen mit Transferleistungen helfen müsse – was nach Einbahnstraße klingt, ganz so, als würden Selbstständige nicht auch Steuern zahlen.

Im »angeblichen Land der Dichter und Denker« werde das Dichten und Denken leider nicht angemessen wertgeschätzt, denn es gebe »noch vor dem Christentum eine Staatsreligion, und sie heißt Festanstellung«, schreibt Lobo. Und die rechtfertige so ziemlich alles, von Umweltzerstörung über Subventionsexzesse bis zu Waffenverkäufen an Diktatoren. Selbstständigkeit hingegen werde stets als »unsolidarisch, überprivilegiert und irgendwie unseriös« dargestellt.

Das Problem sei systemisch und tief in der politischen Kultur des Landes verankert, beklagt der Kolumnist: Die Union sei die feste Freundin der großen Unternehmen und Konzerne, SPD und Gewerkschaften hielten die Festanstellung für »das allein seligmachende Heil«. Deshalb seien sie sich seit Jahrzehnten einig, »dass um Gottes willen die Systematik nicht verändert wird«.

In seinem Podcast kommentiert Lobo ausgewählte Zuschriften seiner Leserinnen und Leser.

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pbe

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