Angespielt Guitar Hero 80s
Die "Guitar Hero"-Serie besitzt für Luftgitarrenspieler die gleiche Anziehungskraft wie die Karaoke-Reihe "Sing Star" für Badewannensänger: Sie nutzt geheimste Wünsche, ein Star zu werden aus und kleidet sie in Spielform. "Sing Star" benutzt dazu ein Mikrofon, "Guitar Hero" eine Plastikgitarre, die an die Spielkonsole gestöpselt wird.
Beiden gemein ist: Sie können einen netten Abend mit Freunden zu einer lustigen und ziemlich geschmacksverirrten Hölle machen. Bei beiden aber kommt es vor allem auf eines an: die Musik. Die ist bei "Guitar Hero rocks the 80s" leider nicht ganz vorn dabei. Und das liegt nicht nur daran, dass in den achtziger Jahren zum ersten Mal der Tod der E-Gitarre verkündet wurde, sondern auch daran, dass die Songauswahl schnell zeigt, warum der Tod auch eine gute Idee gewesen wäre. B-Ware von Anthrax, den Scorpions oder Twisted Sister mischt sich mit den New Wave-Haarmonstern von A Flock of Seagulls, während The Police kuriose Außenseiter bleiben. Weil aber Geschmacksverwirrungen das Prinzip dieser Art von Spielen sind, macht das auch nichts:
Wer die beiden Vorgänger hat, wird sich über neue Songs freuen, wer mal reinschnuppern will, kann das auch mit dieser Version prima tun. Er sollte sich nur eine Palette Karlsquell besorgen und ein paar Freunde dazu einladen. Dann kann nichts mehr schiefgehen.
"Guitar Hero rocks the 80s" von Activision; für Playstation 2, mit Gitarre ca. 70 Euro; USK: Ohne Altersbeschränkung
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