Black Friday: Amazon testet »Versand ohne Eile« mit Rabatt - länger warten, bisschen sparen - DER SPIEGEL
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Länger warten, ein wenig sparen Amazon testet »Versand ohne Eile« mit Rabatt

Darf es etwas länger dauern? Amazon-Kunden, die Geduld mitbringen, können derzeit bei manchen Bestellungen eine neue Lieferoption anwählen. Wie attraktiv der zugehörige Rabatt ist, ist Ansichtssache.
Logistikzentrum von Amazon: Rund um den Black Friday wird viel bestellt
Logistikzentrum von Amazon: Rund um den Black Friday wird viel bestellt

Logistikzentrum von Amazon: Rund um den Black Friday wird viel bestellt

Foto: Hauke-Christian Dittrich / picture alliance / dpa

Der Onlinehändler Amazon macht Kundinnen und Kunden, die bereit sind, einige Tage länger auf das Eintreffen von Produkten zu warten, derzeit Rabattangebote. Bei manchen Bestellungen taucht eine Option namens »Versand ohne Eile« auf, bei der Nutzerinnen und Nutzern mit aktivem Prime-Abo eine Ersparnis in Höhe von einem Prozent in Aussicht gestellt wird. »Wenn du deine Bestellung nicht sofort brauchst, kannst du den Gratis-Versand ohne Eile wählen und erhältst einen sofortigen Rabatt«, heißt es in einem Erklärtext des Unternehmens. »Das Lieferdatum für den Versand ohne Eile wird dir an der Kasse angezeigt. Indem du den Ohne-Eile-Versand wählst, hilfst du uns, Lieferungen für Kunden mit dringenden Bedürfnissen zu priorisieren.«

Auf Amazons Website heißt es, der Rabatt gelte nur für »qualifizierte Artikel«. Welche das sind, macht der Konzern aber nicht transparent. User des Schnäppchenportals mydealz berichten , dass ihnen der Rabatt unter anderem für teure Produkte wie Smartphones, Konsolen und Haushaltsgeräte angeboten worden sei. Einige User allerdings berichten auch, dass die Option bei ihnen nicht auftauche, trotz Prime-Abos. Dies deckt sich mit Erfahrungen aus der SPIEGEL-Redaktion.

Lieferoption bei einer Drohnenbestellung: Je nach Warenwert geht es um Centbeträge oder aber einige Euro

Lieferoption bei einer Drohnenbestellung: Je nach Warenwert geht es um Centbeträge oder aber einige Euro

Foto: Amazon

Amazon äußert sich auf Nachfrage nur sehr grundsätzlich zu dem Angebot. »Wir sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, um das Einkaufserlebnis für unsere Kund:innen zu verbessern«, heißt es: »Derzeit testen wir eine Lieferoption, die es Kund:innen ermöglicht, Rabatte auf ausgewählte Produkte zu erhalten, wenn sie ihre Bestellung nicht sofort benötigen.« Auf die Fragen, warum der Rabatt ausgerechnet ein Prozent beträgt und welche Produkte und Kundengruppen dafür infrage kommen, antwortet Amazon nicht.

Hat das Angebot mit dem Black Friday zu tun?

Im Netz stößt das Angebot sowohl auf Spott als auch Zuspruch. Ein mydealz-Nutzer etwa schreibt: »Als Prime-Mitglied bezahle ich doch für einen schnelleren Versand? Warum sollte ich denn dann bereit sein, wegen lächerlichen ein Prozent Rabatt meine Ware später zu erhalten? Wer hat sich denn diesen Müll ausgedacht?« Ein anderer Nutzer kommentiert: »Finde ich tatsächlich eine super Idee! So muss der Lieferservice nicht wegen eines einzelnen kleinen Pakets zu mir fahren.«

In den USA gibt es eine ähnliche Lieferoption schon länger. Amazon wollte damit zum Beispiel während der Pandemie Lieferengpässe entschärfen. Wer sich als US-Kunde dafür entscheidet, freiwillig ein wenig länger auf seine Lieferung zu warten, erhält im Gegenzug mitunter eine Prämie in Höhe von drei Dollar pro Bestellung. Einlösen lässt sich dieses Guthaben, wenn man bei Amazon digitale Produkte wie Kindle-Inhalte, E-Books oder Musik kauft.

Ob die Rabattaktion auch in Deutschland mögliche Lieferengpässe während der sogenannten Black Week verhindern soll, ist unklar. Die Gewerkschaft Ver.di ruft die Amazon-Beschäftigten zum Streik am anstehenden Black Friday auf, dem für Onlinehändler umsatzstärksten Tag des Jahres. Die Proteste sollen auf schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen bei dem US-Konzern aufmerksam machen.

sgo

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