Bundeskriminalamt: Deutsche Ermittler melden Schlag gegen Cybercrime-Tools - DER SPIEGEL
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»Operation Endgame« Ermittler nehmen berüchtigte Cybercrime-Tools vom Netz

Mit internationalen Partnern haben deutsche Ermittler zwei wichtige Werkzeuge von Onlinekriminellen ausgebremst. Die Rede ist von »einem der gefährlichsten Stealer und einem der meistgenutzten Trojaner«.
Logo der »Operation Endgame«: Die Ermittlungen laufen schon länger
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Foto: Jörg Halisch / dpa

Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main melden Erfolge im Kampf gegen die weltweite Cyberkriminalität. In einer gemeinsamen Pressemitteilung  gaben beide am Donnerstag bekannt, sie hätten »einen der gefährlichsten Stealer und einen der meistgenutzten Trojaner« weltweit unschädlich gemacht. Die Aktion sei mit Strafverfolgungsbehörden aus den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Belgien und den USA abgestimmt gewesen, auch aus weiteren Ländern wie Australien habe es Unterstützung gegeben. Der Schlag war Teil der sogenannten Operation Endgame, im Zuge derer die Ermittler zum Beispiel schon gegen die Schadsoftware »Trickbot« und deren Hinterleute vorgegangen waren.

Dieses Mal lag der Fokus auf dem Windows-Infostealer Rhadamanthys. Zu ihm erklärt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) , er sei entwickelt worden, um vertrauliche Daten von infizierten Systemen zu stehlen: »Die Malware sammelt sowohl gespeicherte Zugangsdaten als auch Kryptowährungs-Wallet-Informationen.«

Das BKA und die ZIT sprechen nun von »einem der führenden Stealer weltweit«, der seit Dezember 2022 im Einsatz sei. Nun, bei der »Operation Endgame 3.0«, sei es gelungen, seine technische Infrastruktur abzuschalten. Die Rede ist dabei von »mehr als 1000 täterseitig genutzten Servern«, davon über 180 in Deutschland. Im Zuge der Aktion seien Daten von über 650.000 Opfern der Software sichergestellt worden. Die zweite Schadsoftware, die den Angaben zufolge »unschädlich« gemacht wurde, ist ein sogenannter Remote-Access-Trojaner namens VenomRAT.

»Beide Malware-Varianten gelangen in der Regel über Phishingmails oder kompromittierte Anhänge oder maliziöse oder manipulierte Webseiten auf die Systeme ihrer Opfer«, heißt es weiter.

Die »Operation Endgame« soll weiterlaufen

Im Zuge des Schlags gegen die Schadprogramme gab es auch elf Durchsuchungen sowie eine Festnahme, Letztere in Griechenland. Außerdem wurden der Pressemitteilung von BKA und ZIT zufolge Kryptowerte in Höhe von über 200 Millionen Dollar von führenden Kryptowährungsbörsen gesperrt. »Die Möglichkeiten der Cyberkriminellen, Gelder in den legalen Geldkreislauf einzubringen, werden dadurch erheblich eingeschränkt«, heißt es.

»Die ›Operation Endgame‹ wird weitergehen«, kündigt derweil Carsten Meywirth, der Leiter der Abteilung Cybercrime beim BKA, an. »Wir gehen gegen die Kriminellen selbst und ihre Infrastruktur vor. Wir entziehen ihnen ihre finanziellen Mittel und machen deutlich, dass wir Ransomware auch in Zukunft mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verfolgen werden.«

Begleitet wird die »Operation Endgame« von einigen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen, wie einem Operations-Logo und Sicherstellungs-Bannern, die auf Websites platziert wurden, die mit der Malware in Zusammenhang standen. Ein weiteres Mittel, das die Ermittler einsetzen, sind Kurzvideos mit der Botschaft »Operation Endgame – think about (y)our next move«. Hinweise von Nutzerinnen und Nutzern illegaler Dienste werden zudem über einen Telegram-Kanal angenommen .

mbö