Netzwelt-Ticker: Symantec warnt vor eigenem Programm - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Symantec warnt vor eigenem Programm

Nach einem Software-Diebstahl ruft Anti-Virus-Software-Hersteller Symantec seine Kunden zum Abschalten auf. Megaupload-Mitarbeiter kommen auf Kaution frei und Anti-Virus-Experten beobachten autonome Viren-Würmer-Symbiosen. Das und mehr im Überblick.
pcAnywhere: Der Hersteller empfiehlt, die Software vorläufig abzuschalten
pcAnywhere: Der Hersteller empfiehlt, die Software vorläufig abzuschalten

pcAnywhere: Der Hersteller empfiehlt, die Software vorläufig abzuschalten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Anti-Virus-Software-Hersteller Symantec hat bestätigt, dass Hacker den Quellcode der 2006er Versionen mehrerer Norton-Sicherheitsprodukte gestohlen haben. Jetzt legt er mit einer Warnung an Kunden des Fernwartungsprogramms pcAnywhere  nach.

Weil Hacker mit Hilfe des Quellcodes potentiell neue Sicherheitslücken finden und damit die Computer von pcAnywhere-Anwendern unter ihre Kontrolle bringen könnten, erklärt eine Sicherheitsempfehlung des Herstellers , bestehe ein erhöhtes Risiko für Anwender, "die nicht die üblichen und erprobten Verfahren zur Absicherung ihrer Computer nutzen."

Zurzeit empfehle man seinen Kunden deshalb, die Software zu deaktivieren, bis Symantec ein endgültiges Set von Software-Patches veröffentlicht hat, die alle bekannten Sicherheitslücken schließen. Kunden, die nicht ohne das Programm auskommen, "sollten sich der Risiken bewusst werden, die [neuste] Version 12.5 installieren, alle relevanten und zukünftigen Patches installieren und die [in der Empfehlung besprochenen] Verhaltensregeln befolgen."

Die Darstellung Symantecs, der Code sei aus Firmenrechnern entwendet worden, widerspricht den Aussagen der Hackergruppe Lords of Dharmaraja, die den Quellcode entwendet haben will. Die Hacker hatten Anfang Januar behauptet, der Quellcode stamme von einem geknackten Server eines indischen Geheimdienstes. Sie drohten damals mit weiteren Veröffentlichungen. Auf dem Server hätten sie Quellcode von rund einem Dutzend anderer Software-Firmen entdeckt.

Zwei Megaupload-Mitarbeiter auf Kaution freigelassen

Wellington - Ein neuseeländisches Gericht hat der Haftentlassung von zwei Mitarbeitern der Internet-Tauschplattform Megaupload gegen Kaution zugestimmt. Wie neuseeländische Medien am Donnerstag berichteten, erlaubte Richter David McNaughton die Haftentlassung eines deutschen und eines niederländischen Megaupload-Mitarbeiters. Derselbe Richter hatte am Mittwoch eine Haftentlassung für Megaupload-Gründer Kim Dotcom abgelehnt. Er begründete seine Entscheidung mit hoher Fluchtgefahr.

Die Datentausch-Plattform Megaupload war vergangene Woche auf Betreiben von US-Behörden vom Netz genommen worden. Kim Dotcom und führende Mitarbeiter - überwiegend Deutsche - wurden in Neuseeland festgenommen. Die US-Behörden sehen Megaupload als eine zentrale Verteilstelle für Raubkopien von Filmen, Musik und Software und haben in Neuseeland einen Auslieferungsantrag gestellt. Die Anwälte von Dotcom bestreiten die Vorwürfe, Dotcom selbst erklärte sich vor Gericht für unschuldig.

mak/dpa

Das Frankenvirus: Virus infiziert Wurm

Das Netz ist voller Viren, Würmer, Trojaner und anderer Schadprogramme, die sich gierig auf Daten stürzen, sie infizieren und so Schadroutinen in Rechner schleusen - oder, glaubt man einem Bericht des Malwarecity-Blogs: sich gegenseitig infizieren , sich in blinder Datenwut zu Superungeziefer vereinigen.

Weil Würmer auch nur Programme sind, können Viren sie infizieren, also mit ihnen verschmelzen. Gemeinsam stellen sie eine Frankenstein-Malware dar, schreibt Malwarecity, die doppeltes Gefährdungspotential hat. Das Blog hat sich ein Beispiel eines solchen Malware-Sandwiches herausgenommen, deren Funktionsweisen erklärt und Szenarien entworfen, wie sich aus Kombinationen von Würmern und Viren Superschädlinge entwickeln könnten.

Was am Donnerstag sonst noch wichtig war

  • Tim Berners-Lee hat zum ersten Mal preisgegeben, wo genau er das World Wide Web erfunden hat: nämlich in Frankreich und nicht, wie zuvor angenommen, in der Schweiz. Das Gebäude des Cern-Komplexes steht direkt an der Grenze zwischen Schweiz und Frankreich , zeigen Fotos und Karten eines Blog-Berichts über die Spurensuche.
  • Google hat laut "Cnet" drei amerikanische Schuldistrikte für sich gewonnen - und liefert 27.000 Chromebooks an Schüler  in Iowa, Illinois und South Carolina. Damit gibt es laut Google in den USA "Hunderte Schulen in 41 Bundesstaaten, in denen wenigstens ein Klassenzimmer mit einem Chromebook ausgestattet ist."
  • Eine äußerst unangenehme Sicherheitslücke gefährdet derzeit Linux-Benutzer: Über die Lücke könnte ein Angreifer seine Nutzerrechte erweitern, sich also Vollzugriff auf den Computer verschaffen  und dann vor sich hinwüten oder Programme wüten lassen.
  • Die Menüzeilen (Datei, Bearbeiten, Ansicht,...) in Programmfenstern sind hoffentlich bald Geschichte. Microsoft experimentiert längst mit dem grafischen "Ribbon", neue Browser verstecken sie einfach, Programme wie Quicksilver  führen durch die Hintertür eine Kommandozeile ein - und Ubuntu glaubt an eine Konsole, die auch Amateure benutzen können. HUD, was für ein interessantes Konzept !
  • Gawker hat Martin, einen Nerd-Dienstleister und Hack-Söldner der Kriminellen und Reichen, bei seiner Arbeit begleitet: Sim-Karten-Roulette, Google-Manipulation, Facebook-Stalking - Martin erledigt für Geld die digitale Drecksarbeit .
  • Wie der "Tagesspiegel" berichtet, will der Bundestag gegen ein Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts für mehr Transparenz Berufung einlegen. Nach aktueller Rechtslage können Bürger Einsicht in die Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes nehmen  - etwa zum Staatstrojaner, oder zur "Suche nach außerirdischem Leben".
  • "Project Blaze Zero" zeigt, was HTML5 kann , zum Beispiel Arcade-Spiele mit Bumms und Tralala.

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