Ransomware: Ermittlern gelingt Schlag gegen Erpressergruppe LockBit - DER SPIEGEL
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Ransomware Ermittlern gelingt Schlag gegen Erpressergruppe Lockbit

Die berüchtigte Erpressergruppe Lockbit hat zumindest Teile ihrer Infrastruktur nicht mehr unter ihrer Kontrolle. Strafverfolgern ist es gelungen, unter anderem eine zentrale Website der Kriminellen zu übernehmen.
Screenshot der von Ermittlern übernommenen Lockbit-Seite: »Operation Cronos«
Screenshot der von Ermittlern übernommenen Lockbit-Seite: »Operation Cronos«

Screenshot der von Ermittlern übernommenen Lockbit-Seite: »Operation Cronos«

Foto: REUTERS

Ermittlern ist ein Schlag gegen ein weltweit agierendes Netzwerk von Cyberkriminellen und Erpressern gelungen. In einer gemeinsamen Strafverfolgungsaktion haben die britische National Crime Agency (NCA), das amerikanische Federal Bureau of Investigation (FBI), Europol und auch deutsche Polizeibehörden Teile der Infrastruktur der Hackergruppe Lockbit übernommen, wie auf einer der Websites der Erpresser zu lesen ist.

»Diese Seite ist jetzt unter der Kontrolle der National Crime Agency, die eng mit dem FBI und der internationalen Strafverfolgungseinheit ›Operation Cronos‹ zusammenarbeitet«, ist dort zu lesen. Ein Sprecher der NCA bestätigte, dass die Bande zerschlagen worden sei.

Laut »CyberScoop«  konnten die Strafverfolger zudem Kommunikations- und weitere Server lahmlegen.

Der Sicherheitsexperte Kevin Beaumont wies auf Mastodon  allerdings darauf hin, dass andere Websites von Lockbit nach wie vor erreichbar sind. Auf einer von ihnen seien auch weiterhin Daten von Lockbit-Opfern einsehbar.

Lockbit hat Tausende Opfer

Die Strafverfolger wollen im Laufe des Dienstags weitere Informationen zu der Operation veröffentlichen.

Lockbit und seine Partner haben in den vergangenen Monaten und Jahren einige der größten Unternehmen der Welt gehackt. Mithilfe von Ransomware verschlüsseln sie Dateien, Laufwerke und Sicherungskopien im Netzwerk der Opfer und machen diese damit unbrauchbar. Nur gegen ein Lösegeld übergeben sie einen Schlüssel, um die Systeme wieder lauffähig zu machen. Lockbit erhöht darüber hinaus den Druck auf die Betroffenen mit der Drohung, zuvor kopierte interne Daten zu veröffentlichen. Dabei führt Lockbit die Angriffe nicht immer selbst durch, sondern setzt auch auf ein in der kriminellen Branche übliches »Affiliate«-Programm, kooperiert also mit anderen Tätern, die ihre Ransomware und Dienste mieten. Lockbit verlangt dabei 20 Prozent Gewinnbeteiligung.

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Nach Angaben von Sicherheitsunternehmen gehört Lockbit seit Langem zu den aktivsten Ransomwaregruppen. Der US-Cybersicherheitsbehörde CISA zufolge hat Lockbit seit 2020 mindestens 1700 US-Organisationen angegriffen. Aber auch Unternehmen wie Boeing und die britische Royal Mail sowie Krankenhäuser gehören zu den vielen Opfern von Lockbit und ihren »Affiliates«.

pbe/Reuters