Reaktion auf YouTube MTV kauft Atom Entertainment
200 Millionen Dollar soll Viacom für Atom Entertainment Inc. bezahlt haben - eine Investition, die klar in Richtung YouTube zielt, denn das Portal für Videoschnipsel droht MTV seine Zuschauer wegzuschnappen. MTV-Chefin Judy McGrath sagte, man hoffe, mit dem Atom-Portfolio von Amateurfilmen, unabhängig produzierten Kurzfilmen und schlichten Onlinespielen sein Publikum zu erweitern und junge Zuschauer anzuziehen.
"Diese Erwerbung passt zu unserer Strategie, im digitalen Raum führend zu sein und die Konsumenten auf jeder Plattform und jedem Gerät anzusprechen, das sie nutzen", so McGrath.
Atom ist im Vergleich zum aktuellen Branchenprimus YouTube ein altes Schlachtschiff im Netz: Atom Films war schon in der Frühzeit des Breitband-Internet als Videoportal mit einem Angebot vor allem aus Kurzfilmen aktiv. Vor etwa fünf Jahren verband sich Atom Films mit Shockwave.com, einem Anbieter interaktiver Online-Inhalte. Seit Anfang 2006 heißt das Unternehmen Atom Entertainment.
Atom verschlief beinahe den Trend, Nutzern zu erlauben, Videos auf einfache Weise online stellen und so anderen zugänglich zu machen. Erst seit März 2006 besteht diese Möglichkeit im Atom-Angebot. Nun sollen Atom-Videos über MTVs Breitband-Webchannels verfügbar sein. YouTube und Angebote wie MySpace, mit denen Jugendliche immer mehr Zeit verbringen, bedrohen das bisherige Geschäftsmodell von MTV. Viacom-Aktien hatten in jüngerer Zeit deutlich an Wert verloren.
Vor einigen Tagen war eine Partnerschaft mit Google verkündet worden, um Video-Inhalte online zu vermarkten. Im Mai hat das Unternehmen für 102 Millionen Dollar die Firma Xfire Inc. gekauft, die Foren für Onlinespiele konstruiert.
cis/rtr