World of Warcraft: Untergang von Panderia
US-Sanktionen Iran verliert "World of Warcraft"
Eine ganze Reihe von Online-Games ist derzeit für Spieler in Iran nicht erreichbar. Dabei handelt es sich nicht nur um reine Kampfspiele, neben "World of Warcraft", "Diablo 3" gehört angeblich auch "Second Life" zu den geblockten Online-Angeboten. Bei den meisten dieser Titel könnte es aufgrund von Eingriffen iranischer Behörden zu den Sperren gekommen sein.
Es sind nicht nur iranische Tugendwächter, die den iranischen Fans von Online-Games das Leben schwer machen. Auch eine Vielzahl von Spieleherstellern selbst beteiligt sich an Sanktions- und Blockademaßnahmen, die die US-Regierung seit Jahren gegen die Regierung in Teheran richtet. Vor allem amerikanische Unternehmen laufen Gefahr, selbst drakonische Strafen aufgebrummt zu bekommen, sollten sie das umfassende Embargo gegen Iran unterlaufen.
Entsprechend fiel denn auch die Begründung eines Blizzard-Angestellten im offiziellen "World of Warcraft"-Forum aus, der die US-Sanktionen für die Aussperrung iranischer Gamer aus dem eigenen Angebot verantwortlich machte. US-Handelsbeschränkungen würden es Blizzard verbieten, Geschäfte mit Einwohnern bestimmter Nationen zu machen, darunter Iran. In dieser Woche habe Blizzard seine Prozeduren verschärft, die die Einhaltung dieser Gesetze sicherstellen sollen. Spielern mit IP-Adressen in den betroffenen Staaten werde der Zugang zu Blizzard-Spielen verweigert . Ähnlich argumentierte Mitte des Jahres ein Apple-Mitarbeiter, der einer aus Iran stammenden Studentin kein iPad verkaufen wollte - in einem Apple-Ladengeschäft in den Vereinigten Staaten..
Bei Spielen haben die US-Sanktionen und iranische Zensur dieselbe Folge: Sie beschränkten die Freiheit iranischer Spieler. Berichten zufolge soll sich bereits Anfang August auf Initiative des Ministeriums für Kultur und islamische Führung eine Gruppe namens "Gemeinschaft der Spiele-Designer der islamischen Revolution" gebildet haben. Zu ihren Aufgaben gehöre die Ausmerzung von Angeboten, die Aberglauben, Mythologie, Gewalt und freizügige Bekleidung verbreiten . Schon in der vergangenen Woche zeigte "The Verge" einen Screenshot , der mit den genannten Grundsätzen die Game-Blockade begründen soll.