USA: Erpresser legen IT von Blutspendedienst OneBlood lahm - DER SPIEGEL
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Ransomware Erpresser legen IT-System eines Blutspendedienstes lahm

Es ist bereits der zweite Angriff in diesem Sommer gegen Organisationen, die mit Blutspenden arbeiten: In den USA kann OneBlood nach einer Ransomwareattacke nur eingeschränkt arbeiten, mit Folgen für 250 Krankenhäuser.
Blutabnahme: Professionelle Arbeitsteilung der Täter
Blutabnahme: Professionelle Arbeitsteilung der Täter

Blutabnahme: Professionelle Arbeitsteilung der Täter

Foto: JillianCain / Getty Images

Der US-Blutspendedienst OneBlood ist Opfer eines Ransomwareangriffs geworden. Wie die Non-Profit-Organisation mitteilte, wurde dabei ihre IT lahmgelegt. OneBlood müsse daher in Florida, Georgia, North Carolina und South Carolina in reduziertem Umfang operieren. OneBlood ist in großen Teilen des Südostens der USA tätig und versorgt Krankenhäuser mit Blutspenden.

Um die Blutversorgung sicherzustellen, bat OneBlood 250 Krankenhäuser, Notfallmaßnahmen zu ergreifen. Die Organisation arbeitet nach eigenen Angaben  mit IT-Sicherheitsspezialisten und verschiedenen Behörden zusammen, um das Ausmaß der Attacke zu verstehen und darauf zu reagieren.

Zwar würden die Blutspendeeinrichtungen weiterhin arbeiten und Spenden würden immer noch gesammelt und getestet, teilte OneBlood mit. Vorübergehend jedoch müssten »Blutprodukte« von OneBlood-Mitarbeitern händisch bearbeitet werden, berichtete CNN . Das dauere »signifikant länger«.

Bus von OneBlood: Manuelle Bearbeitung dauert »signifikant länger«

Bus von OneBlood: Manuelle Bearbeitung dauert »signifikant länger«

Foto: JillianCain / Getty Images

Blutbanken aus anderen Teilen der USA schickten Blutkonserven und Blutplättchen an OneBlood, das nach eigenen Angaben vor allem Blut vom Typ 0-positiv und 0-negativ brauche.

Gesundheitseinrichtungen sind mitunter leichte Opfer

Angaben zu den Tätern gab es zunächst nicht.

Wenige Tage zuvor hatten britische Krankenhäuser einen historischen Notstand an Blutkonserven gemeldet – als Folge eines immer noch anhaltenden Cyberangriffs auf den Bluttest-Anbieter Synnovis, der Anfang Juni begonnen hatte. Der Angriff hatte auch zur Folge, dass Tausende Blutspendetermine abgesagt werden mussten.

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Ransomwaregruppen hacken sich in die IT ihrer Opfer, verschlüsseln Laufwerke, Dateien und Back-ups und fordern dann ein Lösegeld zum Entsperren. In vielen Fällen drohen sie zudem mit der Veröffentlichung von zuvor kopierten internen Daten. Die Täter nutzen eigene oder »gemietete« Schadsoftware, die kriminelle Masche ist durch eine professionelle Arbeitsteilung erfolgreich geworden und gilt seit Jahren als größte Cybergefahr  für Unternehmen und andere Organisationen. Immer wieder greifen die Täter auch Gesundheitseinrichtungen an, wobei nicht immer klar ist, ob das gezielt passiert, weil der Leidensdruck der Opfer besonders hoch ist. Oftmals gehen die Täter opportunistisch vor: Weitgehend automatisiert gehackt wird, wer eine bestimmte Sicherheitslücke aufweist. Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen haben oftmals vergleichsweise wenig Geld zur Verteidigung ihrer IT-Systeme gegen kriminelle Hacker.

pbe/AP/Reuters