Sascha Lobo - Der Debatten-Podcast Putin, der Schutzheilige der deutschen Netzquerulanten
In politischen Netzdebatten stößt er immer wieder auf sie: "Kein digitaler Stein, unter dem nicht bei jeder Gelegenheit ein Dutzend Putinisten hervorkäme, ihren Wladimir zu preisen, zu verteidigen oder zu beschwören", schrieb Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne "Wo kommen eigentlich die ganzen Putin-Fans her?".
Acht verschiedene Typen glaubt Lobo identifiziert zu haben, darunter die "antiliberalen Patriarchatsjunkies", die im russischen Präsidenten ein Antidot gegen die "Verweichlichung des Westens" sehen, aber auch Antiamerikaner, Verschwörungstheoretiker und "Profipropagandisten". Selbst Rechtsextreme und Linksnationalisten seien gleichermaßen unter den Putinisten zu finden, so widersprüchlich sich das zunächst anhören mag.
Lobo hält sie alle für empfänglich für Russlands moderne Propaganda in sozialen Medien, die "mit den Selbstzweifeln der westlichen liberalen Demokratien arbeitet - also der ständig laut und vielfältig diskutierten Frage nach dem gesellschaftlich richtigen Weg". Eigentlich sei genau die "eine Stärke des Westens", weil sie Fortschritt ermöglicht. #MeToo, Fridays for Future und #BlackLivesMatter nennt er als Beispiele dafür. Aber Russlands Propagandamaschinerie lasse den Wandel als etwas Schlechtes dastehen und mache dann "insbesondere tatsächliche oder selbst empfundene Modernisierungsverlierer zur Zielgruppe".
In seinem Podcast kommentiert Lobo einige Zuschriften seiner Leserinnen und Leser.
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