München: 750 Euro für ein WG-Zimmer? Kein Problem - DER SPIEGEL
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Studentischer Wohnungsmarkt am Anschlag 750 Euro für ein WG-Zimmer? Kein Problem

Die Mieten für WG-Zimmer in großen Uni-Städten gehen einer neuen Untersuchung zufolge durch die Decke. München fällt dabei als besonders teuer auf – und Berlin holt bei den Mieten in Riesenschritten auf.
Mangelware WG-Zimmer: Studentin mit Suchanzeige an der Universität Konstanz (im Oktober 2023)
Mangelware WG-Zimmer: Studentin mit Suchanzeige an der Universität Konstanz (im Oktober 2023)

Mangelware WG-Zimmer: Studentin mit Suchanzeige an der Universität Konstanz (im Oktober 2023)

Foto: Felix Kästle/ dpa

München und Berlin sind einem Medienbericht zufolge auch zu Beginn des Wintersemesters 2023/2024 die teuersten Studienorte in Deutschland. Demnach werden aktuell in München im Durchschnitt 750 Euro pro Monat inklusive Nebenkosten für ein WG-Zimmer verlangt – 50 Euro mehr als vor einem Jahr. Das geht aus einem Bericht der Funke Mediengruppe hervor, die sich auf eine Erhebung des auf Immobilienforschung spezialisierten Moses Mendelssohn Instituts sowie des Internetportals wg-gesucht.de stützt.

Der durchschnittliche Preis für ein WG-Zimmer stieg in Berlin demnach sogar um 100 Euro auf nun 650 Euro pro Monat. Damit verdoppelten sich binnen zehn Jahren die Mietpreise für WG-Zimmer in Berlin nahezu. Frankfurt am Main habe um 50 Euro auf 630 Euro je Zimmer zugelegt, Hamburg von 536 Euro auf 600 Euro.

Öffentlich geförderte Studierendenwohnheime können dem Bericht zufolge nur bedingt zur Entspannung beitragen, da es an Plätzen mangele. Zum Stichtag 10. Oktober standen demnach allein in München mehr als 12.000 junge Menschen auf den Wartelisten für einen Wohnheimplatz. In Berlin gab es Anfang Oktober bereits 4900 Menschen auf den Wartelisten, so eine Sprecherin des Studierendenwerks – bei einem Gesamtbestand von 9200 Plätzen.

Im SPIEGEL hatte Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, Ende September gewarnt: »Die Lage in den Hochschulstädten ist dramatisch.« Bereits damals, drei Wochen vor dem Vorlesungsbeginn in den meisten Hochschulen, hätten sich »allein bei elf Studierendenwerken in teuren Hochschulstädten wie München, Köln, Frankfurt, Berlin oder Darmstadt 35.000 Studierende auf den Wartelisten für einen Wohnheimplatz« registrieren lassen. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Studierende, so Anbuhl, sei »seit Jahrzehnten ein eklatanter Missstand, ein Strukturdefizit des deutschen Hochschulsystems und ein soziales Problem«.

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Anbuhl verwies auch auf die aus seiner Sicht völlig unzureichende Höhe des aktuellen Bafög-Satzes. Der enthält eine Wohnpauschale von 360 Euro für Miete und Nebenkosten  – in München würde das knapp für ein halbes WG-Zimmer reichen.

him/AFP