Hochdotierter Schulpreis für Berliner Grundschule Eine Schule wie ein Dorf
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt den Schulpreis an Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der Maria-Leo-Grundschule in Berlin
Foto: Bernd von Jutrczenka / dpaDer mit 100.000 Euro dotierte Deutsche Schulpreis geht in diesem Jahr nach Berlin. Die Jury vergab ihn an die Maria-Leo-Grundschule im Prenzlauer Berg, wie die Ausrichter des Preises , die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung, mitteilten.
Die Schule sei ein Vorzeigemodell für zeitgemäße Schulentwicklung, heißt es, denn das Schulgebäude folge dem Lernhaus-Prinzip: Jede Etage biete eigenständige Lernräume mit multiprofessionellen Teams, in denen Lehrkräfte etwa mit Erzieherinnen und Erziehern zusammenarbeiten. Die Kinder könnten dabei viel selbst entscheiden: »Die Lernateliers öffnen früh, Kinder beginnen im eigenen Tempo, arbeiten an differenzierten Aufgaben und holen sich gezielt Input in Fachräumen.«
Verantwortung für sich und die Gemeinschaft
Die Kinder übernehmen demnach nicht nur für sich selbst Verantwortung, sondern auch für die Gemeinschaft, etwa als Kinderhausmeister, in selbst organisierter Spielausleihe oder im Schülerparlament. 385 Kinder besuchen die sechsjährige Grundschule.
Auf der Website der Schule heißt es: »Unsere Schule ist ein Dorf – ein Ort des Lernens, der Vielfalt und der Begegnung. In diesem Dorf gibt es Häuser, Plätze und Wege, die den unterschiedlichen Bedürfnissen und Talenten der Kinder gerecht werden.«
Die Maria-Leo-Grundschule in Berlin
Foto: Bernd von Jutrczenka / dpaDer Deutsche Schulpreis wird seit 2006 für eine besonders gute Schulqualität vergeben. Eine Jury aus Bildungsexperten und Schulpraktikern vergleicht bei den Bewerberschulen unterschiedliche Bereiche: Unterrichtsqualität, Leistung, Umgang mit Vielfalt, Verantwortung, Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner sowie lernende Schule. Diese Merkmale seien als Kennzeichen für gute Schulqualität allgemein anerkannt.
Je 30.000 Euro für fünf weitere Schulen
Mehr als 100 Schulen hatten sich beworben. Über je 30.000 Euro Preisgeld können sich auch fünf weitere Schulen freuen:
die Schule An der Burgweide in Hamburg
die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck in Nordrhein-Westfalen
die Questenberg-Grundschule Meißen in Sachsen
die Jenaplanschule Weimar in Thüringen
die Deutsche Internationale Schule in der georgischen Hauptstadt Tiflis.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kritisierte in seiner Rede bei der Verleihung, dass soziale Herkunft noch immer mit über den Bildungserfolg entscheide. »Immer noch hängt die Zukunft eines Kindes in unserem Land viel zu sehr davon ab, in welchem Stadtviertel es aufgewachsen ist«, sagte er. Es müsse noch mehr getan werden, damit jedes Kind von Anfang an die Unterstützung bekomme, die es für eine gerechte Bildungschance benötigt.